Kahl sind die Wände, auf dem Boden steht noch etwas Wasser. Wer einmal durch den Rohbau vom neuen Haus Waldenfels spaziert, der bekommt eine Vorstellung von der komplexen Anlage. Das war wohl auch das Anliegen der CSU-Kreistagsfraktion, die der Baustelle am Donnerstag einen Besuch abstattete.

"Es ist das größte Bauprojekt seit langem im Landkreis", sagte Landrat Thomas Bold (CSU) und Vorsitzender des Stiftungsrates der landkreiseigenen Carl von Heß'schen Sozialstiftung, die für das Projekt verantwortlich ist. Anlass dürften aber auch die steigenden Baukosten gewesen sein, die sich mittlerweile auf 23,5 Millionen Euro summieren.

Spätfolgen des Hangrutsches

"Die Hangsicherungsmaßnahmen sind bis auf einen kleinen Abschnitt abgeschlossen", bringt Martin Schneider von der Hochbauverwaltung des Landratsamts Bad Kissingen die Kreisräte auf den neuesten Stand. Aber auch wenn der Hang jetzt keine Probleme mehr macht, die Folgen wirken nach, und zwar deutlich.

500.000 Euro kosteten die Sofortmaßnahmen zur Sicherung des Hanges. Für rund 1,8 Millionen Euro wurde eine Bohrpfahlwand mitsamt Entwässerungssystem gesetzt. Doch damit nicht genug: Durch die Zeitverzögerung steigen die Preise und die Firmen reichen Nachträge ein.

Mehr Fördergelder bekommen

"Das sind letztlich alles Kosten, die dem Hangrutsch zuzuschreiben sind", erklärt Schneider. Doch irgendjemand muss für die Mehrkosten von mehreren Millionen Euro aufkommen. Dafür gibt es ein Schlüsselwort, es heißt "grundstücksbezogene Förderung". Laut Bold habe der Freistaat Bayern nach dem Hangrutsch seine Förderung von 700.000 auf zwei Millionen Euro erhöht. Rund eine Million kam von der Bayerischen Landesstiftung.

Das Rest-Risiko müsse die Stiftung selbst tragen und könne das auch, macht Bold klar. "Die Plätze werden wir so anbieten, dass sie am Markt platzierbar sind", sagt er weiter. Soll heißen, dass die zukünftigen Bewohner nicht zur Kasse gebeten werden sollen - wohl aber der Steuerzahler. Denn der Kreistag hat beschlossen, für "grundstücksbezogene Mehrkosten" aufzukommen - ein Entschluss, der nach dem Hangrutsch bestätigt wurde.

Eröffnung Anfang 2016

Die Brückenauer bekommen also ihr neues Haus Waldenfels. Der "Point of no Return", an dem es kein Zurück mehr gibt, ist schon längst überschritten. Anfang 2016 - zwei Jahre später als geplant - soll der Neubau eingeweiht werden.

"Für die Wohnungen gibt es sehr viele Interessenten", berichtet Martin Pfeuffer, der als Regionalleiter der Heß'schen Stiftung für Haus Waldenfels, Haus Rafael in Zeitlofs und die Einrichtung in Oberthulba, die jetzt gebaut wird, zuständig ist. Wohnungen und Pflegeplätze seien aber noch nicht vergeben.