In der Woche nach Ostern fand der Umzug in den neuen Oberleichtersbacher Kindergarten satt. Seit Anfang dieser Woche sind die Kinder in den neuen Räumlichkeiten. Für Oberleichtersbachs Bürgermeister Dieter Muth eine gute Gelegenheit, die Gemeinderäte zu einer Besichtigung der neuen Kindertageseinrichtung einzuladen. Einrichtungsleiterin Claudia Straub führte durch die frisch sanierten Räumlichkeiten und den neu erstellten Anbau für die Kinderkrippe.

Neugestaltung der Außenanlage

2016/2017 wurden die Planungen für die Erweiterung und Sanierung des Kindergartens erstellt. Spatenstich für den Neubau war Ende März 2018. Nach Fertigstellung des Neubaus zogen die Krippenkinder direkt ein, und die Sanierung des bestehenden Kindergartens wurde in Angriff genommen. Während der Umbauphase waren die Kindergartenkinder in der benachbarten Schule untergebracht. Bis auf einige Restarbeiten ist die Sanierung abgeschlossen. Im nächsten Schritt wird die Neugestaltung der Außenanlage den Gemeinderat beschäftigen.

Die Führung begann im großzügig angelegten Eingangsbereich, der für Kindergarten und Krippe gedacht ist. "Bewusst wurde diese Entscheidung getroffen", erklärte Straub. "Wir sind ein gemeinsames Haus." So ein gemeinsamer Bereich erleichtere den Krippenkindern den späteren Übergang in den Kindergarten. Es gibt eine Empfangstheke, die zur Bringzeit personell besetzt sei, damit die Eltern wichtige Informationen hinterlassen können, beispielsweise zur Abholung des Kindes. Blickfang im Eingangsbereich sind nicht nur die modernen Leuchten, sondern auch die flexible  Sitzgruppe und die Bepflanzung. Der Eingangsbereich diene auch als Wartebereich für die Eltern bei Abholung. Infotainment-Möbel für Flyer und Aushänge sollen noch aufgestellt werden.

Offenes Raumkonzept - aber nicht in der Corona-Pandemie

Die angrenzenden Räume sind nach inhaltlichen Schwerpunkten angeordnet. Es gibt einen Raum für Rollenspiele, einen Kreativraum, einen Bau- und Werkraum und eine Bibliothek. Allerdings könne das offene Raumkonzept in der Corona-Pandemie nicht angeboten werden. Die Kinder müssen in geschlossenen Gruppen betreut werden. Die Gruppen dürfen sich gegenseitig weder begegnen noch mischen.  Das gelte derzeit auch bei der Nutzung des Bewegungsraumes, der Außenanlage sowie des Speiseraums. Der Bewegungsraum ist mit einer Sprossenwand und diversen Einbauschränken versehen, um Spiel- und Sportmaterial zu lagern.

Ein deutliche Verbesserung der Akustik konnte durch das Abhängen der Decke und den Einbau einer Schallschutzdecke erzielt werden, betonte Straub. Da die Fenster zum Innenhof nicht zu öffnen seien, wurde ein Lüftungskonzept notwendig, das den gesamten Kindergarten umfasse. In Zeiten der Pandemie komme dies dem Kindergarten nun zugute. Zum Foyer hin ist der Bewegungsraum, auch nach der Sanierung mit einer mobilen Wand abgetrennt, die bei größeren Veranstaltungen geöffnet werden könne. Büro, Lagerräume und ein Personalraum schließen sich an.

Jedes Kind hat sein eigenes Bett

19 pädagogische Mitarbeiter arbeiten derzeit in der Kindertageseinrichtung in Oberleichtersbach. 100 Kindergartenplätze und 24 Krippenplätze stehen zur Verfügung. Die Kinder werden ab einem Jahr in die Krippe aufgenommen, wo bei die Eingewöhnungsphase durchaus schon mit zehn oder elf Monaten beginnen könne. Auch während der Pandemie bestehe die Möglichkeit, dass die Mutter in dieser Zeit dabei bleibe.

Der Essbereich wurde neu bestuhlt, die Küche neu eingerichtet, wobei die Arbeitsfläche auf Kinderhöhe eine tolle Bereicherung sei. Straub bedauerte, dass wegen der Einschränkungen durch die Pandemie die Kinderküche noch nicht so genutzt werden könne, wie dies wünschenswert wäre. Der Innenhof könne bei schönem Wetter ebenfalls zum Spielen oder für gemeinsame Mahlzeiten genutzt werden. Im Krippenbereich führte Straub durch die Gruppenräume, die Schlaf- und Wickelräume. Jedes Kind habe sein eigenes Bett mit eigenem Bettzeug. Die Spielgeräte und Einrichtung seien altersgemäß, die großen tiefen Fenster lassen viel Licht in die Räume und ermöglichen den Kindern den Blick nach draußen. Muth dankte dem Kindergartenteam für gute Zusammenarbeit und die hervorragende Umsetzung des pädagogischen Konzeptes.

Hoher Zuschuss für defekte Kirchturmuhr

Im Anschluss an die Besichtigung galt es noch, eine Tagesordnung abzuarbeiten. Zugestimmt wurde dem Bauantrag für den Neubau einer Produktionshalle mit Büroanbau, Heizungsanlage, Löschwasserbehälter, Lüftungsgerät, Späneabsaugung sowie Errichtung eines Parkplatzes im Gewerbegebiet Buchrasen.

Die Kirchturmuhr in Oberleichtersbach ist defekt. Ein neuer Zentralantrieb kostet 2500 Euro. Die katholische Kirchenstiftung St. Peter und Paul Oberleichtersbach bittet die Gemeinde um einen Zuschuss, da sie aufgrund der Haushaltssperre aus der Diözese nichts zu erwarten habe. Da die Kirchturmuhr für alle Bürger der Gemeinde von Bedeutung und ein Wahrzeichen sei, beschlossen die Gemeinderäte, auf Anregung des Bürgermeisters, sich nicht mit den üblichen zehn Prozent, sondern mit einem höheren Zuschuss zu beteiligen. Das Gremium einigte sich auf 1250 Euro für die Instandsetzung der Kirchturmuhr.

Glasfaserkabel sorgt für Behinderungen

Der  Bebauungsplan "Südlich Breitenbach" wurde als Satzung beschlossen. Zuvor galt es, die Einwendungen und Anmerkungen der Träger öffentlicher Belange abzuarbeiten beziehungsweise zur Kenntnis zu nehmen. Das Ortsoberhaupt gab bekannt, dass der Breitbandausbau in der Gemeinde weiter voranschreite. In den nächsten zwei Wochen werde im Ortsteil Unterleichtersbach von der Hermann-Wandke-Straße aus bis zur Ludwig-Weber-Straße ein erster Bauabschnitt erfolgen. Leider müsse das Glasfaserkabel in offener Bauweise verlegt werden, so dass es zu Behinderungen und Einschränkungen kommen werde. Dem Bürgermeister sei aber zugesichert worden, dass direkt im Anschluss der Leitungsverlegung die Bereiche wieder geschlossen werden.