Genau 9706 Kissinger haben ihre Stimme bei der Stadtratswahl im März abgegeben. Das abschließende Wahlergebnis liegt inzwischen vor und beantwortet eine noch offene Frage: Tritt CSU-OB-Kandidat Gerhard Schneider sein Mandat als Stadtrat an oder nicht? Jetzt steht fest, dass er auf das Mandat verzicht und stattdessen weiter als geschäftsführender Beamter im Rathaus tätig sein wird. "Ich habe mich entschieden, weiter bei der Stadt zu arbeiten", kommentiert er kurz. Beides zugleich auszuüben, ist nicht möglich. Für Gerhard Schneider rückt Parteifreundin Nikola Renner in das Gremium. "Ich bin sehr gespannt und freue mich sehr darauf", sagt Renner. Die Bedingungen seien durch Corona erschwert, sie hoffe aber, dass der neue Stadtrat dennoch einiges voranbringen wird.

Wer hat die meisten Stimmen?

Die Stimmkönigin der Stadtratswahl kommt aus Arnshausen. Martina Greubel (CSU) hat mit 5516 die meisten Stimmen von den Wählern bekommen. Es folgen 3. Bürgermeister Thomas Leiner (CSU/ 5476), SPD-Fraktionssprecher Bernd Czelustek (5336) und Richard Fix (Grüne/4498).

Weil Martina Greubel erst auf Platz neun der Kandidatenliste stand, habe sie gezittert, ob sie wiedergewählt. "Das Ergebnis ist für mich sensationell. Darauf bin ich sehr stolz", sagt sie. Die Bürger schätzten es, wenn Stadträte zuhören und sich engagieren. Der Stadtrat wählt in seiner konstituierenden Sitzung - bislang ist als Termin dafür der 12. Mai vorgemerkt - die stellvertretenden Bürgermeister. Ob sie aus ihrem guten Abschneiden ableitet, für diese Wahl zu kandidieren? Martina Greubel gibt sich zurückhaltend. Sie sagt, sie führt dazu keine Gespräche und verweist darauf, dass Thomas Leiner und Anton Schick (DBK) die Aufgabe in der letzten Wahlperiode gut gemeistert hätten. Sie scheint aber auch nicht abgeneigt zu sein, falls sie für das Amt vorgeschlagen wird. "Die Zusammenarbeit mit Dirk Vogel könnte ich mir gut vorstellen", meint sie.

Thomas Leiner sieht sein Wahlergebnis als Bestätigung. "Ich bin da sehr zufrieden", sagt er. Die Arbeit der letzten sechs Jahre habe da ihren Teil zu beigetragen. Bislang habe es noch keine Abstimmungsgespräche für die konstituierende Sitzung gegeben. Er stehe gern wieder für eine Amtszeit als stellvertretender Bürgermeister zur Verfügung, "wenn die Fraktion das will und wenn der Stadtrat das möchte".

Ähnlich äußert sich auch der 2. Bürgermeister Anton Schick. Er sieht sich mit 4267 Stimmen ebenfalls bestätigt. "Das ist ein sehr gutes Ergebnis, insbesondere weil wir bei der DBK kaum Listenstimmen erhalten", erklärt er. Wegen der Corona-Krise und wegen des Wechsels auf dem Oberbürgermeistersessel hätten bislang noch nicht viele Abstimmungsgespräche für die konstituierende Sitzung stattgefunden. Schick ist grundsätzlich bereit, sich wieder zur Verfügung zu stellen. Jetzt in Krisenzeiten sei es sinnvoll, auf erfahrene Kräfte zu setzen. "Das wird der Stadtrat entscheiden in der ersten Sitzung", sagt er.

Stellen Grüne einen Kandidaten?

Die SPD (sechs Sitze) ist nach der CSU (neun Sitze) die zweitstärkste Fraktion im künftigen Stadtrat. Bei der SPD habe es bislang noch keine Absprachen gegeben. "Dieses Jahr ist das nach der Wahl alles etwas ruhiger", sagt Bernd Czelustek. Er hofft, dass der Stadtrat in der ersten Sitzung die Entscheidungen so trifft, "dass ein gutes Miteinander möglich ist".

Zuletzt hatte die SPD keinen Anspruch auf ein Bürgermeisteramt geltend gemacht, weil sie den OB stellte. Weil das weiterhin so ist, wird sich an dieser Haltung vermutlich auch nichts ändern. Insofern sind es nach Fraktionsgröße die CSU, die DBK (vier Sitze) und auch die Grünen (vier Sitze), die am ehesten einen Bürgermeisterkandidaten zur Wahl stellen werden. Doch auch bei den Grünen fehlen da noch Abstimmungen. "Wir möchten uns Ende April zusammensetzen", sagt Richard Fix. Er hält einen stellvertretenden Bürgermeister der Grünen für denkbar, allerdings habe die Fraktion noch nicht geklärt, ob eines der vier Mitglieder dazu bereit wäre. Die DBK liegen zwar in Prozentpunkten bei der Wählergunst etwas vor den Grünen, allerdings "sind wir die einzige im Stadtratvertretene Partei, die deutlich dazugewonnen hat", sagt Fix.