Matthias Hauke erinnert sich noch, als Bürgermeister Wilhelm Friedrich - frisch im Amt - in seine Klasse kam und sich vorstellte. Damals war er zehn Jahre alt. 24 Jahre später schickt er sich an, ebendiesen Bürgermeister abzulösen. Ohne einen Gegenkandidaten gilt es als sehr wahrscheinlich, dass er die Wahl gewinnt. Er realisiere das erst langsam, erzählt der junge Kandidat. Seine Frau Sandra sitzt mit am Tisch. Das könne einem schon Respekt einjagen, ergänzt sie.

Die Herausforderungen sind groß: Für knapp fünf Millionen Euro wird aktuell die Wasserversorgung umgebaut, die Generalsanierung der Grundschule wird etwa drei Millionen Euro kosten, und weitere Projekte wie die Gestaltung des Radwegs, die Entwicklung des Zeitlofser Ortskerns oder der Bau eines Kindergartens stehen im Raum.

Nur noch eine Liste

Hauke ist klar, dass er nicht alle Aufgaben weitermachen können wird. Deshalb hat er den Plan, nächstes Jahr als Kommandant der Zeitlofser Wehr aufzuhören. Als Bürgermeister möchte er sich nicht vorwerfen lassen, befangen zu sein. "Ich muss an alle Feuerwehren in allen Ortsteilen denken", erklärt Hauke. Den Vorsitz der Dorfgemeinschaft Zeitlofs Gbr werde er nach der Wahl abgeben, kündigt er an.

Kommt alles so, wie erwartet, wird Hauke auf ein eingespieltes Team setzen können. Die beiden Fraktionen, die aktuell im Gemeinderat vertreten sind, haben sich zu einer Liste zusammengetan. Bei der ersten Wahlveranstaltung in Detter hätten sich die Kandidaten allerdings viel Kritik anhören müssen. "An dem Abend habe ich schon geschluckt", erzählt Hauke. Er wisse aber auch, dass Kritik zur Politik dazugehöre.

Alles besser machen möchte Hauke nicht - wohl aber anders. Die Kommunikation in sozialen Medien oder auf der Homepage will er verbessern und Arbeitsabläufe in der Verwaltung modernisieren. Und: "Das hat sich bei uns eingeschlichen, dass wir unwahrscheinlich viel nicht öffentlich machen", beschreibt er die Arbeit des Gemeinderats. Da wolle er in Zukunft für mehr Transparenz sorgen.

Drei Fragen an Matthias Hauke

Herr Hauke, da es keinen Gegenkandidaten gibt, sind Sie als Bürgermeister des Marktes Zeitlofs so gut wie gesetzt. Was ist das für ein Gefühl?

Matthias Hauke: Es ist ein gemischtes Gefühl. Zum einen ist man froh, keinen richtigen Wahlkampf führen zu müssen, und man kann sich auch schon eher auf den Amtsantritt vorbereiten. Zum anderen hofft man gerade als Einzelkandidat auf ein möglichst eindeutiges Wahlergebnis, was natürlich auch das Selbstvertrauen stärkt und zusätzlich motiviert.

Die Kindergärten in Zeitlofs und Weißenbach sind in die Jahre gekommen. Warum befürworten Sie den Neubau eines zentralen Kindergartens in Zeitlofs? Für etliche Eltern bedeutet das lange Anfahrtswege.

Dass bei unseren Kindergärten Handlungsbedarf besteht, sollte vor allem den Eltern bewusst sein. Der Anspruch auf moderne und kindgerechte Einrichtungen ist nun mal da, wird aber in unseren Kindergärten nicht wirklich erfüllt. Räumlichkeiten und Inventar waren teilweise schon zu meiner Kindergartenzeit so vorhanden. Ein zentraler Kindergarten ist meiner Meinung nach eine mögliche Variante, letztendlich aber eine Entscheidung des Gemeinderats. Ein notwendiger Standort sollte dann aber in verschiedenen Ortschaften geprüft werden. Die längeren Anfahrtswege müssen bei der Entscheidungsfindung mit einfließen, hier sollte vor allem mit unseren Eltern eine praktische Lösung gesucht werden.

Seit der Gebietsreform gibt es eine gewisse Konkurrenz zwischen den Einwohnern der Gemeinde im Tal und denen oben auf der Höh'. Wie stehen Sie dazu?

Ich glaube, "Konkurrenz" ist hier der falsche Begriff. Die Leute sind halt stolz auf ihren Heimatort, egal ob auf der Höh' oder im Tal. In den letzten Jahren wurde aber vor allem in den Vereinen viel für das Miteinander in der Gemeinde getan. Egal ob beim Fußball, in der Feuerwehr oder dem Musikverein, überall gibt es ortsübergreifende Projekte, bei denen gemeinsam für die Gemeinde gearbeitet wird. Für mich persönlich gibt es kein "oben" oder "unten", wir sind eine Gemeinde.

Zur Person

Vita Matthias Hauke stammt aus einer Zeitlofser Familie. Der 34-Jährige lernte zunächst Informationselektroniker bei der Firma Knüttel in Bad Brückenau. Dort war er insgesamt neun Jahre. Seit dem Jahr 2011 ist er beim Markt Zeitlofs angestellt. Berufsbegleitend machte er die Ausbildung zur Fachkraft für Wasserversorgungstechnik und arbeitet seither als Wasserwart der Gemeinde. Er ist mit Sandra Hauke verheiratet.

Ämter Seit 2008 sitzt Matthias Hauke im Gemeinderat. Er gehört keiner Partei an und ließ sich für die Freie Wählergemeinschaft Einheitsgemeinde Zeitlofs (FWG) aufstellen. Als Bürgermeister kandidiert er für die Liste "Gemeinsam für den Markt Zeitlofs". Hauke ist seit 2010 Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Zeitlofs und Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Zeitlofs Gbr.

Interessen Hauke bringt sich gern bei der Feuerwehr ein. Er spielt Fußball und geht Wandern.