Hoteldirektor Hans Markwalder kann aus geschäftlicher Sicht nicht klagen, zumindest wenn er auf die Sommermonate zurückschaut. Die liefen im Hotel Sonnenhügel in Reiterswiesen erfolgreich. "Juli und August waren sehr gut, trotz reduzierter Kapazitäten", sagt er. Bis zu 750 Gäste kann das Hotel in normalen Jahren gleichzeitig beherbergen, wegen der geltenden Hygiene- und Sicherheitsvorschriften während Corona standen dem Hotel 520 Betten zur Verfügung. "Aber die waren gut gebucht", berichtet Markwalder. Das entspricht einer Auslastung von etwa 70 Prozent. Auch der Oktober sei bereits gut nachgefragt.

Bei den Monaten danach bis zum Frühjahr weiß der Hotelier bereits schon jetzt, dass die Zeichen ungünstig stehen. Im Winter konzentriere sich der Gästebetrieb zu sehr auf den Innenbereich. "Im Winter geht es drinnen sehr eng zu. Da hätten wir Probleme, die notwendigen Abstände einzuhalten", sagt er.

Damit alles passt, müsste das Hotel seine Kapazitäten auf rund 400 Betten reduzieren. Weil nach wie vor keine größeren Tagungen erlaubt sind, sei es unter diesen Bedingungen nicht möglich, kostendeckend zu arbeiten. Die Folge: "Wir schließen von November bis ins Frühjahr aufgrund der Vorgaben. Ich bin optimistisch, dass es dann, etwa an Ostern, wieder gut weitergeht", sagt er. Für die Mitarbeiter bedeutet die Schließung erneute Kurzarbeit.

Meisten Hotels wollen öffnen

Bislang hat das Sonnenhügel als einziges Haus in der Stadt offiziell angekündigt, den Betrieb den Winter über einzustellen. "Über weitere Hotelschließungen in Bad Kissingen über den Winter liegen [...] keine Informationen vor", teilt die Staatsbad Bad Kissingen GmbH dazu mit. Die Kurverwaltung erfasst, wie viele Gäste in der Stadt übernachten und erhebt die Kurtaxe, die jeder Gast dafür zahlt.

Alexandra Schnell, Geschäftsführerin im Hotel Frankenland, schaut skeptisch auf die anstehenden Wintermonate. "Wir lassen offen, solange wie wir den Betrieb in Gang halten können", sagt sie. Die Buchungen, die bisher für die kalte Jahreszeit eingegangen sind reichen noch nicht, um kostendeckend zu arbeiten. Für das Vier-Sterne-Hotel sei es allerdings noch unrentabler, vorübergehend zu schließen. "Wir können das Hotel nicht einfach stilllegen", erklärt Schnell. Erhebliche Fixkostenblöcke laufen weiter, auch wenn das Haus zu ist. Außerdem benötige das Frankenland zu lange, um den Betrieb wieder hochzufahren und Gäste zu akquirieren.

Der Platz im Innenbereich ist für das Frankenland hingegen kein Problem. Aktuell beherbergt es 400 Gäste. Von den Räumlichkeiten her wäre da noch Luft nach oben, aber: "Bei 450 Gästen stoßen wir momentan an Grenzen", sagt sie. Der Betrieb während Corona sei sehr Personalintensiv. Schnell: "Für uns ist das Problem: Wie viele Gäste schaffen wir mit unserer Mannschaft?" Kopfzerbrechen bereitet ihr deshalb auch die Erkältungszeit. "Wenn ein Mitarbeiter Erkältungssymptome zeigt, muss ich ihn heimschicken und einen Corona-Test verlangen. Das verschärft unser personelles Problem", befürchtet sie.

Schlechte Planbarkeit für Winter

Das Hotel Residenz am Rosengarten hatte während des Lockdowns im Frühjahr zum ersten Mal seit 25 Jahren geschlossen. Dabei soll es auch bleiben, zumindest wenn es nach Inhaberin Sabine Schneider geht. "Wir lassen auf jeden Fall offen", betont sie. In Bezug auf die Räumlichkeiten und Abstandsregeln habe ihr Haus keine Probleme. "Mit der Belegung bisher sind wir zufrieden. Wir profitieren vom Inlandstourismus", erzählt sie. Die ersten Reservierungen für den Herbst und den Winter sind bereits eingegangen, allerdings noch nicht allzu viele. Aktuell buchen die Menschen sehr kurzfristig. "Wir wissen nicht, wie es mit den Buchungen ausschauen wird, wir können nicht planen. Wir müssen einfach zuversichtlich sein", sagt die Hotelière.

98 zusätzliche Betten ab Juli

Pascal Muller, Direktor beim Parkhotel Cup Vitalis, hat im September 80 Prozent seiner Betten belegt. Normal wären 95 Prozent. "Wir sind unter unserem üblichen Niveau und die folgenden Monate sind auch nicht so gut wie sonst", berichtet er. Die Situation sei nicht zufriedenstellend, nicht dramatisch. Für das Vier-Sterne-Hotel bedeuten die Corona-Auflagen ebenfalls einen größeren Aufwand. So wurde zum Beispiel ein zweiter Speisesaal eingerichtet, weil die Abstandsregeln es unmöglich machen, alle Gäste wie sonst im zentralen Speisesaal zu verköstigen. Zwei Buffets bedeuten zugleich, dass mehr Essen als sonst bereitgestellt werden muss und somit auch mehr Essen übrig bleibt. "Wir haben einen größeren Verlust an Ware", erklärt Muller.

Schließen wird das Cup Vitalis ebenfalls nicht. Anfang Januar ist die reguläre Betriebsruhe von zwei Wochen vorgesehen. In dieser Zeit werden die notwendigen Instandhaltungsarbeiten im Haus erledigt. "Danach sind wir dann ausgebucht. Natürlich steht das alles noch unter dem generellen Fragezeichen, wie es mit Corona weitergeht", sagt der Hoteldirektor.

Ab Juli stehen dem Cup Vitalis dann 98 zusätzliche Zimmer zur Verfügung. Die Arbeiten an dem Hotelanbau sollen bis dahin abgeschlossen sein. Muller: "Wir liegen sehr gut im Zeitplan."

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