Die finale Berechnung zur Abwasserfrage liegt auf dem Schreibtisch von Gerd Kleinhenz (PWW), Bürgermeister der Marktgemeinde Wildflecken. Die Kläranlage in Wildflecken ist längst in die Jahre gekommen. Der Berechnung zu folge gibt nach wie vor zwei Optionen. Die erste ist der Neubau einer Kläranlage in Oberbach. Dafür wurde bereits ein Kanal zwischen Wildflecken und Oberbach gebaut.

Die zweite Option ist die Einleitung des Abwassers in die Kläranlage in Trübenbrunn. Damit verbunden ist ein Neubau einer Rohrleitung von Wildflecken nach Bad Brückenau. "Aus den Zahlen lässt sich keine klare Präferenz ableiten", sagt Kleinhenz auf Nachfrage der Redaktion. Im Januar soll der Gemeinderat über die beiden Möglichkeiten diskutieren.

"Das sind schwerwiegende Entscheidungen und es gibt keinen Weg zurück", betont Rhönallianzvorsitzender Jochen Vogel (CSU). Der Bad Brückenauer Bürgermeister begrüße es, wenn Wildflecken und Riedenberg ihr Abwasser in die Kläranlage in Trübenbrunn einleiten würden.

Förderung für Baumaßnahmen?

In Riedenberg steht eine ähnliche Entscheidung an. "Im Frühjahr soll sie gefällt werden", sagt Gemeindeoberhaupt Roland Römmelt (CSU). Er wägt ab: "Der Neubau einer eigenen Kläranlage bietet eine bessere Planungssicherheit, der Anschluss nach Bad Brückenau beinhaltet hingegen eine große unbekannte Kostenstelle." Andererseits wäre eine einleitungsfreie Sinn ein Aushängeschild für das Biosphärenreservat.

Allerdings: "Ohne Förderung ist das kaum möglich", macht er deutlich. Wenn Wildflecken das Abwasser nach Bad Brückenau einleitet, "dann wäre es unsinnig, wenn wir es nicht auch machen". Trotzdem betont er die Unabhängigkeit der beiden Gemeinden in ihrer Entscheidung. "Wir brauchen eine bezahlbare Lösung für die Bevölkerung", sagt Römmelt abschließend.

Im Februar Ergebnisse

Die Frage nach einer Lösung für das Obere Sinntal ist drängend, denn davon hängen auch Entscheidungen in anderen Gemeinden ab. In Geroda beispielsweise muss Ende 2021 ein Konzept erstellt werden, wie es mit der Aufbereitung des Abwassers weitergeht. Auch Motten hat ein großes Interesse daran, dass bald Klarheit herrscht. Dort steht im darauf folgenden Jahr eine ähnliche Entscheidung an.

Hier spielt auch die Frage nach der Klärschlamm-Entsorgung, dem Abfallprodukt aus dem Reinigungsprozess, eine große Rolle. Dieses Thema hatte die Rhönallianz in diesem Jahr bereits vorgezogen. Hier soll es Anfang Februar Ergebnisse geben. "Je nachdem wie der Klärschlamm in Trübenbrunn aufbereitet wird, benötigen wir vor Ort die technische Ausstattung der Anlagen", erklärt Mottens Bürgermeisterin Katja Habersack (parteilos) die Zusammenhänge.