Das Konzept des "DenkOrt Deportationen" zur Erinnerung an die zwischen 1941 und 1944 vom Würzburger Hauptbahnhof und vom Ladehof Aumühle in Vernichtungslager verschleppten unterfränkischen Juden funktioniert zweigliedrig. Ein "Gepäckstück" steht an der zentralen Gedenkstätte in Würzburg; das andere wird in dem jeweiligen Ort aufgestellt, aus dem die deportierten jüdischen Mitbürger stammten. 1939 lebten nachweislich noch 35 von ihnen in Bad Brückenau.

Der Mottener Dirk Jäckel hat nun im Auftrag der Stadt zwei identische graue Koffer-Exemplare geschaffen. Das erste wurde Ende September zusammen mit 31 weiteren Gepäckstücken aus Holz, Metall und Stein am DenkOrt Deportationen aufgestellt. Am Freitag, 24. September, wurde das Mahnmal vor rund 200 Gästen quasi zum zweiten Mal eröffnet. Denn vor diesem Tag waren bereits 47 Erinnerungsstücke installiert worden.

Zeremoniell am Mittwoch, 27. Oktober

Wann das Gegenstück am Bad Brückenauer Alten Rathausplatz eingeweiht wird, steht ebenfalls fest. Termin ist Mittwoch, 27. Oktober, um 16 Uhr. Die Stadt hat sich entschieden, das Zeremoniell nach der vierten Verlegung der sogenannten "Stolpersteine" mit dem Künstler Gunther Demnig stattfinden zu lassen. Diese startet um 14.30 Uhr am Alten- und Pflegeheim Schloss Römershag. Zweiter Ort der Verlegung wird die Wernarzer Straße 8, gegenüber dem Hotel Jägerhof, sein.

Ein Pendelbus wird die Teilnehmer kostenfrei ab 14 Uhr ab dem alten Bahnhofsgelände zuerst nach Römershag, dann ins Staatsbad und abschließend in die Kernstadt bringen.