Es war eine interessante Gruppe, die sich da im Februar in der Ludwigstraße versammelte: Bürgermeister Jochen Vogel (CSU), Architekt Stefan Richter, Vertreter des Denkmalschutzes, aber vor allem: Marco Schäfer, Vorstand der Carl-von-Heß-Sozialstiftung mit Sitz in Hammelburg. Offensichtlich besichtigte und beriet man sich zum einstigen "Hotel Post".

Das Interesse der landkreiseigenen Stiftung, die auch das benachbarte Haus Waldenfels betreibt, an der seit Jahrzehnten leerstehenden Immobilie - es ist nicht erloschen. Das bestätigt Stiftungsvorstand Marco Schäfer auf Nachfrage. Weiterhin strebt seine Institution eine Erweiterung des betreuten Wohnens im Waldenfels an, dem dort lediglich Wohnungen zur Verfügung stehen. Der Bedarf wäre aber weit größer.

Im Februar sah sich die erwähnte Gruppe auch im Innern des Gebäudes um. Schäfer hält den Bau an sich für die Zwecke der Stiftung geeignet. Das ehemalige Hotel liege ja auch in Sichtweite des Waldenfels'. "Das könnte etwas Gutes für uns werden, weil wir ja schon vor Ort sind."

Allerdings betrifft seine Aussage nur die historische Hülle. "Aus meiner Sicht muss für unsere Zwecke der Baukörper hinter der Fassade neu entstehen", fügt der Stiftungsvorstand an. Eine Sanierung käme für Schäfer nicht in Frage.

Zum einen sei das Innere so verschlissen, dass es nicht mehr nutzbar sei. Zum anderen würden die Zuschnitte der Räume nicht den Anforderungen eines Betreuten Wohnens genügen, was sich zum Beispiel in fehlender Barrierefreiheit äußere.

Er kann sich einen Erwerb des alten "Hotels Post" nur vorstellen, "wenn von den Voraussetzungen her für uns alles passt". Dazu gehören neben dem Kaufpreis sicher auch die auf dem Gebäude liegenden Denkmalschutz-Auflagen, die es einzuhalten gilt.

Ein Problem, das Projekt zu stemmen, besitzt die Carl-von-Heß-Stiftung laut ihrem Vorstand nicht. Das habe man intern abgestimmt. Und die Stiftung besitze ja "viele Jahre Erfahrung mit betreutem Wohnen". Aber auch hier müssten die Vorzeichen passen.

In der Sache passiert ist seit dem Februar-Termin nichts wesentliches. Es gab kein größeres Treffen mehr. Aber vor zwei Wochen saßen Schäfer und Bürgermeister Jochen Vogel im Bad Brückenauer Rathaus zusammen. Dabei wurde auch über das "Hotel Post" gesprochen.

Vogel hatte am Rande des Stadtfests gegenüber dieser Redaktion, dass es "ein vielversprechendes Projekt" sei. In den vergangenen Wochen sei es - auch wegen seiner langwierigen Long-Covid-Erkrankung etwas eingeschlafen. Doch mit seiner zunehmenden Wiedereingliederung in die Verwaltungsgeschäfte wolle er sich verstärkt darum kümmern. Auch Schäfer besitzt das Gefühl, "dass die Stadt großes Interesse daran hat, dass an dieser Stelle etwas passiert".

Die Stadtverwaltung kann in der Sache allerdings nur eine Vermittlerrolle zwischen Heß-Stiftung und Gebäudebesitzer Manfred Müller einnehmen. Dieser soll dem Vernehmen nach die Immobilien verkaufen wollen. Müller wollte sich gegenüber der Presse nicht zu dem Thema äußern.