Es ist eine besondere Zeit. Seit Oktober dürfen Anke und Stefan Schroth in der Tagungsstätte Hohe Rhön keine Gäste mehr beherbergen. Gleichzeitig haben sie erlebt, wie viele Menschen über das Gelände wandern, sei es auf dem Weg zum Kreuzberg oder beim Spaziergang durch den Wald. Da ihr Auftrag, Menschen mit dem Wort Gottes in Berührung zu bringen, nicht mit dem soundsovielten Lockdown endet, kamen sie auf die Idee einen Osterweg, als Weg der Hoffnung zwischen den Häusern aufzubauen. "Wir wollen mit Menschen ins Gespräch kommen, sie stärken und ermutigen."

Weg für die ganze Familie

Gemeinsam mit dem Team entstand ein kreatives Konzept. Der Osterweg umfasst zehn Stationen. Jede Station ist mit einer Infotafel, einem Bibelwort, Fragen zum Nachdenken und einem QR-Code gekennzeichnet. Zusätzlich gibt es einen Flyer der mit weiteren Gedanken und biblischen Impulsen auf dem Weg begleitet. Es ist ein Weg für die ganze Familie, denn für Kinder ist ein Suchspiel integriert. Auch gibt es am Ende attraktive Preise zu gewinnen.

Der Osterweg ist bewusst kein Kreuzweg, sondern ein Weg, der die wichtigsten Stationen im Leben Jesus markiert. Ein Glaubens- und Hoffnungsweg, der den Bogen vom Beginn der Schöpfung über das Ostergeschehen hinaus aufzeigt.

Los geht es an der ersten Station mit Adam und Eva im Paradies. Über den Turmbau in Babylon, die Sprachverwirrung führt die Geschichte zur Sintflut, der Arche Noah und dem Regenbogen als Zeichen des neuen Bundes Gottes mit den Menschen. Die Geschichte geht mit Jesus weiter, der am Kreuz die Last der Welt auf sich nimmt.

Parallelen zur Zeit heute?

Diverse Stationen werden dargestellt. So geht es um die Frau, die die damaligen Religionsführer beim Ehebruch ertappten und Jesus Reaktion: "Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein." In Jerusalem zog Jesus auf einem Esel ein. Die Menschen fühlten sich von seinen Worten und Taten angesprochen, "aber die etablierten Religionsführer fühlen sich von ihm angegriffen und infrage gestellt. Sie halten Jesus für einen Gotteslästerer und wollen ihn umbringen. Dazu ist ihnen jedes Mittel recht."

Weiter geht es mit einer Party, einem Mahl der Gemeinschaft, der Vergebung und der Hoffnung mit seinen Freunden. "Und Sie sind dazu eingeladen. Hier in dieser Welt und in Gottes Ewigkeit", lautet die Einladung. Alle Stationen sind neben den Infotafeln mit aussagekräftigen Symbolen ausgestattet. Ein großer Holztisch mit Sitzgelegenheiten wurde auf dem Hof aufgestellt, ein Esel auf einem roten Teppich oder aufgehäufte Steine.

Eine Station widmet sich dem Gebet und der Frage, wie man mit Ängsten, Einsamkeit und Enttäuschung umgeht. Jesus wurde ausgeliefert und verurteilt. Pilatus wäscht seine Hände in Unschuld. "Wie schnell sind wir mit der Verurteilung anderer! Mit Schuldzuweisungen, Verurteilungen und Richten sind wir schnell bei der Hand. Auch wir wollen uns die Hände nicht

schmutzig machen. Wir legen großen Wert auf eine weiße Weste." Die Impulse laden zum reflektieren eigener Handlungsweisen ein.

Eine wichtige Station ist das Kreuz mit dem Blick in die Natur und der Einladung alle Lasten und alle Schuld des eigene Lebens unter das Kreuz zu legen. Der Hoffnungsweg bleibt nicht im Tod stehen. Der Vorhang im Tempel zerreißt. "Der Zugang zum Herz des himmlischen Vaters ist frei." Jesus lebt. Der Tod hat nicht das letzte Wort. Hoffnung für die Welt.

Bis Pfingsten zu sehen

Erstellt wurde der Weg von Shelby Maendel, Sonja Bartholomäus, Jaron Lehner, Jonathan Hild und Simon Muck. Die offizielle Eröffnung nahmen sie gemeinsam mit Anke und Stefan Schroth sowie Dekan i.R. Michael Wehrwein vor.

Der Osterweg wird bis Pfingsten auf dem Gelände der Tagungsstätte Hohe Rhön bestehen bleiben und zu begehen sein. Eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig. Alle Interessierten sind eingeladen sich privat und individuell auf den Weg zu begeben.

Rätselspaß für Kinder

Start ist direkt am Zufahrtsweg zu den Gästehäusern. Hier befindet sich der Ständer mit den Flyern und dem Rätselspaß für Kinder. So wird der Spaziergang ein interessanter Weg für die ganze Familie. Für alle Kinder, die noch nicht lesen können, gibt es an jeder Station ein Symbol zu entdecken. Für die älteren Kinder, die schon lesen und schreiben können, gilt es Fragen zu den einzelnen Stationen zu beantworten. Die Lösungen können bis kurz vor Pfingsten in den roten Briefkasten neben dem Haupteingang eingeworfen werden.