Vom 30. August bis 7. September fand der "Caravan Salon" in Düsseldorf statt. Auf der weltgrößten Messe für Reisemobile und Caravans präsentierte sich auch der Wohnwagen-Hersteller "Knaus Tabbert". In dessen Werk im hessischen Mottgers sind auch einige Arbeiter aus dem Landkreis Bad Kissingen beschäftigt.

Gerd Adamietzki (46), Mitglied der Knaus-Tabbert-Geschäftsführung, zog noch vor dem Wochenende eine Bilanz. Im Interview weist er aber auch darauf hin, dass die stärksten Tage erfahrungsgemäß die beiden letzten Messetage sind - also der vergangene Samstag und Sonntag.

Herr Adamietzki, Sie waren schon zu Beginn des Jahres mit der Tourismusmesse CMT in Stuttgart sehr zufrieden, wie läuft der Caravan Salon für Knaus Tabbert bislang?
Gerd Adamietzki: Der Caravan Salon ist für uns die wichtigste Messe. Hier dürfen wir dem Endpublikum zeigen, worauf wir hin gearbeitet haben. Es ist ein wichtiges Barometer für das kommende Modelljahr. Für Knaus Tabbert war der Start hervorragend. Wir liegen mit den Verkäufen heuer über den Vorjahreszahlen, und das obwohl wir Wilk als Marke ja eingestellt haben. Allein mit Tabbert liegen wir um 28 Prozent über den Verkäufen von 2013, und das war ja schon der beste Caravan Salon bis dato. In Düsseldorf haben wir jetzt mit Tabbert die Basis gelegt für Erfolge wie wir Sie in der Vergangenheit - sogar in der lang zurückliegenden Vergangenheit hatten.

Es geht ja nicht nur um Zahlen. Ein anderer wichtiger Aspekt ist das Image der Marke...
Das haben Sie recht... Zahlen sind nur das eine, die Wahrnehmung unserer Produkte das andere. Und wenn wir von Kunden hören, dass wir im Gesamteindruck die Konkurrenz überholt haben oder dass sie sich beim Anblick der Produkte ärgern, weil sie sich gerade erst ein neues Fahrzeug gekauft haben, dann freut uns das.

Und was bedeuten die positiven Messeergebnisse für das Werk in Mottgers?
Zunächst einmal viel Arbeit, das war der Plan. Wir liegen derzeit bei einer Produktion von circa 3000 Einheiten. Das mittelfristige Ziel ist aber die Auslastung mit bis zu 5000 Caravans. Das ist das, was Tabbert auf dem Markt vertreten kann, und dafür haben wir das Werk und die Produkte erneuert.

Ist also die Strategie, die Marke "Wilk" vom Markt zu nehmen, aufgegangen?
Ja, es war der richtige Schritt. Was wir mit Tabbert erreichen wollen, wäre beim Fortbestand von "Wilk" nicht möglich gewesen. Wir hätten nicht die Kraft gehabt, die Ziele umzusetzen. So können wir die Arbeitskraft jetzt auf Tabbert fokussieren. Und mit "Weinsberg", einer Marke, die zwar 45 Jahre wird, aber erst seit vier Jahren Caravans produziert, sind wir im Einsteigersegment gut vertreten. Seit ebenfalls vier Jahren ist Knaus bei den Reisemobilen Marktführer in Deutschland, das spüren wir auf der Messe. Wir sind eine gesetzte Marke. Kunden, die sich für ein Wohnmobil interessieren, schauen bei Knaus vorbei.

Das Gespräch führte Andreas Ungermann