"Gleich zu Beginn meiner Amtszeit wollte man eigentlich alle Klassen der Mittelschule nach Bad Brückenau umsiedeln. Dem habe ich massiv widersprochen. Es war ein harter Kampf, die Mittelschule überhaupt noch im Ort zu halten", konstatierte Bürgermeister Gerd Kleinhenz (PWW) bei der Bürgerversammlung in Wildflecken.
Erfolglos blieb allerdings die Ausschreibung des verwaisten Schulleiterpostens für Grund- und Mittelschule. "Wenn sich wirklich keiner für den Posten meldet, würde die Schule möglicherweise fremdverwaltet werden. Das wäre die schlechteste Lösung." Die bisherige stellvertretende Schulleiterin Christiane Helfrich habe zwar ihre grundsätzliche Bereitschaft erklärt, die Schulleitung zu übernehmen, die sie derzeit ohnehin kommissarisch inne hat. Jedoch habe das Schulamt die Stelle nur für einen Grundschullehrer ausgeschrieben, nicht aber für einen Lehrer an der Mittelschule.

"Das macht schon klar, wohin die Reise gehen soll", sagte Kleinhenz. "Ob sich daher überhaupt eine Möglichkeit ergibt, dass Christiane Helfrich dauerhaft die Schulleitung übernehmen kann, stehe noch in den Sternen.
"Es wird wieder eine neue Ausschreibung geben. Mal schauen, ob sich dann jemand bewirbt", sagte Kleinhenz. 121 Schüler gehören Grund- und Mittelschule an. Die 7. Klasse der Wildfleckener Mittelschule ist mittlerweile nach Bad Brückenau umgezogen.

Betreuung 15 Stunden pro Woche

Die Marktgemeinde ist dem Verein "Pro Jugend" aus Bad Kissingen beigetreten, um die professionelle Jugendarbeit (Streetworker und Jugendzen trum) in der Kommune wiederaufzunehmen. 16 000 Euro pro Jahr gibt die Gemeinde künftig dafür aus. Das bedeutet ein wöchentliches Kontingent von zehn Stunden Jugendarbeit durch einen ausgebildeten Streetworker. Vom Landkreis gibt es einen finanziellen Zuschuss, so dass die Betreuung auf 15 Stunden pro Woche ausgedehnt werden kann.

Der Wildfleckener Bürgermeister erläuterte auch die angespannte Haushaltslage der Marktgemeinde. "Ich bin zuversichtlich, dass wir auch wieder in ein besseres Fahrwasser kommen."

Bei der geplanten Sanierung des derzeit leer stehenden Grundschulgebäudes samt Turnhalle und Schwimmbad sind bislang 50 Prozent Förderung zugesagt. Sollte die Gemeinde Stabilisierungshilfe aufgrund der schwierigen Haushaltslage erhalten, könnte die Förderung möglicherweise auf 70 Prozent steigen. "Wenn wir diese deutlich höhere Förderung bekommen, dann gehen wir die Sanierung der Schule natürlich sofort an", betonte Kleinhenz. Rund 120 000 Euro Energiekosten fallen pro Jahr für die ehemalige US-Schule in der Bundeswehrkaserne an, wo die Wildfleckener Grund- und Mittelschüler derzeit untergebracht sind. Der gigantische Schulkomplex ist für die gesunkenen Schülerzahlen viel zu groß geworden.

Attraktiviät aufrecht erhalten

Eine lebhafte Diskussion entwi ckelte sich zu den weiterhin de fi zitären Einrichtungen Schwimmbad und Bibliothek. "Das muss natürlich immer auf den Prüfstand gestellt werden, aber das Angebot wird von den Bürgern sehr gerne angenommen. Man muss sich schon auch überlegen, wie die Attraktivität des Ortes aufrecht erhalten werden kann, damit die Menschen dauerhaft hier wohnen wollen", sagte Kleinhenz.






Wohnungen Die gigantische Wohnsiedlung "Klein-Manhattan" erhält - für viele Einheimische überraschend - einen neuen farbigen Anstrich. Nach dem Verkauf der ehemaligen US-Soldaten-Siedlung von einer Wohnungsgesellschaft an eine neue soll nun doch wieder eine Vollvermietung angestrebt werden, erläuterte Bürgermeister Gerd Kleinhenz (PWW) bei der Bürgerversammlung.

Großbaustelle In Wildflecken ist derzeit Großbaustelle entlang der Hauptstraßen. Wenn die Wasserleitungsarbeiten der Gemeinde abgeschlossen sind, wird das Straßenbauamt die Oberfläche sanieren und die Durchgangsstraße anschließend an die Marktgemeinde übergeben. 2015 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Wasserversorgung Für 1,8 Millionen Euro wird die Wasserversorgung für Oberwildflecken erneuert. Im Zuge dieser Maßnahme wird auch eine Notversorgung für Wildflecken eingerichtet. Noch unklar ist al lerdings, wie die Abwasserfrage in der Marktgemeinde ge löst wird. Ein Neubau der "altersschwachen" Wildfleckener Kläranlage scheint laut Bürgermeister kaum noch finanzierbar zu sein. Immer wieder angedacht wird ein Anschluss an die Kläranlage der Stadt Bad Brückenau in Trübenbrunn.

Bahntrasse Zum Thema ehemalige Bahntrasse sagte Bürgermeister Gerd Kleinhenz, dass die monatelangen Verhandlungen der Reaktivierungsgruppe mit der DB Netz AG über einen Pachtvertrag mittlerweile ergebnislos gescheitert seien. "Hier scheint ein Ende in Sicht zu sein, die Reaktivierung des Bahnverkehrs ist wohl endgültig vom Tisch. Nun kann man schauen, wie es mit einem möglichen Radweg weitergehen kann." Allerdings müsste man sich dann auch um die Ausweitung des gastronomischen Angebots und um Übernachtungsmöglichkeiten bemühen.

Leerstände Bekämpfen will die Gemeinde die Leerstände im Ort. "Es wird aus demografischen Gründen immer mehr zu leers tehenden Gebäuden kommen", sagte der Bürgermeister. In der Kreuzbergallianz bemühen sich die Kommunen daher um eine Lösung.