Tief ein- und ausatmend tritt Christiane Jakob-Seufert in die Pedale. Der Widerstand ist sehr groß, weshalb das ziemlich anstrengend ist. Trotzdem beginnt die faustgroße Glühbirne vor ihr zu flackern. Je schneller und fester sie auf dem Energiefahrrad strampelt, desto heller leuchtet die Birne. "Da treibt es einem ganz schön die Röte in die Wangen", gibt die Bildungsreferentin des Schullandheimes und Jugendhauses Thüringer Hütte bei Hausen im Landkreis Rhön-Grabfeld zu. Sie lässt die herkömmliche 60-Watt-Glühbirne ein paar Sekunden lang leuchten und schaltet sie wieder aus. Bei der energiesparenden 6-Watt-Lampe sei der Widerstand nur noch halb so groß und man müsse nicht ganz so schnell in die Pedale treten, um die Lampe zum Glühen zu bringen.

Das Energiefahrrad sei für die meisten Schüler eines der Highlights im Energiehaus des "Schulungszentrums Energie - Schöpfung", erzählt Jakob-Seufert. In dem vom Grundriss her wabenförmigen Haus bringen sie und ihre Kollegen jährlich rund 6000 Schülern von der Grundschule bis zur Mittelstufe weiterführender Schulen das Thema regenerative Energien näher. "Den Grundriss haben wir uns aus der Natur, genauer gesagt von den Bienen, abgeschaut. Bienen sind zwar fleißig, machen aber auch nicht mehr als nötig", erklärt sie. Für die sechseckigen Räume wurde im Vergleich zur Raumgröße verhältnismäßig wenig Baumaterial benötigt. Die rote Farbe der Hauswand lasse schon von außen vermuten, dass hier vor allem die Wärme eine besondere Rolle spielt. Vielen Kindern würden auch die großen dunklen Kästen an der Hauswand sofort auffallen, also die Sonnenkollektoren und Photovoltaikanlage.