Für viele ist der Griff zum Handy alltäglich - egal, was sie wissen möchten, Google kennt die Antwort. "Schwimmbad Bad Brückenau", spricht Steffen Hildenbrand demonstrativ in sein Telefon und prompt findet das Gerät die passende Seite, inklusive Öffnungszeiten und Anfahrt. Der 29-jährige Bad Brückenauer hat die Präsenz der Sinnflut im Internet optimiert.

"Es geht darum, dass Google die Therme höher einstuft, damit wir schneller gefunden werden", erklärt der junge Mann. Also vergibt er Schlagworte, legt Verknüpfungen zu Sozialen Netzwerken wie beispielsweise Facebook, Youtube oder dem Bilderdienst Instagram an und pflegt aktuelle Veranstaltungen ein. Der Effekt ist spürbar. "Es klicken mehr Leute aus der Umgebung die Seiten an", sagt Hildenbrand. Allein der Eintrag bei Google habe monatlich im Durchschnitt etwa 800 Navigationsanfragen über Smartphones gebracht. Vorher sei dieser Dienst nicht angelegt gewesen.

Dieses Beispiel zeigt, wie sich Marketingstrategien verändern. "Es ist aus meiner Sicht viel wichtiger, im Internet präsent zu sein, als auf irgendwelchen Messen", sagt Stadtrat Benjamin Wildenauer (Fraktion SPD), der als Mitglied der Piratenpartei für seine Netzaffinität bekannt ist. Er führt ein weiteres Beispiel an: Über Facebook lasse sich mittlerweile ganz leicht Werbung an eine klar definierte Zielgruppe ausspielen. So ist es möglich, Wohnort, Alter und Geschlecht zu bestimmen oder bestimmte Vorlieben der Facebook-Nutzer einfließen zu lassen. "Es ist schon erstaunlich, was man da mit verhältnismäßig wenig Geld machen kann", sagt Wildenauer.


Online-Werbung ausbaufähig

"Wir sind in unserer Online-Werbung eher konservativ unterwegs", sagt Karin Bauer, Leiterin der Tourist-Info. Auf den Plattformen des Bayerischen Heilbäderverbands, des Tourismusverbands Franken und der Rhön Tourismus GmbH sei die Stadt präsent. Außerdem sorge die Tourist-Info dafür, dass die Stadt in Portalen für Wohnmobil-Stellplätze oder etwa Seiten zur Urlaubsplanung vertreten sei. Die wachsende Bedeutung des Internets ist Bauer aber durchaus bewusst.

In Zukunft möchte die Stadt ihre Online-Werbung verstärken und setzt dabei auf ihre Partner wie beispielsweise das Unternehmen "Webcontact" aus Straubenhardt am Rande des Schwarzwalds. "Da stehen wir sicherlich noch am Anfang", bleibt Bauer realistisch. Des Weiteren schaltet die Tourist-Info Radiospots im Großraum Frankfurt. Ein neues Imagevideo wurde vor zwei Jahren vorgestellt - etwa 1000 Leute haben es auf der Videoplattform Youtube angeschaut - und gemeinsam mit der Malteser Klinik von Weckbecker präsentiert sich die Stadt in diesem Jahr auf der Messe "66" in München.

Und natürlich gibt es noch die eigene Website, wobei Stadt und Staatsbad im Internet getrennt auf sich aufmerksam machen. Dieser Regelung war eine lange Diskussion um die Domain www.badbrueckenau.com vorausgegangen. Die Stadt ist auf www.bad-brueckenau.de vertreten. Auf Facebook können sich Gäste übrigens auch einen Eindruck verschaffen: 1200 Gefällt mir-Angaben hat die Tourist-Info schon gesammelt.


Einen Bericht zum aktuellen Breitband-Ausbauin Bad Brückenau finden Sie hier.