Auch wenn die Corona-Pandemie den regelmäßigen Übungs- und Fortbildungsbetrieb der Freiwilligen Feuerwehr Wildflecken in den vergangenen zwei Jahren stark eingeschränkt hatte, die Einsatzbereitschaft war jederzeit gegeben. Laut 1. Kommandant Georg Helfrich sei dies möglich, da die Wildfleckener Feuerwehr bereits einen hohen Ausbildungsstand habe. 84 Mitglieder gehören zur Feuerwehr Wildflecken, davon 41 Aktive, diese Infos gab es bei der Jahreshauptversammlung.

1. Kommandant Helfrich kündigte an, dass er nach über 35 Jahren als Kommandant im Herbst diesen Jahres nicht mehr zur Verfügung stehe. Auch sein Stellvertreter Harry Schäfer werde nicht mehr antreten. Die Nachfolgeregelung könne genutzt werden, um die Verantwortung und Arbeit breiter zu verteilen. Seit einiger Zeit bestehe die Möglichkeit, einen dritten Kommandant zu wählen. "Es ist jetzt an der richtigen Zeit, die Feuerwehr umzubauen", so Helfrich.

Übung mit Dachstuhlbrand

Der Rückblick auf die Jahre 2019, 2020 und 2021 zeigte, wie umfangreich die Einsatzgebiete sind, und wie sehr die Feuerwehr alle ihre zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzte, um "auf dem Stand zu bleiben". Gerade für die Atemschutzgeräteträger sei es wichtig, unter Einsatzbedingungen zu üben. So fand gemeinsam mit der Werksfeuerwehr der Firma Paul und Co eine Übung im Feuerwehrgerätehaus statt, bei der ein Dachstuhlbrand mit vermissten Personen angenommen wurde. Atemschutzleiter Jürgen Köstler berichtete im Detail über diese besondere Übung, die den Einsatzkräften alles abverlangte. Zehn Atemschutzgeräteträger stehen der Wehr zur Verfügung. Gerne würde Kommandant Helfrich einige mehr sehen, um die Einsatzgarantie jederzeit zu gewährleisten. Dennoch mache ihm die Personaldecke keine Sorge. Sollte es zu einem Großeinsatz kommen, könne sich die Feuerwehr Wildflecken auf die Unterstützung durch die Bundeswehr verlassen.

Von Damenbinde bis entlaufenem Hund

Im Jahr 2019 hatte die Wehr 59 Einsätze, 2020 41 und 2021 52. Zu den kuriosen Einsätzen zählt eine leicht blutige Damenbinde auf einer Treppe, die als zunächst "undefinierbarer Gegenstand" zur Alarmierung der Feuerwehr führte. Angebranntes Essen, ein geplatzter Heizungs-Füllschlauch, Äste und Bäume auf Fahrbahnen, ein entlaufener Hund - alles Gelegenheiten für einen Einsatz. Aber auch größere Einsätze wurden dokumentiert, wie Gefahrgut auf der Straße, ein Brand durch einen Wäschetrockner und Verkehrsunfälle mit eingeklemmten Personen.

Die Gemeinde Wildflecken wird die Kosten für den Führerschein eines Feuerwehrmanns übernehmen. Dies bestätigte Bürgermeister Gerd Kleinhenz. Es sei unabdingbar, dass die Feuerwehr gut ausgestattet und ausgerüstet sein müsse. Dazu zähle auch, dass genügend Fahrer für die Feuerwehrfahrzeuge zur Verfügung stehen. "Die Gemeinde tut das Ihre und übernimmt die notwendigen Kosten", so Kleinhenz. Kreisbrandmeister Wolfgang Kenner motivierte auch in Corona-Zeiten, die Ausbildung im Rahmen der Möglichkeiten wahrzunehmen. Sollten keine klassischen Übungen möglich sein, könne Geräte- und Fahrzeugkunde vorgenommen werden.

Feuerwehrhaus instandsetzen

Einige Beschaffungen wurden in den vergangenen Jahren getätigt, an denen sich auch der Feuerwehrverein beteiligte, wie ein Rollwagen für Gerätschaften. Neben Wartungen und Reparaturen an Geräten und Fahrzeugen galt es auch am Feuerwehrhaus, das aus dem Jahr 1977 stammt, einiges instandzusetzen. Laut Helfrich stehen noch weitere Maßnahmen an, unter anderem an den Toren und am Bodenbelag.

Ehrungen

für 75 Jahre Mitgliedschaft: Josef Enders; 70 Jahre: Walter Höhl; 60 Jahre: Günter Schmidt, Bernhard Leitsch, Ottmar Bohn, Heinrich Gundelach, Erich Schmidt; 55 Jahre: Otto Kirchner, Walter Gutmann; 50 Jahre: Albin Kleinheinz; 45 Jahre: Robert Schäfer, Roland Friedrich, Klaus Enders; 40 Jahre: Harry Schäfer, Roland Müller, Michael Frank; 35 Jahre: Volker Zahn; 30 Jahre: Jochen Gundelach, Heiko Breitenbach, Gerhard Weickert, Roland Endres; 25 Jahre: Thorsten Schmid.

Aufnahmen in die Jugendfeuerwehr

Samira Strömel, Joy-Estelle Schön, Encho Stancher, Felix Machinek, Gabriel Knoll, Tristen Kleinheinz, Luke Harrigan, Philipp Fiedler, Lorenz Dümig.

Aufnahme in die aktive Wehr

Matthias Helfrich.

Beförderungen

zum Feuerwehrmann: Andreas Breitenbach, Jonas Gundelach, Paul Machinek und Jan Kerzinger; zur Oberfeuerwehrfrau: Helene Groß; zum Oberfeuerwehrmann: Michael Kehm; zur Hauptfeuerwehrfrau: Sandra Kleinheinz; zum Hauptfeuerwehrmann: Benjamin Gref, Michael Kleinheinz, Patrick Strömel; zum Löschmeister: Daniel Kleinheinz und Dominik Köstler.