Seit Jahren organisiert Gabi Pankerl für die 1. Große Bad Brückenauer Karnevalsgesellschaft den dienstäglichen Faschingsumzug. Dieses Jahr ist sie erschüttert. Denn bis Mitte vergangener Woche hatten erst 30 Gruppen gemeldet. Damit wird der Brückenauer Umzug immer kleiner. Und das, obwohl der Fasching in der Region stetig wächst. Die Gründe scheinen vielfältig zu sein.

Noch vor fünf, sechs Jahren fiel der Bad Brückenauer Karnevalsumzug stattlich aus, erinnert sich Pankerl. "Wir hatten mal den größten Faschingszug im Landkreis. 40 bis 50 Gruppen waren immer dabei. Doch seit drei, vier Jahren geht die Teilnehmerzahl stetig runter."

Diesmal haben aus der Kernstadt nur vier Gruppen gemeldet. Auch bei den Ortsteilen sieht es dünn aus. "Nur Volkers hat unsere Einladung bestätigt", berichtet Pankerl. Römershag, Wernarz, die bisher immer dabei waren: bis Donnerstag Fehlanzeige. Bei den städtischen Vereinen mache eigentlich nur der TV noch mit.

Hessen müssen wieder arbeiten

Die Gründe für die schwache Beteiligung sind laut Pankerl vielschichtig. So würden es viele Leute beruflich nicht mehr schaffen, am Gaudiwurm teilzunehmen. So sei der Fasching für die benachbarten Hessen eigentlich am Rosenmontag beendet; am Faschingsdienstag müssten die meisten wieder arbeiten. Vielen Menschen fehle die Zeit, sich aufwendig, zum Beispiel mit dem Bau eines Wagens, zu befassen. Andere wollten einfach nicht mehr mittun, aber trotzdem feiern.