Das endgültige Aus für das städtische Hallenbad hat im vergangenen Herbst Dauerschwimmer, Schulen und Vereine hart getroffen. Der Stadtrat hatte im Oktober entschieden, dass es sich nicht lohnt, das einsturzgefährdete Dach noch einmal für wenige Jahre in Stand zu setzen. Schließlich hatte das Gremium bereits fünf Jahre zuvor beschlossen, dass die Stadtwerke Bad Kissingen an der KissSalis-Therme ein neues Hallenbad errichten. Dieses, so versprach Oberbürgermeister Dirk Vogel (SPD) im Herbst, soll bis zur Hallenbadesaison 2023/24 fertiggestellt sein - Bad Kissingen müsste so zwei Winter ohne öffentlichen Badebetrieb überbrücken.

Mit detaillierten Informationen zum Projektstand halten sich gegenwärtig sowohl die Stadtwerke als auch das Rathaus noch etwas zurück. Derzeit sei einiges in der Schwebe, ist aus dem Rathaus zu hören. Offiziell betonen Stadt und Stadtwerke in einer gemeinsamen Erklärung: "Der Neubau des Hallenbads hat absolute Priorität für Oberbürgermeister Dirk Vogel und ist deswegen wöchentlich Thema auf der operativen Ebene zwischen Stadt und den Stadtwerken." Demnach laufen Gespräche mit der Regierung von Unterfranken, in der vergaberechtliche Aspekte geklärt werden. "Sobald diese beantwortet sind, nimmt das Projekt einen wichtigen Meilenstein und kann zügig fortgesetzt werden ", so Stadt und Stadtwerke.

Bau- und Förderantrag sind noch nicht gestellt, der Stand der Planungen soll vor den Sommerferien vorgestellt werden.

Arbeiten an der Thermen-Technik

An der Therme laufen momentan größere Arbeiten, die für den späteren Betrieb des Hallenbades wichtig sind. "Dabei werden Teile der technischen Infrastruktur erneuert, unter anderem das Blockheizkraftwerk", erklären Stadt und Stadtwerke. Nach dem letzten Stand der Planung soll das Hallenbad einen separaten Eingang und separate Umkleiden für den öffentlichen Schwimmbetrieb erhalten, ein 25-Meter-Schwimmbecken mit vier Bahnen sowie ein 0,60 Meter bis 1,10 Meter tiefes Lehrschwimmbecken, einen Wasserspielplatz für Kinder sowie ein drittes Schwimmbecken für Thermenbesucher.

Die Stadtwerke hatten die Pläne für das Hallenbad vor der Pandemie erst überarbeitet und erweitert. Die Wasserspielfläche und das dritte Becken waren ursprünglich nicht angedacht. Die Pandemie hat dem Energieversorger wirtschaftlich allerdings zu schaffen gemacht und Verluste beschert. Deshalb wurden die Pläne zuletzt erneut überarbeitet und verkleinert. Nicht mehr Teil der Überlegungen sind die Kinderspielfläche sowie das Becken für die Thermenbesucher. Dafür erhält das Schwimmbecken eine Bahn mehr. "Das Ziel der Planung ist jetzt, ein 25-Meter-Schwimmbecken mit fünf Bahnen sowie ein Lehrschwimmbecken mit 12,5 Metern Länge zu bauen", berichtet der Pressesprecher des Rathauses, Thomas Hack. Neu ist, dass beide Becken mit jeweils einem Hub-Boden ausgestattet werden sollen, so dass die Wassertiefe technisch verstellbar ist.

Laut Johannes Hardenacke, Sprecher der Regierung von Unterfranken, können die Stadtwerke mit staatlichen Zuschüssen rechnen. Hallenschwimmbäder sind als Einrichtungen für den Schulsport grundsätzlich förderfähig. Die Regierung habe die Stadtwerke bislang ausschließlich beraten. "Ein konkreter Förderantrag liegt uns noch nicht vor", teilt Hardenacke mit. Damit die Stadtwerke ihren Förderantrag stellen können, müsse Würzburg das Projekt zunächst schulaufsichtlich genehmigen. Dafür fehlen allerdings noch konkrete Planunterlagen. Immerhin sendet die Regierung ein positives Signal: Der schulische Bedarf in Bad Kissingen sei so groß, dass für den Hallenbad-Neubau mit zwei Becken Zuschüsse in Aussicht gestellt werden.