Anke und Stefan Schroth von Tagungsstätte Hohe Rhön versuchen, sich von der aktuellen Situation nicht unterkriegen zu lassen. Immer wieder sind sie bereit, sich neue Ideen einfallen zu lassen, um mit den Menschen in der Region und ihren Stammgästen in Kontakt zu bleiben. Ob mit dem Adventskalenderbuch in der Advents- und Weihnachtszeit oder der aktuellen Paar- und Freundschaftstüte. Ihr Auftrag, Menschen zu ermutigen, zu unterstützen, Raum zu geben, zu stärken und Gastfreundschaft zu üben und letztlich die Frohe Botschaft weiterzutragen, ende nicht mit dem so-und-so-vielten Lockdown.

Natürlich ist die Tagungsstätte Hohe Rhön, wie alle Beherbergungsbetriebe, vom Lockdown mit all den Einschränkungen betroffen. Doch immer wieder fanden die Schroths kreative Möglichkeiten, zumindest einen Teil ihres Programms umzusetzen.

Haus aufgerüstet

Den ersten Lockdown von März bis Mai 2020 haben sie genutzt, um ihr Haus den Anforderungen entsprechend aufzurüsten. Es wurden umfassende Investitionen getätigt, damit die Abstands- und Hygenieregeln eingehalten werden konnten. "Es war eine große Herausforderung für uns. Kaum stand ein Konzept, wurde es schon wieder umgeworfen", erinnert sich Stefan Schroth. "Viel Kraft und Zeit haben wir investiert, um die amtlichen Verfügungen zu verfolgen. Das war oft schwierig und kräftezehrend", berichtet Anke Schroth von den nahezu täglichen Veränderungen in den ersten Wochen.

Gleichzeitig wurde im Haus gearbeitet. Trennwände angeschafft und installiert. Ein weiteres Buffet wurde benötigt, eine Zelterweiterung angebaut, die den Speisesaal vergrößert. Hinter dem Gebäude wurde ein neuer Außenbereich geschaffen, für den Sitzgarnituren und Heizstrahler angeschafft wurden. Hinzu kamen Desinfektionsspender an allen Eingängen und Gruppenräumen und ein neues Reinigungskonzept, das größeren Personaleinsatz erfordere.

Soforthilfe, die nicht sofort kam

Die Tagungsstätte konnte ab Mitte Juni wieder Gäste aufnehmen. "Wir benötigten volles Personal bei nur halb soviel Gästen", zeigt Stefan Schroth die Problematik auf. Große Gruppen konnten gar nicht beherbergt werden. Erstaunlicherweise sei das Haus aber gerade immer so voll gewesen, wie es möglich und erlaubt war. Als Geschenk sehen Anke und Stefan Schroth diese Phase. So kamen sie durch die Zeit, denn die versprochene Soforthilfe bezeichnet Stefan Schroth als "eine Hilfe, die nicht sofort kam". Auch bei weiteren staatlichen Geldern gab es keine zufriedenstellende zeitnahe Abwicklung und Unterstützung. Hinzu kam, dass die Tagungsstätte an zwei Monaten mit zwei Prozent über der zulässigen Belegung lag und damit überhaupt keine staatlichen Hilfen bekommen konnte.

Doch die Alternative, nicht zu belegen, und stattdessen komplett auf den Staat zu bauen, kam für sie nicht in Frage. Für die geschlossenen Monate ab November warteten sie lange auf Nachricht, ob sie mit finanzieller Hilfe rechnen können.

Finanzielle Hilfe von Gönnern

Für Anke und Stefan Schroth ist klar, dass die Tagungsstätte nicht aufgrund staatlicher Hilfe weiter bestehen kann, sondern weil sie von vielen, ihnen wohlgesonnenen Menschen finanzielle Hilfe bekamen. "Dafür sind wir sehr dankbar und sehen darin auch ein Wirken Gottes und ein großes Ja für unsere Arbeit. Trotz großer Ausfälle, trotz dieser wirtschaftlichen Katastrophe, haben wir keinen Tag gezweifelt, dass es nicht weiter gehen wird."

Die Schroths haben Verständnis dafür, dass die staatlichen Unterstützungsgelder korrekt und über eine Steuerberater - der ebenfalls bezahlt werden möchte - abgerechnet und beantragt werden müssen. Doch sie kritisieren die Dauer. "Es ist belastend, wie lange sich das zieht. Wir fühlen uns nicht ernstgenommen mit unseren Sorgen." Auch bedauern sie, dass Einrichtungen wie ihrer Tagungsstätte die Verantwortung genommen wird. "Wir haben viel investiert und uns viele Gedanken gemacht, wie wir unsere Mitarbeiter und Gäste schützen können."

Ein Segen ist für sie, dass sie mit ihrem Jahresteam als Hausgemeinschaft gelten und die Möglichkeit haben, Tageszeitengebete und tägliche Andachten miteinander zu feiern. Dieses Miteinander lenke den Blick auf das Wesentliche.

Planungen für 2020 laufen

Nun geht ihr Blick nach vorne in die neue Saison. Die Planungen für das Missio-Camp sind angelaufen. "Wir tun so, als ob es stattfindet", lacht Anke Schroth. "Wir vertrauen, dass auch in diesem Jahr wieder Missio-Camp möglich sein wird, und wenn es wieder wie in 2020 als Open-Air-Gottesdienst beziehungsweise Autogottesdienst sein wird." Einen Osterweg planen sie derzeit auf dem Gelände, und auf der Internetseite werden regelmäßig geistliche Impulse eingestellt.

Außerdem wurde tüchtig gearbeitet. Fenster im Haupthaus, die noch aus den 1950er Jahren stammten, konnten endlich ausgetauscht werden. Die Flure im Freizeitheim wurden neu verputzt und gestrichen. Der kleine Speisesaal wurde komplett erneuert und bietet künftig weitere Ausweichmöglichkeiten. "Wir haben Sehnsucht, dass unser Haus wieder voll Leben ist."