Die Schulden wurden seit 2002 kontinuierlich zurück gefahren. Vom Höchststand mit über einer Million auf heute knapp 8000 Euro. Geroda werde im nächsten Jahr schuldenfrei sein. Parallel stiegen die Rücklagen seit 2002 auf heute 3,16 Millionen Euro an. Der Bürgermeister dämpfte aber die Freude, denn große Investitionen in die Kläranlage und die Wasserversorgung stehen in den nächsten Jahren an.

Planungen für das Dorffest

Im Jahr 2019 hatten die Planungen für das große Dorffest begonnen, das in 2020 wegen der Pandemie abgesagt werden musste. Nun soll das Fest heuer kleiner nachgeholt werden. "Ich hoffe, dass wir die Euphorie wieder bekommen, die wir hatten", sagte der Bürgermeister. Gespräche mit den Vereinen seien bereits im Gange, um das Fest auf die Beine stellen zu können. Geplant sei unter anderem an einem Tag ein Musikfest der Rhönallianz.

Was steht für 2022 sonst noch auf den Plan? Der Löschweiher bei Platz soll über das Regionalbudget der Brückenauer Rhönallianz ansprechend gestaltet und mit Informationstafeln versehen werden. Die Anwesen in der Marktstraße 85 und 91 in Platz sollen abgerissen werden. Drei bis vier neue Bauplätze werden hier entstehen. Die Friedhofskreuze in Platz und Geroda sollen restauriert werden. Erweitert werden müssen die Urnenfelder auf beiden Friedhöfen. Der Zaun am Spielplatz in Platz sei in die Jahre gekommen und müsse erneuert werden. Die Ortsdurchfahrt Platz soll saniert werden, allerdings werde das heuer nicht mehr umgesetzt, so der Bürgermeister. Eine Kanalbefahrung habe ergeben, dass der 30 Jahre alte Kanal noch "voll in Schuss" sei.

Aus der Bevölkerung wurde Schneider gefragt, was in Bezug auf die Wasserversorgung geplant sei. Laut Bürgermeister müsse sich die Gemeinde um ein "zweites Standbein" bemühen, um die Versorgungssicherheit dauerhaft gewährleisten, da die Schüttung der vorhanden Quelle nicht ausreichend sei. Die Gemeinde nehme nun alle Alternativen in den Blick, das könne die Erschließung einer zweiten Quelle, ein Tiefenbrunnen oder der Anschluss an die Nachbargemeinde Schondra sein. Noch sei nichts entschieden, die Gemeinde möchte sich aber alle Möglichkeiten offen halten. Die Dorferneuerung müsse wieder Fahrt aufnehmen, darüber waren sich Bürgermeister und Bürger einig.

Diskussionen um das Thema Wohnraum

Über das Thema "Schaffung von Wohnraum" wurde ausführlich diskutiert. Der Bürgermeister machte deutlich, dass die Gemeinde kaum im Besitz von eigenen Grundstücken sei, um Bauplätze anzubieten. Es werde immer wieder versucht auf Grundstückseigentümer sowie Eigentümer von leerstehenden Wohnhäusern einzuwirken diese zu veräußern. Doch die Gemeinde könne niemand zwingen und Verkaufsbereitschaft sei kaum zu erkennen. Woran das liege wurde Schneider gefragt: Die Leute heben Grund und Boden für die Nachkommen auf, berichtete er von Erklärungen, die er auf Nachfrage bekommen habe. Die Gemeinde könne nicht mehr tun, als am Thema dran bleiben. Baugebiete können nur dann ausgewiesen werden, wenn die Gemeinde auch über Flächen verfüge. "Ich könnte jedes Jahr zehn Bauplätze verkaufen", so Schneider. Doch ohne Mitwirkung der Bürger und Grundstückseigentümer seien der Gemeinde die Hände gebunden.

Der Rückblick

Die Ortsdurchfahrt von Geroda wurde 2021 durch das Straßenbauamt erneuert. Um die "Pfütze" am Tiefpunkt der Straße zu entfernen, musste ein neuer Schacht gesetzt werden. Fertig gestellt wurde der Wohnmobilstellplatz neben der Feuerwehr, der sehr gut angenommen werde. Auch die freiwillige Bezahlweise auf Spendenbasis funktioniere hervorragend. 2000 Euro konnten so als Platzmiete bereits eingenommen werden. Wasser und Strom werden punktgenau abrechnet. Den Wohnmobilstellplatz bezeichnete Schneider als: "Die beste Entscheidung", denn auch Gaststätte und Laden profitieren von den Campern. Immer wieder komme es zu Rohrbrüchen. Die Gemeinde bemühe sich, die Schäden so schnell es geht zu beheben, versicherte Schneider. Nicht immer könne die Bevölkerung vorab informiert werden, wenn Wasser abgestellt werden müsse. Im Neuland wurde ein Bushaltestelle aufgestellt, die Verkehrsüberwachung im Markt Geroda wurde weiter betrieben und zeige immer wieder, dass Verkehrssünder erwischt werden.

Die Statistik

875 Bürgerinnnen und Bürger haben ihn Geroda ihren Haupt- und Nebenwohnsitz, 570 in Geroda und 305 in Platz. Hauptwohnsitze sind es insgesamt 803. Der Bürgermeister hofft, dass es es nicht noch unter die 800er Marke geht. 1000 Einwohner hatte Geroda zuletzt vor 20 Jahren. Zwei Eheschließungen waren es in 2021, in diesem Jahr allerdings schon acht. Geboren wurden in 2020 acht und in 2021 sechs Kinder. Sterbefälle gab es in 2020 sechs und 12 in 2021. Das Durchschnittsalter im Markt Geroda liegt bei 49,63 Jahren, in Geroda bei 49,10 und in Platz bei 50,57 Jahren.