Oberleichtersbach
Verkehr

Umleitungsstrecken der B 286 bei Römershag: "Mindestens doppelt so viel los"

Durch die Vollsperrung der B 286 bei Römershag haben sich die Verkehrsströme rund um Bad Brückenau verlagert - mit unangenehmen Folgen für die Anwohner der Umleitungen. Da hilft nur Ausharren - oder doch nicht?
An der "Großen Kreuzung" am Hotel Rhönhof in Oberleichtersbach ballt sich der Verkehr mehr, seit die Bundesstraße bei Römershag voll gesperrt ist. Das missfällt einigen Anliegern. Foto: Steffen Standke
An der "Großen Kreuzung" am Hotel Rhönhof in Oberleichtersbach ballt sich der Verkehr mehr, seit die Bundesstraße bei Römershag voll gesperrt ist. Das missfällt einigen Anliegern. Foto: Steffen Standke
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Das Leben an der "Großen Kreuzung" in Oberleichtersbach - Fabian Eckstein empfindet es derzeit als als kaum vergnüglich. Er wohnt schräg gegenüber dem Hotel "Rhönhof", direkt an der Strecke, die die meisten Autofahrer seit der baubedingten Sperrung der B 286 bei Römershag als Umleitung nutzen.

Die führt - auf der St 2790 (früher B27) von Bad Brückenau kommend - den Hammelburger Berg hinauf, am Industriegebiet Buchrasen vorbei und die sogenannter "Bürgermeister-Kurve" runter nach Oberleichtersbach.

Dort ist die Umleitungsstrecke geradeaus ausgeschildert Richtung Unterleichtersbach. Auotfahrer sollen links nach Einraffshof und Schondra abbiegen, um bei Schildeck wieder auf die B 286 zu stoßen. Von dort geht es zur Autobahn-Anschlussstelle Bad Brückenau-Wildflecken oder weiter Richtung Riedenberg und Wildflecken/Bischofsheim.

Ein Umweg, weswegen Ortskundige lieber schon an der "Großen Kreuzung" in Oberleichtersbach Richtung Breitenbach und Mitgenfeld abbiegen, um dann auf Bundesstraße beziehungsweise A7-Anschlussstelle zu stoßen. Natürlich wird dieser Weg auch umgekehrt gern genutzt.

Mit entsprechenden Folgen für Anwohner wie Fabian Eckstein. "Es ist mindestens doppelt so viel los wie sonst." Und das schon seit Anfang August, als die Vollsperrung bei Römershag in Kraft trat.

Besonders die LKW stören

Wobei Eckstein eine Zunahme aller Arten motorisierter Fahrzeugen wahrgenommen hat: Pkw, Motorräder, aber besonders LKW. Der Anwohner schätzt, dass es gerade 300 pro Tag sind, die sich an seinem Haus vorbei oder um die enge Kurve Richtung Breitenbach/Mitgenfeld quälen. Schon morgens zwischen 4 und 5.30 Uhr gehe der Krach los; tagsüber komme man oft länger nicht über die Straße.

"Man kann nur hoffen, dass sie in Römershag rechtzeitig fertig werden", sagt Eckstein. Wobei der Oberleichtersbacher nicht nur den Umleitungsverkehr, sondern auch das Gewerbe am Buchrasen, vor allem den expandierenden Fertighaus-Bauer Hanse-Haus und die Staatlichen Mineralbrunnen als Quelle zunehmender Belastung sieht.

Ähnlich denkt Christian Fischer. Der Breitenbacher bestätigt mehr Durchfahrten durch seinen Ort und durch Mitgenfeld im August.Und wenn die A7 dicht ist, verstärkt sich der Effekt noch.

"Es kommt mir vor wie eine riesige Verschwörung", sagt Fischer auch mit Blick auf ein Erlebnis aus den ersten Augusttagen. Da versuchten er und drei weitere Betroffene, ihre Sorgen und Nöte in Sachen Verkehr noch einmal in den Oberleichtersbacher Gemeinderat zu tragen. Doch der versagte, anders als früher, den Gästen die Rede-Genehmigung.

Bürgermeister Dieter Muth (Aktive Wählergemeinschaft) versteht nach eigenen Worten die Leute, sieht sich aber machtlos. "Ich weiß auch nicht, wie wir es anders lösen sollen." Irgendwo müssten die Menschen ja fahren. Wenn in Zukunft der Hammelburger Berg saniert werde und gesperrt sei, würde die Umleitung wohl über Römershag laufen.

Über das Thema Verkehr sei in Oberleichtersbach zuvor oft diskutiert worden und eine Gemeinderatssitzung dürfe nicht zur Bürgerversammlung mit vielen Redebeträgen von Gästen ausarten. Das Thema Verkehr habe nicht auf der Tagesordnung gestanden.

Baustelle an Bundesstraße im Plan

Eine ungewohnte Ruhe hat sich indes über die sonst vielbefahrene Kissinger Straße (B 286) im Bad Brückenauer Stadtgebiet gelegt. Ab der Einfahrt zum Gewerbegebiet und dem Ortsausgang Richtung Römershag lässt der Verkehr merklich nach. Kein Wunder, ist doch spätestens vor der Brücke am Pflegeheim Schloss Römershag Schluss.

Eine Sperrung, die die Verkehrsteilnehmer laut Polizei-Inspektionsleiter Thomas Vöth "zu 99 Prozent" einhalten. Ihm sei aber zweimal berichtet worden, dass an der Schranke an der Umleitung für Busse in Römershag manipuliert wurde - offensichtlich, um dort durchzukommen.

Hinter der Absperrung auf der B 286 erneuern Bauarbeiter gerade das Abflusssystem der Sinnrücke, dichten sie ansonsten gut ab, ehe dort unter anderem eine neue Fahrbahn aufgetragen wird.

Dahinter ist die Rampe, über die einst die Sinntalbahn die Bundesstraße kreuzte, gänzlich verschwunden. Ansonsten führt eine glattgewalzte Schotterpiste zum ehemaligen Bahnübergang hinauf und darüber hinweg. Jetzt schon zu erkennen: Die Kurven werden ausladender als früher; ihre Radien wirken nicht mehr so eng.

Weiter die Straße hinauf, Richtung Autobahn, haben die Straßenbauer nur die obere Fahrbahnschicht abgefräst und die Seitenbegrenzung erneuert. Hier wie auf den gesamten 1,3 Kilometern Baulänge soll bis Mitte September eine neue Decke aufgetragen sein.

Dieser Zeitplan kann wohl gehalten werden. Das bestätigt auf Nachfrage Pressesprecherin Nina Marder vom Staatlichen Bauamt in Schweinfurt. "Die Arbeiten an der B 286 bei Römershag gehen weiter voran. Dementsprechend spricht zum jetzigen Zeitpunkt nichts dagegen, die Baumaßnahme zum Ende der Sommerferien im Wesentlichen abschließen zu können."

Dass es so kommt, hoffen an den Umleitungsstrecken nicht nur Fabian Eckstein und Christian Fischer. Dann würde es dort hoffentlich wieder etwas ruhiger.