Die Fernsicht von hier oben ist - trotz des Novemberwetters - landschaftlich besonders schön: Die Arbeiten für das Neubaugebiet am Heppengraben sind bald fertig. Den Kressberg im Rücken schweift der Blick über die 15 neuen Bauplätze. Dahinter schmiegt sich der Gemeindeteil Schondra ins Tal. Dort unten, im Ortskern, wird hingegen wenig gebaut.

"Die Grundsubstanz im Ortskern ist noch gut, so dass es kaum Leerstände und wenig Sanierungen gibt", sagt Bürgermeister Bernold Martin (CSU). Fast klingt es wie eine Verteidigung, dass der Markt neues Bauland ausgewiesen hat. Die Regierung von Unterfranken hat in Schondra - ebenso wie in anderen Gemeinden - davon abgeraten, um Leerstand im Ortskern vorzubeugen.

"Wir müssen Bauland anbieten, die privaten Bauplätze sind derzeit nicht zu verkaufen", betont Martin die Dringlichkeit. Anfragen gebe es genug. "Im Sommer 2021 können wir mit dem Verkauf der Bauplätze beginnen", sagt der Bürgermeister.

ILEK wird erneuert

Auch in Schönderling entsteht ein neues Baugebiet. Am Heiligenhäuschen soll es in drei Jahren 14 Bauplätze geben. "Schönderling und Schondra sind aktuell die einzigen Gemeindeteile, in denen wir bisher keine Bauplätze anbieten können", erklärt Martin. Für ihn ist das ohne Frage ein Auftrag, dort Neubaugebiete anzusiedeln. In Schönderling werde so verträglich und so nah am Ort wie möglich die Planung vorangetrieben, betont er, "genau wie in Schondra".

Während in anderen Gemeinden Förderprogramme umgesetzt werden mit dem Ziel, strukturschwache Regionen zu stärken, steht das für die Marktgemeinde Schondra nicht auf dem Plan. Geroda beispielsweise führt mit dem Programm Dorferneuerung, das vom Amt für ländliche Entwicklung begleitet wird, neue Fördermöglichkeiten der Innenentwicklung ein. Zeitlofs hat sich sogar auf ein städtebauliches Entwicklungskonzept, das mit großen bürokratischen Hürden verbunden war, eingelassen.

Ansiedlung neuer Betriebe

Stattdessen verweist der Bürgermeister auf das bestehende Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept, kurz ILEK genannt, das die Rhönallianz im Jahr 2014 auf den Weg gebracht hat. Dort geht es um die interkommunale Zusammenarbeit und Entwicklungspotenziale der einzelnen Kommunen. "Das müssen wir im kommenden Jahr fortschreiben", sagt Martin. Weiteres sei in dieser Richtung nicht geplant.

Neben dem Ausbau der Neubaugebiete wird auch im Ortsteil Schildeck, genauer gesagt im Gewerbegebiet Schildeck II, gearbeitet. Dort siedeln sich aktuell Betriebe an, darunter eine Produktionshalle für Campervans. Ein Metallbaubetrieb ist in Planung. "Außerdem entsteht dort eine freie Tankstelle", ergänzt Martin. Diese wird in unmittelbarer Nähe der Autobahn liegen.

Wasserversorgung an erster Stelle

Im Märzgrund, dem Gewerbegebiet in Schondra, seien hingegen schon alle Plätze bebaut. Dort hat die Gemeinde bereits eine weitere Fläche als Gewerbegebiet ausgewiesen. Allerdings ist das Land noch in Privatbesitz. "Wir sind am Ball", kommentiert der Bürgermeister kurz die Frage nach dem Stand des Landerwerbes.

Der große Brocken, vor allem finanzieller Art, steht auf einem anderen Blatt: Die Wasserversorgung. Wegen des zukünftigen Wassermangels müsse hier eine neue Lösung gefunden werden. Dabei geht es um die Anbindung des dritten Brunnens an die Wasseraufbereitungsanlage, die noch gebaut werden muss. In der vergangenen Sitzung des Gemeinderats hieß es, dass sich die Kosten auf 3,4 Millionen Euro summieren würden. "Das Ingenieurbüro ist aktuell dabei, Einsparpotenziale zu erörtern und demnächst im Gemeinderat vorzustellen", erklärt der Bürgermeister.

Wo steht die Marktgemeinde Schondra

Projekte: Insgesamt 29 neue Bauplätze entstehen in den nächsten Jahren in zwei neuen Baugebieten. Der Bau des Kindergartens ist abgeschlossen, lediglich die Spielgeräte werden im Frühjahr im Außenbereich noch aufgebaut. Zeitnah will der Gemeinderat die Wasserversorgung angehen. Das Gewerbegebiet Schildeck II wird aktuell erweitert.

Ortsdurchfahrt Schönderling: Aktuell ist die Zufahrt von Schondra nach Schönderling wegen der Erneuerung der Ortsdurchfahrt Schönderling gesperrt. Die Bauarbeiten dauern bis voraussichtlich Mitte 2021 an. Die Zufahrt soll bis zum Winter allerdings soweit fertiggestellt werden, dass die Fahrbahn befahrbar ist.