Immer wieder hat die Polizei mit Lost-Places - also mit aufgelassenen Gebäuden - zu tun. So auch am Dienstag. Grund waren allerdings keine abenteuerlustigen Fotografen sondern ein Brand. Gegen 11.30 Uhr hatten Handwerker, die in der Nachbarschaft beschäftigt waren, Brandgeruch und Qualm am ehemaligen Kinderkurheim St. Josef gemeldet. Auch aus Winkels ging eine Meldung über Rauchentwicklung im Wald ein.

Bad Kissingen: Zunächst nur kleiner Brand

Beim Eintreffen der Wehren zeigte sich, dass zunächst nur ein kleines Feuer an mehreren Stellen in einem Kellerraum kokelte. Dort befindet sich die Stromverteilung. Außerdem endet dort die städtische Stromversorgung, das Haus selbst ist seit Jahren vom Stromnetz genommen. Diverser Unrat war dort in Brand geraten, kokelte vor sich hin und verbreitete eine Rauchwolke, die durch einen Kellerschacht entwich.

Weil der nächste Hydrant weit entfernt ist, mussten etliche Schlauchlängen zum Kissinger Tanklöschfahrzeug gelegt werden. Erst danach starteten die Floriansjünger den Löschangriff. Aber: Mit dem ersten Strahl Wasser ging der Brand erst richtig los.

Ehemaliges Kinderkurheim: Lichtbrücke führt zu großem Feuer

Unter Knacken und Prasseln stand plötzlich der gesamte Raum in Flammen, denn die hier endende Hauptstromleitung stand, nach fast 20-jährigem Stillstand der Einrichtung noch immer unter Strom. "Wir haben zuerst mit Schaum abgelöscht und sind dann mit Wasser ran. Dabei entstand dann ein Lichtbogen", teilte Harald Albert, der Stadtbrandinspektor mit.

Bad Kissingen: Feuerwehr überrascht

Also galt die Devise "Wasser halt" und der Rückzug des Löschtrupps. "Es war eine ziemliche Überraschung. Wir hätten nie gedacht, dass dort noch Strom drauf ist." In Folge wartete die Wehr auf den Servicebetrieb der Stadtwerke, damit dieser "St. Josef" stromlos stellt. Innerhalb der nächsten halben Stunde nahmen die Techniker das ehemalige Kinderkurheim vom Netz.

Feuer im ehemaligen St. Josef-Kinderkurheim: Rund 50 Feuerwehrler im Einsatz

Als Folge erloschen die Flammen, deren Prasseln außerhalb des Gebäudes zu hören war, wie von alleine. Der Kabelbrand fiel in sich zusammen. Zurück blieb in feuchter Atmosphäre eine dunkle Qualmwolke. Im Einsatz waren neben Polizei und Rettungsdienst etwa 50 Einsatzkräfte der Wehren aus Bad Kissingen, Garitz, Reiterswiesen und Arnshausen für etwa eine Stunde.

Brandursache in Bad Kissingen noch unklar

Harald Albert, der Bad Kissinger Stadtbrandinspektor, sagte: "Die Brandursache ist noch unklar. Aber Selbstentzündung war es nicht." Von Thomas Baumeister, stellvertretender Dienststellenleiter der Bad Kissinger Polizei, heißt es: "Es war ein Schwelbrand." Die Ursache sei noch unklar. Eine Möglichkeit sei Brandstiftung.

Ein Artikel von Peter Rauch und Johannes Schlereth