Der Oberleichtersbacher Gemeindewald wird von der Forstverwaltung Rupboden betreut. Försterin Birgit Badde stellte den Gemeinderäten die wichtigsten Entwicklungen und Eckdaten vor. Bürgermeister Dieter Muth versicherte dem Gremium, dass er alles versuchen werde, um in diesem Jahr wieder einen Waldbegang anzubieten, der 2020 aufgrund der Pandemie habe ausfallen müssen.

Auf Holzeinschlag nicht verzichten

260 Hektar Gemeindewald gehören zu Oberleichtersbach. Auf dieser Fläche werde nicht nur eine naturnahe und nachhaltige Forstwirtschaft betrieben , sondern auch Naturschutz werde groß geschrieben, betonte der Bürgermeister. Muth sieht die Gemeinde Oberleichtersbach gar als Vorreiter in Sachen Biotopbäume. "Hutbuchen abzuholzen und als Brennholz zu verwenden, wäre viel zu schade. Sie sind Lebensraum. Mit ihrem Erhalt und Schutz setzt die Gemeinde ein Zeichen in Sachen Naturschutz." 1000 Festmeter seien im vergangenen Jahr aufgrund von Trockenheit und Käferbefall angefallen. "Der Jahresbetriebsplan für 2020 konnte so gut wir gar nicht umgesetzt werden", sagte Badde. Die geplante Durchforstung von Beständen habe nicht stattfinden könne.  "Es ist eine Situation eingetreten, die nicht absehbar war", erklärte Muth und fuhr fort: Auch wenn die Holzpreise gesunken seien, könne auf den Holzeinschlag nicht verzichtet werden.

53 000 Euro erwirtschaftet

Einerseits müsse befallenes Käferholz aus dem Wald gebracht werden, andererseits benötige der Wald Pflege und Gestaltung, damit der Zuwachs gesichert werden könne. An Einnahmen wurden 90.000 Euro verbucht, dem gegenüber stehen Ausgaben von 37.000 Euro, so dass mit dem Forst 2020 53.000 Euro erwirtschaftet wurden. Gute Nachrichten hatten Muth und Badde für die Gemeinderäte: "Die Holzpreise für Frischholz ziehen wieder an." Bislang sei die Gemeinde froh gewesen, wenn die Kosten der Aufarbeitung erzielt werden konnte,  nun sei der Preisverfall wohl überwunden.

Für dieses Jahr soll das in 2020 Geplante angepackt und umgesetzt werden. "Es ist notwendig, junge Bestände zu durchforsten, damit sie sich stabilisieren", so Badde. Auch sei es wichtig, den Waldumbau hin zum Mischwald voranzubringen, da sich die Fichte auf den meisten Flächen verabschiede. Ein gesunder Mischwald sei die Grundlage für die Betriebssicherheit der Zukunft. In diesem Jahr seien schon zwei Durchforstungen im Laubholz vorgenommen worden.

30 Festmeter Eichenstammholz wurden geschlagen. Oberleichtersbach verfüge über Eichen in guter Qualität. Die aufkommende Naturverjüngung gelte es zu fördern, Fichten und Buchen in den Bereichen zurück zunehmen und die jungen Eichen zugleich vor Verbiss zu schützen. Die Eiche sei ein Baum, der sehr gut mit Trockenheit zurechtkomme und im Vergleich zur Fichte tief wurzele. Badde informierte über Fördermittel für Wiederaufforstungen, Naturverjüngungen und Biotopbäume.

Keine Prognose für 2021

Bewusst wurden für 2021 keine Zahlen prognostiziert, das nicht abzusehen sei, wie das Jahr in Bezug auf Schadholzanfall, Trockenheit und Holzpreisentwicklung verlaufen werde.

Zugestimmt wurde den vorliegenden Bauanträgen: Dem  Vorbescheid über den Neubau eines Jungviehstalls und einer Hofbiogasanlage in der Gemarkung Breitenbach, Nähe Grundhof. Dem Antrag auf Abbruch einer bestehenden Lagerhalle und Neubau einer landwirtschaftlichen Lagerhalle auf dem Anwesen Langer Weg 2 ebenfalls in Breitenbach sowie dem Bauantrag zum Anbau einer Garage an ein bestehendes Einfamilienwohnhaus auf dem Anwesen Leo-Müller-Str. 12 in  Modlos. Aufgrund rechtlicher Änderungen mussten die "Satzung für die Erhebung einer Kommunalabgabe zur Abwälzung der Abwasserabgabe für Kleineinleiter" neu erlassen werden. Gleiches betrifft die "Verordnung über die Reinhaltung und Reinigung der öffentlichen Straßen und die Sicherung der Gehbahnen im Winter (Reinigungs- und Sicherungsverordnung)". Es wurden jeweils redaktionelle Änderungen vorgenommen.

Was die Reinigung der Straßen betrifft stellte Bürgermeister Dieter Muth klar, dass Anlieger der Ortsdurchfahrten nur die Gehwege und Randbereiche zu reinigen haben. In den anderen Straßen müsse jeweils bis zur Straßenmitte gereinigt werden. Die Reinigung habe nicht mehr am ersten Samstag im Monat sondern nach Bedarf zu erfolgen.