Das Kreuz auf dem Altar ist mit Folie verpackt, bis zur Decke hinauf stehen Gerüste im Innenraum der Zeitlofser Kirche. Markus Schmidgall steht ganz oben. Mit ruhigen Bewegungen trägt er Kalkfarbe auf. Der Restaurator aus Bad Mergentheim verwendet nicht irgendeine Farbe. "Der Kalk wird auf die individuellen Bedürfnisse der Kirche abgestimmt", erklärt Schmidgall. Für die Farbgebung verwendet er Pigmente, in diesem Fall Eisenoxidrot, Eisenoxidocker und Buchenholzkohlenmehl.

Die Zeitlofser Kirche steht unter Denkmalschutz, alles soll so originalgetreu wie möglich erhalten bleiben. Deshalb werden auch die Sandstein-Säulen im Eingangsbereich gestrichen. "Ich freu mich so richtig", sagt Pfarrerin Barbara Weichert ganz bewegt. Es herrscht eine ganz besondere Atmosphäre in der eingerüsteten Kirche. Wenn sie über die ausgetretene Schwelle trete, spüre sie all die Schicksale, Gedanken und Gebete, die die Menschen seit dem Gründungsjahr 1740 in die Kirche getragen hätten. "Ich bin mit der Kirche zusammengewachsen", sagt sie später in ihrem Arbeitszimmer vor der hohen Bücherwand.

Ausstellung zur Geschichte

Joachim Weichert, ihr Mann, kommt aus der Kirche, Farbkleckse auf der Arbeitshose, den Zollstock in der Hand. Seit eineinhalb Jahren durchforstet er zusammen mit Leo Übelacker das Kirchenarchiv. Sogar nach Würzburg ist er gefahren. Zum Jubiläum haben die beiden eine kleine Ausstellung vorbereitet. "Die Orgel kommt aus Würzburg, die Balken aus dem Coburger Land und die Farben haben die Leute damals auf der Messe in Erfurt gekauft", ist Weichert ganz begeistert davon, was sich den alten Kirchenakten alles entlocken lässt.

Pfarrerin Weichert nimmt das Jubiläum übrigens zum Anlass, auf die Gründungslegende der Kirche hinzuweisen. Als die bestehende Kirche in Zeitlofs zu klein wurde, taten sich drei Brüder Thüngen zusammen und stellten fest: Wir sind drei und sind uns einig. Gott sind auch drei und sind sich einig. Also lasst uns eine Dreieinigkeitskirche bauen! In den 1970er Jahren habe sich der Name "Dreifaltigkeitskirche" eingebürgert. Nun bekomme die Kirche ihren richtigen Namen "Dreieinigkeitskirche" zurück.

Bereits am Samstagabend, 20. Juni, spielen die Schlosshofmusikanten auf. Der Festgottesdienst beginnt am Sonntag, 21. Juni, um 10 Uhr. Dekan Michael Wehrwein wird die Predigt halten.