Seit zwei Wochen erfolgen in Jossa im Kreuzungsbereich Frankfurter Straße/Würzburger Straße/Spessartstraße seitens der Gemeinde Sinntal Kanalbauarbeiten. Wie der stellvertretende Ortsvorsteher Hans Röder berichtet, wird dort der marode Regenwasserkanal ausgetauscht. Die Kanalarbeiten erfolgen unter halbseitiger Fahrbahnsperrung, der Verkehr wird per Ampel geregelt.

Der lange Weg zum Bahnhof

An die Kanalbauarbeiten schließen sich unmittelbar abschnittsweise Sanierungsarbeiten an der Fahrbahndecke an, zunächst in der Würzburger Straße. Auftraggeber ist das Straßen- und Verkehrsmanagement Hessen Mobil. Die in Richtung Burgsinn und Gemünden führende Straße ist nun ab der Jossaer Ortsmitte seit wenigen Tagen gesperrt. Das hat gravierende Auswirkungen - sowohl auf den örtlichen als auch den überörtlichen Verkehr. So ist es zurzeit nicht möglich, auf direktem Weg den Bereich um den Jossaer Bahnhof zu erreichen. Deshalb entfällt auch die dortige Bushaltestelle. Eine rund 40 Kilometer lange Umleitungsstrecke über Marjoß, Mernes, Burgjoß, Aura, Burgsinn, Mittelsinn und Obersinn müssen die Verkehrsteilnehmer bewältigen, um zur anderen Seite des Dorfes zu gelangen.

Keine Schleichwege, keine durchreisenden Schwerlaster

Wie der stellvertretende Ortsvorsteher Hans Röder erklärt, sei die Sperrung der Würzburger Straße nicht nur für Anlieger sowie den Verkehr zum Bahnhof von großer Bedeutung, sondern auch für den Verkehr zur Firma Patzer. Zu der großen Umleitungsschleife gebe es keine adäquate Alternative. Soll heißen: Keine "Schleichwege". Röder kann der Sperrung jedoch auch etwas Positives abgewinnen: "Es ist ruhiger geworden in unserem Ort." Der regelmäßig durch Jossa fahrende Schwerlastverkehr "ins Bayerische" muss derzeit weiträumige Umfahrungen einplanen. Denn normalerweise wird die Landesstraße durch das Sinntal gern genutzt, um Autobahn-Mautgebühren zu sparen. Die Sperrung der Würzburger Straße soll laut Hessen Mobil bis 21. August dauern. Danach ist eine Sperrung der Spessartstraße vorgesehen, von der Jossaer Ortsmitte in Richtung Marjoß, wo ebenfalls wegen Fahrbahnschäden eine Instandsetzung vorgesehen ist. Diese Sperrung soll bis 28. August andauern.

Neuer Alarmplan für Feuerwehr

Die Straßensperrungen betreffen auch die Sicherstellung des Brandschutzes. Die Feuerwehr Jossa kann beispielsweise aktuell nicht auf direktem Weg den Bahnhofsbereich anfahren, wo erst Anfang März ein folgenschwerer Großbrand wütete. Gemeindebrandinspektor Thomas Gärtner teilt auf Anfrage mit, dass die sogenannte Alarm- und Ausrückeordnung dahingehend geändert wurde, dass im Einsatzfall neben der Feuerwehr Jossa entsprechend der Baustellensituation die Wehren Obersinn, Marjoß, Altengronau und Neuengronau mit alarmiert werden. "Die Einhaltung der Hilfsfrist muss sichergestellt sein", betont Gärtner. Stellvertretender Ortsvorsteher Röder verweist auf eine in Jossa noch bestehende Rarität: Im Dorf gibt es eine Lautsprecheranlage, die vom Feuerwehrhaus aus bedient wird und über die örtliche Mitteilungen durch den Ortsvorsteher erfolgen. Momentan ist die Anlage jedoch außer Betrieb, weil bei den jüngsten Kanalbauarbeiten ein Kabel beschädigt wurde. "Die Reparatur ist in Auftrag", versichert Röder. Fritz Christ