Bad Brückenau
Nachwuchs

Zwölf Stunden im Einsatz

Bei der Bad Brückenauer Feuerwehr gibt es jedes Jahr einen ganz besonderen Tag für die Jugendlichen...
Mit Unterstützung durch erfahrene Feuerwehrleute mussten die Jugendlichen einen verletzten Waldarbeiter mit Hilfe einer Schleifkorbtrage aus unwegsamem Gelände retten.  Foto: Luca Berger
Mit Unterstützung durch erfahrene Feuerwehrleute mussten die Jugendlichen einen verletzten Waldarbeiter mit Hilfe einer Schleifkorbtrage aus unwegsamem Gelände retten. Foto: Luca Berger
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Der Ernstfall war natürlich nicht geplant, aber für die Jugendlichen sicher eine wertvolle Erfahrung. Die Bad Brückenauer Feuerwehr hat für den Nachwuchs wieder einen Jugendfeuerwehrtag mit Berufsfeuerwehr-Charakter organisiert. Insgesamt drei Mädchen und sieben Jungs im Alter zwischen zwölf und 16 Jahren von insgesamt 15 Jugendlichen haben teilgenommen.

Mit der Nachwuchsgewinnung ist Kommandant Michael Krug zufrieden, freilich "könnten es immer mehr sein", sagt er im Gespräch mit der Redaktion. Aber er freut sich: "So viele Jugendliche wie heuer hatten wir noch nie". Normalerweise seien es fünf bis zehn Jugendliche bei der Feuerwehr, heuer sind es schon 15 und es kommen noch zwei oder drei dazu, sagt er. Das könnte unter anderem auch an einer Werbeaktion liegen, die die Brückenauer Floriansjünger heuer vor einem Einkaufsmarkt veranstaltet hatten. Das habe sicher beim ein oder anderen das Bewusstsein für die Feuerwehr geweckt, meint Krug.

Realer Ernstfall

Zwischen der Erste Hilfe-Ausbildung und der Ausbildung Verkehrsabsicherung konnten die Jugendlichen den Ernstfall real miterleben. Zwar durfte die Feuerwehrjugend beim realen Einsatz, einem Verkehrsunfall Höhe Gewerbegebiet Buchrasen, nicht mit ausrücken, dafür aber die ersten Momente bis zum Ausrücken hautnah miterleben, teilt die Feuerwehr mit.

Wegen der erfreulich hohen Anzahl an "neuen" Jugendlichen in der Jugendfeuerwehr, hat sich das Organisationsteam rund um Alisa Knüttel und Florian Übelacker, dieses Jahr gegen den traditionellen 24-Stunden-Berufsfeuerwehrtag entschieden. Neben den pädagogischen und sozialen Zielen, wie der Teambildung und dem Kennenlernen untereinander, stand beim diesjährigen Aktionstag die Wissensvermittlung klar im Vordergrund. Damit besonders neue Jugendliche nicht überfordert werden, wurde der Berufsfeuerwehrtag auf zwölf Stunden reduziert.

Erste-Hilfe aufgefrischt

Der Auftakt der Veranstaltung gestaltete sich für die Jugendlichen eher unspektakulär, nach einer kurzen Begrüßung durch die Organisatoren und Erläuterung des Tagesablaufes durften sich die Jugendlichen bereits vor Beginn der ersten Ausbildung mit einem Frühstück stärken. Anschließend standen neben einer kurzen Auffrischung in der Ersten Hilfe drei Ausbildungseinheiten und passend zum jeweiligen Ausbildungsthema jeweils ein Einsatz auf dem Tagesprogramm.

Auch Jürgen Pfister, 2. Bürgermeister der Stadt Bad Brückenau, ist von der Veranstaltung und der damit verbundenen Organisation positiv beeindruckt, teilt die Feuerwehr mit. Bei der ersten der drei Einsatzübungen war Pfister live dabei und konnte sich beim fiktiven Brandmeldealarm im Schulzentrum Bad Brückenau ein Bild von der Jugendfeuerwehr und ihrer Nachwuchsarbeit machen.

Unfall eines Waldarbeiters

Nach der anschließenden Mittagspause standen die Einsatzübung Verkehrsunfall mit einer verletzten Person, Ausbildung Schleifkorbtrage und Einsatzübung Waldarbeiterunfall auf dem Tagesprogramm. Beim Letzteren mussten die Jugendlichen, natürlich immer mit Unterstützung durch erfahrene Feuerwehrleute, einen verletzten Waldarbeiter mit Hilfe einer Schleifkorbtrage aus unwegsamem Gelände retten.

Nachdem der letzte Einsatz noch einmal durchgesprochen war, kam die letzte Aktion: Putzen. Schließlich muss die Gerätehalle wieder für den nächsten Einsatz gereinigt werden. Und dann wurden die Jugendlichen, welche sich tapfer geschlagen haben, an ihre Eltern verabschiedet.

Viel Zeit für die Vorbereitung

Was für die Jugendlichen ein abenteuerlicher Tag war, benötigt in der Vorbereitung aber eine ganze Menge Zeit für das Organisationsteam. Kommandant Krug schätzt: "Das sind locker 40 Stunden", die Luisa Knüttel und Florian Überacker dafür gearbeitet haben.