Die ökologische Vielfalt in Bad Brückenau ist wieder ein Stück größer geworden. Bunte Blumen in dekorativen Kästen verschönern jetzt die Geländer der Sinn-Brücken an der TV-Halle und in Römershag. An einem weiteren Gewässer-Übergang konnten wegen der Statik der dortigen Metallverstrebungen nur große Töpfe als Blickfang aufgestellt werden.

Die Idee zu der Aktion, die mit tatkräftiger Hilfe des Bauhofs und unter Anleitung von Stadtgärtner Peter Martin realisiert wurde, stammt von den beiden Stadträtinnen Eva Reichert-Nelkenstock (Grüne) und Monika Wiesner (CSU). Sie hatten Anfang des Jahres das Thema "Biodiverse Blumenkästen" bei Bürgermeister Jochen Vogel (CSU) zur Sprache gebracht.

Förderung durch die Rhönallianz

Der Rathauschef war sofort überzeugt und signalisierte spontan seine Unterstützung, zumal es für dieses Kleinprojekt Geld aus dem Fördertopf der Rhönallianz gibt. Kämmerin Julia Spahn sorgt dafür, dass alles in geordneten Bahnen verläuft und die Zuschüsse voll ausgeschöpft werden. Konkrete Zahlen zu den Kosten, so die Finanzexpertin, könne sie erst nach Vorlage der Endabrechnung nennen.

"Unser Ziel ist es, durch Interaktionen, verschiedene Prozesse und die richtige Bepflanzung allen Insekten neue Lebensräume zu bieten", so Monika Wiesner bei einem Pressetermin. Und Eva Reichert-Nelkenstock ergänzt: "Für immer mehr Bienen, Hummeln und Fliegen werden Städte zum Zufluchtsort. Hier sind wir alle gefordert." Das hätten auch die Verantwortlichen in Bad Brückenau mittlerweile erkannt, weil die Vielfalt der Arten sowohl bei Tieren als auch bei Pflanzen nachweislich in Gefahr ist.

Insektenfreundliche Pflanzen

Die beiden Expertinnen erläuterten im Detail, wodurch sich biodiverse Blumenkästen auszeichnen. An vorderster Stelle steht dabei die Vielfalt insektenfreundlicher Pflanzen, die unterschiedliche Blühzeiten haben. So sollen statt der üblichen Geranien beispielsweise Salbei und Storchenschnabel, Natternkopf und Löwenmäulchen sowie viele weitere bienenfreundliche Pflanzen für den Nachschub an Pollen und Nektar sorgen.

Das Projekt stellt aber nicht allein einen Beitrag gegen das Insektensterben dar. "Vielmehr möchten wir Bewusstsein schaffen, Impulse geben und Vorbild dafür werden, dass jeder Quadratmeter Natur zählt", betonen die Initiatorinnen.

Die aktuelle Aktion war sehr gut vorbereitet. So hatten engagierte Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins, dessen Vorsitzende die Kommunalpolitikerin Wiesner ist, die insgesamt 40 Kästen mit über 200 Pflanzen ehrenamtlich bestückt. Und nicht zuletzt sind die attraktiven Objekte besonders im Bereich der TV-Halle ein Blickfang für alle, die auf dem Rhönexpress Bahn-Radweg unterwegs sind und von dort einen Abstecher in die Stadt unternehmen.