Wenn ein Musical Ensemble mit großem Besteck anreist, ein beachtliches Orchester, Solisten, Ballett und dazu noch Kulissen und eine hochmoderne Lichttechnik mitbringt, dann werden im Max Littmann Saal sogar die Stufenpodeste der Musiker beiseite geräumt, um Platz zu schaffen für eine große Bühne, mit schnell wechselnden Szenenbildern und für eine ausgefeilte Diashow.

Die nimmt den Besucher erst in das Foyer, dann in den Untergrund des Pariser Opernhauses mit, zeigt Szenen aus der Oper "Die Perlenfischer", spielt Melodien aus Gounods "Faust" ein, um im nächsten Augenblick aufzufordern, bei ausgelassenen Szenen im Ballsaal im Geiste mitzutanzen.

Unterstützt von einer beeindruckenden Farbigkeit, die jede Szene intensiv ausleuchtet, kommt das Auge kaum mit, wenn Traumwelten am See entstehen, die sich das Phantom in der Unterwelt der Alpträume und Mythen geschaffen hat. Auf der Bühne kann das naturgemäß nicht so grandios gezeigt werden, wenngleich bei dunkler Bühne erstaunlich schnell und geräuschlos umgeräumt wird. Es bleibt ein gewisser Zwiespalt. Die gezeigten Bilder im Hintergrund nehmen gefangen, lenken aber ein wenig ab von dem, was auf den Brettern gesungen, gespielt und getanzt wird. Erst allmählich löst sich das Publikum von den Bildern und endlich bekommt das Geschehen auf der Bühne Gewicht, werden die Balletteinlagen und die Lieder des Musicals erst zögerlich, später wohlwollend beklatscht.