Gleich doppelten Grund zum Feiern gab es im Kothener Kindergarten. Vor fast genau zwanzig Jahren wurde der Katholische Kindergarten in Kothen eingeweiht. Als "Frau der ersten Stunde" feierte Erzieherin Monika Solleder jetzt zeitgleich ihr zwanzigjähriges Dienstjubiläum.
Am 8. Januar 1995 wurde die Eröffnung des Kothener Kindergartens mit einem Festakt im ehemaligen Schulgebäude gefeiert. Vorausgegangen waren fünf Monate Umbauzeit. Der ehemalige Kindergarten in Speicherz war aus allen Nähten geplatzt - die 46 Kinder aus Kothen und Speicherz hatten sich bis dahin einen Betreuungsplatz teilen müssen. Die neuen Räume und das schöne Spielgelände in der Ortsmitte von Kothen ermöglichten von da an jedem Kind, die Einrichtung ganztägig zu besuchen und boten reichlich Platz zum Spielen und Toben.

Geburtenzahl ging zurück

Aufgrund sinkender Geburtenzahlen wird der Kindergarten seit dem Jahr 2000 eingruppig geführt. Fünf Erzieherinnen in Teilzeit kümmern sich um die 25 Kinder und die drei Grundschüler in der Schulkindbetreuung. Kinder bis drei Jahre finden Aufnahme im "Kükennest" im Mottener Kindergarten.
Die Einweihung des Kindergartens im Jahre 1995 war zugleich der erste Arbeitstag für Monika Solleder gewesen. Erst ein Jahr zuvor war sie von Thüringen nach Unterfranken gezogen. Acht Jahre lang, von 1996 bis 2004, hatte sie die Leitung der Einrichtung inne.
Die 61-jährige liebt ihren Beruf. Besonders genießt sie es, mit den Kindern zu singen und ihnen in den Pausen vorzulesen. Die zwanzig Jahre seien wie im Flug vergangen, erzählt Solleder, viele schöne Momente habe sie in dieser Zeit erlebt.

Verheerender Schaden

Aber als schwarzer Tag hat sich ihr der 12. November 2012 ins Gedächtnis eingebrannt. "Ich muss weiß wie eine Wand gewesen sein", berichtet sie. So sehr war sie geschockt, als sie an diesem Montagmorgen als erste die Eingangstür aufschloss und die Räume total demoliert vorfand. Eine defekte Waschmaschine im darüber gelegen Stockwerk hatte über das Wochenende einen solchen verheerenden Wasserschaden im Kindergarten verursacht, dass er komplett renoviert werden musste. Für drei Monate zogen die Kinder und ihre Erzieherinnen in das benachbarte Gemeindehaus.
Als Träger der Einrichtung erinnerte auch Pfarrer Michael Krammer an die Höhen und die "Täler mit Tränen" der vergangenen zwanzig Jahre. "Jetzt haben wir einen rundum sanierten Kindergarten", und so habe doch letztendlich alles etwas Gutes, so sein Fazit.

Generation geprägt

"Du hast eine ganze Generation geprägt", sagte Kindergartenleiterin Sandra Reith und bedanke sich bei der Jubilarin für deren hervorragende Teamarbeit. "Für Dich hat sich jetzt ein Kreis geschlossen". Vor kurzem habe man den ersten Nachwuchs eines von Solleders ersten Schützlingen aufgenommen.
Ein nachträgliches Geschenk machten die einheimischen Vereine dem "Geburtstagskind": Sie spendeten in diesem Jahr den Erlös des Silvesterfeuerwerks an den Kothener Kindergarten. Seit der Jahrtausendwende brennen die Kothener alle fünf Jahre an Silvester ein gemeinsames Feuerwerk in der Ortsmitte ab. Berthold Bug zeichnete für die Organisation des Spektakels verantwortlich, die Vereine und die Firma Fußboden Bauer sponserten die Getränke. Aus den Spenden aller Gäste ergab sich so eine stolze Summe in Höhe von siebenhundert Euro.
"Es zeigt uns, dass die Vereine und das Dorf mit unserer Arbeit zufrieden sind", bedankte sich Sandra Reith bei Irmgard Prucha, die stellvertretend für alle Vereine den Scheck überreichte.