Lange war die Spielothek im Haus Löwe im Staatsbad beheimatet. Bald startet sie offensichtlich im früheren "Grünen Baum" an der Bahnhofstraße in Bad Brückenau als "Non-Stop" neu. Zumindest erhoben die Stadträte in der jüngsten Sitzung keine Einwände.

Seit 2005 und bis kurz nach Weihnachten 2019 bildete die Spielothek eine feste Größe im Staatsbad Brückenau. Doch dann übernahm ein neuer Pächter - und die Spielstätte mit ihren zwei Mitarbeitern musste ihren Betrieb einstellen. Vorerst. Denn offensichtlich geht es im Gasthof "Grüner Baum" weiter.

Den hatte Privatmann Torsten Sommer aus Hessen im Frühjahr 2017 gekauft und auf Vordermann gebracht. Er richtete im zuvor maroden Gebäude vier Wohnungen her und verpasste der Fassade einen markanten grün-weißen Anstrich.

Nun geht es um die Belegung der drei ehemaligen Gasträume. "Der erste Raum soll als Begegnungsstätte für den Personenkreis ab 16 Jahren dienen", heißt es in dem Antrag auf Nutzungsänderung, den der Eigentümer des Grünen Baums in Absprache mit dem neuen Pächter und Betreiber Patrick May eingereicht hat. Demnach sollen dort Billardtische, Dartscheiben, ein Tischkicker und Unterhaltungsautomaten ohne Gewinnmöglichkeit aufgestellt werden. Eine Leinwand zu Übertragungen von Fußballspielen und Ähnlichem ist ebenfalls vorgesehen.

Die beiden restlichen Gasträume werden hingegen laut Konzept vom ersten komplett abgetrennt. Zu ihnen wird nur Zutritt ab 18 Jahren gewährt. Der Betreiber der Spielothek möchte dort zwölf Automaten mit Gewinnmöglichkeit aufstellen. Die überdachte Terrasse zur Bahnhofstraße soll künftig als "Freischankfläche" dienen.

Mehrheitliche Zustimmung

Die Mehrheit des Stadtrates stimmte der beantragten Nutzungsänderung von einer Gaststätte zur Gast- und Spielstätte zu (bei drei Gegenstimmen). Der Flächennutzungsplan der Stadt Bad Brückenau weist den gesamten Bereich als Mischgebiet von Gewerbe und Wohnen aus.

Die Nachbarschaft wird geprägt durch ein Ladencafé, die Werkstatt der BayWa, das ehemalige Bahnhofsgelände, die Polizei, eine Gärtnerei, das frühere Fernmeldegebäude und - etwas weiter weg - den Stützpunkt der Feuerwehr. Damit ist das Areal durch überwiegend gewerbliche Nutzung gekennzeichnet. Weil das so ist, gilt die Spielothek als Vergnügungsstätte den Baugesetzen zufolge dort als zulässig - sofern sie nicht als "kerngebietstypisch" eingestuft werden muss.

Das wäre nur der Fall, wenn sie mehr als 200 Quadratmeter umfassen würde. Laut Bauantrag beinhaltet das Vorhaben aber nur eine Gesamtnutzfläche von 160 Quadratmetern. "Sobald die Genehmigung vom Landratsamt vorliegt, soll der Umbau beginnen. Ziel der Wiedereröffnung wäre der Jahreswechsel 2020/21", sagt May.

Über diese Themen beriet der Bad Brückenauer Stadtrat noch

Neubesetzung Der Rechnungsprüfungsausschuss wurde neu besetzt. Unter Vorsitz von Ralf Keßler (SPD) gehören ihm für die CSU Monika Wiesner (Stellvertreter Heribert Übelacker) und Franziska Kaul (Heike Kötzner), für die PWG Claudio Kleinhans (Dirk Stumpe) und Jonathan Kirchner (Heike Greenberg-Kremser), für die Grünen Eva Reichert-Nelkenstock (Hartmut Bös) an. Als stellvertretende Ausschussvorsitzende fungiert Franziska Kaul. Als reines Mitglied vertritt David Fronczeck Keßler.

Schlachtstätte Der Stadtrat stimmte dem "Bau von zwei Wildkammern mit Schlechtwetterarbeitsplatz" im gemeindefreien Römerhager Forst-Nord zu. Bauherr sind die Bayerischen Staatsforsten. In solchen Kammern wird getötetes Wild zur Reifung abgehangen und zerlegt. Nicht ganz geklärt ist die Entwässerung. Die Staatsforsten wollen auf eigene Kosten eine Leitung zum städtischen Abwasserkanal legen.

Gefahrenstelle Stadtrat Robert Eder machte erneut auf die seiner Meinung nach gefährliche Querung des Bahnradwegs mit der Staatsstraße 2790 auf Höhe der Polizei aufmerksam. Bürgermeister Jochen Vogel sagte, das werde Thema in der Verkehrsschau sein. "Wir werden das Problem massiv angehen."

Klinikverkauf Der Bürgermeister will sich und die Verwaltung in den geplanten Verkauf der Franz-von-Prümmer-Klinik einbringen, der zum 1. Oktober erfolgen soll, und von den Verantwortlichen wissen, was sie vorhaben.st