Bischofsheim an der Rhön
Entsetzen

Giftköder ausgelegt: Für Hund Bruno kam jede Hilfe zu spät

Der Hund der Bischofsheimer Familie Koob fraß offenbar einen Giftköder - er starb noch am selben Tag. Die Familie kann das nicht fassen und geht an die Öffentlichkeit.
 
Ein lebenslustiger und freundlicher Geselle war Bruno, ein Familienmitglied für Familie Koob. Er fraß offenbar einen Giftköder und verendete innerhalb kürzester
Ein lebenslustiger und freundlicher Geselle war Bruno, ein Familienmitglied für Familie Koob. Er fraß offenbar einen Giftköder und verendete innerhalb kürzester Foto: Foto: Screenshot Marion Eckert
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Das Entsetzen und der Schmerz sind den Bischofsheimern Justin und Ramona Koob anzusehen. "Wie kann das jemand unserer Familie antun?" Die Beiden kämpfen mit Fassungslosigkeit. Ihr Hund Bruno fraß offenbar einen Giftköder und verendete innerhalb kürzester Zeit.

Bruno war ein lebenslustiger und putzmunterer Geselle, ein Familienmitglied. Mit acht Wochen kam er als Welpe in die Familie. Das war vor zweieinhalb Jahren. Dass er nicht mehr da ist, ist vor allem auch für die sechsjährige Tochter Nelly sehr traurig.

Ramona konnte es nicht verhindern: "Mit einem Happs war das weg"

Was ist geschehen? Am Montagnachmittag ging Ramona Koob mit den beiden Familienhunden, Bruno und der sechsjährigen Kira, spazieren. Es war die tägliche Runde vom Ebertsholz aus über Feldwege zur Steinwiesenquelle. Die Hunde vergnügten sich miteinander in der Frühlingssonne. Auf einmal sah Ramona Koob, wie Bruno etwas fraß. "Mit einem Happs war das weg." Es ging so schnell, dass Ramona Koob es nicht verhindern und nicht genau sehen konnte, was ihr Hund da gefressen hatte. Doch sie dachte sich zunächst nichts weiter dabei und ging mit den Hunden zurück nach Hause.

Ausgerechnet an diesem Nachmittag besuchte sie ihre Schwester und nahm nur Kira mit. Bruno blieb zu Hause. Als sie gut drei Stunden später wieder zurück nach Bischofsheim kam, begrüßte sie kein fröhlicher Bruno. "Es war still im Haus. Ich habe Bruno gesucht und im Schlafzimmer am Boden gefunden. Er war tot, hatte blauen Schaum vor dem Maul und war ganz nass geschwitzt. Als ich heimkam, war er schon ganz steif." Ramona Koob kann es noch immer nicht fassen, was da geschehen ist. Ihr Mann Justin informierte den Tierarzt und die Polizei. "Er hat nicht erbrochen, er hatte nur diesen blauen Schaum vor dem Maul", beschrieb er die Situation.

Tierarzt wie auch der Tierbestatter, der Bruno abholte, bestätigten die Vermutung, dass Bruno an einem Giftköder verendet war. "Ganz sicher wissen wir es natürlich nicht, aber alle Anzeichen sprechen dafür. Um 100-prozentige Gewissheit zu haben, hätten wir eine Autopsie vornehmen lassen müssen." Die Familie entschied sich dagegen, auch weil eine Autopsie ihnen Bruno nicht wieder zurückbringen würde.

Tierarzt und Tierbestatter bestätigen Vermutung

Bruno war ein agiler Hund. Zweieinhalb Jahre alt und gut 30 Kilo schwer. Erst vor wenigen Tagen waren sie zum regelmäßigen Check-up mit Impfung beim Tierarzt. "Er war kerngesund. Wir können noch immer nicht verstehen, was uns da passiert ist", sagen die Koobs. Ihre beiden Hunde gehören zur Familie. Nun sucht Kira im Haus nach ihrem Spielgefährten, der nicht mehr zurückkommen wird.

Justin und Ramona Koob können nicht verstehen, warum jemand Giftköder auslegt. "Wenn man von vergifteten Hunden und Katzen hörte, war das immer weit weg und bei anderen. Jetzt hat es uns erwischt." Sie gehen nun an die Öffentlichkeit, um auf diese Probleme aufmerksam zu machen, zu sensibilisieren und anderen Hundebesitzern und ihren Lieblingen ein ähnliches Schicksal zu ersparen. "Es ist wichtig, dass wir alle die Augen offen halten." Auch Spaziergänger, die keine Tiere haben, können helfen und melden, wenn ihnen etwas Ungewöhnliches in der Natur auffällt. Dann sei es wichtig, den Fund zu fotografieren, zu sichern und umgehend die Polizei einzuschalten. "Lieber einmal umsonst etwas melden, als dass weiterer Hund und eine Familie so leiden muss."