"Wir sehen keinerlei Schuld bei uns für das Scheitern des Gemeinschaftsprojektes mit den Keglern in der FC-Halle", heißt es in einer Mitteilung an die Presse. "Es ist ganz einfach so, dass die zu erwartenden Kosten in Höhe von rund 635.000 Euro auf Seiten des FC und rund 1,04 Millionen Euro bei den Keglern nicht durch Eigenfinanzierungen und Zuschüsse aufgebracht werden können." Planungskosten seien hierbei noch nicht berücksichtigt.

Dass eine Zeitverzögerung das Projekt zum Scheitern gebracht haben soll, wie vom SKV-Vorsitzenden Bernd Hörmann im Artikel behauptet, entbehrt dem FC-Vorstand zufolge "jeglichem Realitätssinn". Ein mit öffentlichen Mitteln gefördertes Objekt bedürfe der Ausarbeitung umfangreicher Unterlagen, deren Erarbeitung mit Kosten im fünfstelligen Bereich verbunden seien.

Anschließend müsse der Antrag geprüft und genehmigt werden. Erst dann könne mit der Ausführung begonnen werden. "Dies alles bis zur Fertigstellung des Gebäudes ist in einem Jahr schlichtweg unmöglich. Nach Aussage der Förderstelle kann überhaupt erst 2023 eine Aussage zur Förderfähigkeit getroffen werden."

Laut der FC-Führungsriege wurden zum jetzigen Zeitpunkt noch keinerlei Vereinbarungen über Eigentums- und Nutzungsrechte getroffen. Bisher sei es nur um die Auslotung einer staatlichen Förderung gegangen. Diese Gespräche hätten immer unter dem Vorbehalt der Zustimmung unserer Mitgliederversammlung gestanden.

"Wir haben die Idee der gemeinschaftlichen Nutzung unter einem Dach aufgegriffen, weil wir hofften auf diesem Weg die teilweise ungenutzte FC-Halle mit Leben füllen zu können. In die Ausarbeitung des Konzeptes haben wir deutlich mehr Zeit als der Kegelverein investiert", teilt der FC-Vorstand mit.

Dieser verweist ergänzend auf die Stellungnahme der Stadtwerke. Darin werde auch deutlich, dass es mit der Wahrheit bei den Keglern nicht immer so genau genommen werde.

SKV-Chef Bernd Hörmann hatte im Beitrag dieser Redaktion behauptet, dass Stadtwerke-Geschäftsführer Torsten Zwingmann ihm in einem Telefonat Anfang August mitgeteilt habe, dass die Sanierung der Therme Sinnflut im Januar 2023 startet. Auf Basis dieser Grundlage entschieden die SKV-Mitglieder in außerordentlicher Versammlung am 7. August, sich zum Jahreswechsel aus Bad Brückenau Richtung Zeitlofs zu verabschieden und die ranghöchste Damenmannschaft aus dem Landesliga-Spielbetrieb abzumelden.

Später korrigierte Hörmann das Datum des Gesprächs auf Juli. Zwingmann hingegen datierte das Gespräch bereits auf den Juni 2022. Damals habe noch nicht festgestanden, dass die Therme Sinnflut erst ab Frühjahr 2023 erneuert werden soll.

Abschließend zieht der FC-Vorstand ein Fazit: "Mache nie die Probleme eines Anderen zu deinen Eigenen. Oder: Schuld sind immer die Anderen."