Zehn Jahre Partnerschaft zwischen Motten in Unterfranken und Ranville in der Normandie: Um diesen Geburtstag zu feiern, hatte sich eine 44köpfige Delegation aus Motten auf die 911km lange Reise nach Frankreich gemacht.
Was 2002 mit zarten Anbandelungen zwischen beiden Gemeinden begann, wurde im Juni 2004 im Rahmen der Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag des D-Day von Mottens Bürgermeister Jochen Vogel und Jean-Luc Adelaide, Bürgermeister von Ranville, in Frankreich besiegelt. Prominenter Pate dieser deutsch-französischen Verschwisterung ist der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder. Er weilte seinerzeit an der Atlantikküste und legte in dem 2000-Seelen-Ort vor zehn Jahren als erster deutscher Regierungschef einen Kranz für die Gefallenen der Landung in der Normandie nieder.
Historisch für den kleinen Ort, dass nun ein Jahrzehnt später die Bundeskanzlerin Angela Merkel ebenfalls die britische Kriegsgräberstätte besuchte, auf der auch mehr als 300 deutsche Soldaten bestattet wurden. Die deutsche Regierungschefin nahm an der zentralen Gedenkfeier im französischen Ouistreham anlässlich der Landung der alliierten Truppen in der Normandie vor 70 Jahren teil und kam auf Einladung des französischen Partnerschaftskomitees in das nur acht Kilometer entfernte Ranville.
"Gerade die persönlichen Beziehungen der Menschen untereinander sind das Fundament, aus denen Partnerschaft und Verständigung entstehen können", gratulierte die Bundeskanzlerin den beiden Bürgermeistern Vogel und Adelaide zum zehnten Geburtstag.
"Ich bin stolz, dass Motten wohl die einzige deutsche Gemeinde ist, deren Partnerschaft von zwei deutschen Bundeskanzlern besiegelt ist", sagt Bürgermeister Jochen Vogel. Der frisch gebackene Ehrenbürger der Gemeinde Ranville legt seit 2009 dort jährlich einen Kranz auf dem Grab eines unbekannten deutschen Soldaten nieder.
"Es ist längst nicht mehr der vereinzelte Austausch unter Einwohnern unserer beider Gemeinden, sondern eine dauerhafte Freundschaft", sind sich die Präsidentinnen beider Partnerschaftskomitees, Ute Becker und Isabelle Vannier, einig. Jedes Jahr besuchen sich Bürger beider Gemeinden abwechselnd in Motten und Ranville. Selbst die Verständigung sei kein Hindernis für diese Freundschaft.
Dass Musik eine Sprache ist, die jeder versteht, bewiesen die mitgereisten Musiker der "Döllautaler Motten" in ihren Trachten. Bei bayerischer Blasmusik und französischer Küche wurde kräftig gefeiert.