2018 ins Leben gerufen, haben sie sich als im Veranstaltungsprogramm des Unesco-Biosphärenreservats Rhön etabliert: die Rhönschaf-Genießerwochen. Im Herbst 2021 sollen die länderübergreifenden Aktionswochen rund um das Rhöner Maskottchen wieder stattfinden, heißt es in einer Mitteilung der Biosphärenverwaltung. Wie das Format künftig weiter aufgewertet werden kann, darüber haben sich außerdem Hotelfach-Schülerinnen und -Schüler der Eduard-Stieler-Schule in Fulda ausführlich Gedanken gemacht.

Die jungen Erwachsenen hatten sich vergangenen Herbst bei Janet Emig (Verein Natur- und Lebensraum Rhön e. V.), bei dem Leiter der Hessischen Biosphärenverwaltung Torsten Raab und bei Martina Klüber-Wibelitz (Dachmarke Rhön) über die Rhön, ihr Schaf und die Dachmarke informiert.

Neben zum Beispiel der Schäferei von Dietmar Weckbach (Wüstensachsen) werden laut Mitteilung dieses Jahr wieder zahlreiche Partnerbetriebe aus dem Netzwerk der Dachmarke Rhön das Programm gestalten - ob mit Hoffesten, Führungen zur Schafherde oder speziellen Gastronomie- und Übernachtungsangeboten.

Mögliche ergänzende Formate und Chancen zur besseren Kommunikation und Vermarktung der Rhönschaf-Genießerwochen haben die Hotelfachschülerinnen und -schüler im Rahmen von Projektarbeiten analysiert. Das Ziel: Genießerwochen bekannter mache. Die Ergebnisse haben sie nun ihren Dozentinnen Anja Winges und Kristin Huke, Janet Emig, Torsten Raab, Studiendirektorin Margit Goldstein sowie drei Gästen aus dem Biosphärenreservat Rhön vorgestellt.

Die Biosphärenverwaltung hebt in eine Präsentation besonders hervor: "Nadja Hartmann und Karl Küstner hatten ihre Idee so detailliert ausgearbeitet, dass diese direkt in diesem Jahr umgesetzt werden kann" heißt es. Dabei geht es um eine E-Bike-Tour mit Stationen bei Schäferei-Betrieben und beliebten Ausflugszielen. Hartmann und Küstner hatten die Aspekte sanfter Tourismus, Stärkung der Region und Nachhaltigkeit im Blick - und griffen einen Trend auf: "E-Bike-Touren durch die Rhön werden immer beliebter, die Nachfrage nach entsprechenden Angeboten steigt", sagt Torsten Raab. "Wir können uns sehr gut vorstellen, eine solche Tour auch langfristig für Individualausflüge zu konzipieren. So können E-Bike-Fans alles rund um das Thema Rhönschaf auf eigene Faust erkunden."

Es gab noch weitere ansprechende Ideen: Kevin Köhler regte an, eine zentrale Veranstaltung inklusive Regionalmarkt zu schaffen als Austauschsplattform zu Themen wie Regionalität, Nachhaltigkeit, Schäferei, Heimat und Dachmarke Rhön - diese Veranstaltung könnte ein Aktionstag mit Regionalmarkt sein. Ein passendes digitales Marketingkonzept, das alle Partnerbetriebe auf einer Webseite bundelt, hatten Sebastian Stein und Alexander Krenzer ausgearbeitet. Alle Projektgruppen hatten ihren Präsentationen Ergebnisse aus Umfragen und Zielgruppenanalysen zugrunde gelegt. Ein Ergebnis: Außerhalb der Biosphärenreservat-Grenze - als repräsentatives Beispiel wurde die Stadt Fulda gewählt - ist zwar das Rhönschaf gut bekannt, die Genießerwochen allerdings weniger. "Das wollen wir in den nächsten Jahren ändern. Die vorgestellten Konzepte können dabei helfen", sagt Torsten Raab.

"Wir sind begeistert von den tiefgreifenden Gedanken, die sich die jungen Menschen gemacht haben - und das mit großer Professionalität und analytischer Herangehensweise", bilanzieren auch Janet Emig und Martina Klüber-Wibelitz, die für die Genießerwochen als Kooperationsprojekt von Biosphärenreservat und Rhön GmbH verantwortlich sind. "Auch wenn vieles sogar noch einen Schritt über unsere aktuellen Möglichkeiten hinausgeht, konnten wir viel wertvollen Input für die künftige Weiterentwicklung mitnehmen."

Die vierte Auflage der Rhönschaf-Genießerwochen findet vom 25. September bis zum 17. Oktober 2021 statt. Das Programm befindet sich derzeit in Planung.