Vor einem Jahr erst stand der Einzelhandel in Bad Brückenau vor den Scherben des Forums. Der Verein, der sich der Vermarktung der Stadt angenommen hatte, war im Dezember 2015 aufgelöst worden. Fast 100 Mitglieder zählte das Forum damals, der harte Kern der Einzelhändler - vor allem aus der Ludwigstraße - machte weiter und gründete die Werbegemeinschaft Bad Brückenau (WBB), ein lokales Bündnis zur Stärkung des Einzelhandels.


Umfrage und Store-Check

Gleich zu Beginn gab es eine Motivationsspritze: Die WBB erhielt einen Förderpreis der Günther-Rid-Stiftung in Höhe von 15 000 Euro. Im Frühjahr begann die Beratung durch einen Vetreter der "Cima Beratung und Marketing GmbH" aus München. Seitdem wurden zwei Workshops veranstaltet (siehe unten), eine Umfrage im Staatsbad und ein kostenloser Store-Check in acht Geschäften durchgeführt.

Was strukturelle Fragen angeht, so kann die WBB noch keine Er gebnisse vorzeigen. Sie sei aber auf dem Weg dorthin. "Die Ware auf die Straße zu stellen, reicht heute nicht mehr. Wir müssen die Möglichkeiten der neuen Medien nutzen", sagt Roth, einer der drei Sprecher der WBB. In den beiden Workshops seien einzelne Bausteine zusammengetragen worden, die nun zu einem Gesamtkonzept verarbeitet werden müssten. Ein dritter Workshop soll im Februar stattfinden. Stadt und Stadtrat sowie die Staatliche Kurverwaltung würden dazu eingeladen, kün digt Roth an.


Öffnung der Fußgängerzone kein Allheilmittel

Was das sensible Thema der Öff nung der Fußgängerzone für den Verkehr angeht, so sind sich die drei Sprecher der Sensibilität bewusst. "Wenn man sich entschließen sollte, das zu verändern, dann ist das erst der Anfang", sagt Knüttel vorsichtig. Er sagt aber auch: "Wenn sich nichts in der Ludwigstraße ändert, dann stoßen wir immer wieder an eine Wand." Dabei sei die Öffnung kein All heilmittel und könne nur unter Einbeziehung aller Beteiligten umgesetzt werden. Roth ergänzt, dass auch Rechtliches zu klären sei.

In einem Punkt aber findet die WBB deutliche Worte. "Wenn wir schon eine Fußgängerzone haben, dann muss die Bushaltestelle auch an der Fußgängerzone sein", sagt Gerhard Fläschner in Hinblick auf Pläne der Stadt, die Haltestelle beim Café Vogler zu verlegen. Es spreche nichts dagegen, die alte Haltestelle am ehemaligen Verteilzentrum der Post in der Ludwigstraße wieder in Betrieb zu nehmen.


Erste Impulse der Werbegemeinschaft Bad Brückenau:

Workshops Im Juli und im September veranstaltete die Werbegemeinschaft Bad Brückenau (WBB) in Zusammenarbeit mit der Beratungsagentur "Cima" zwei Workshops. Beide beschäftigten sich mit der Belebung der Innenstadt. Die Erkenntnisse sollen nun zur Umsetzung geführt werden. Dazu ist ein dritter Workshop im Februar geplant.

Beschilderung Die WBB spricht sich dafür aus, die Be schilderung in der Stadt zu modernisieren und einheitlich zu gestalten. Dabei sollten auch An knüpfungspunkte mit dem Staatsbad geschaffen werden.

Virtueller Stadtrundgang Die WBB überlegt, durch die Agentur "Stadtfokus" einen virtuellen Stadtrundgang erstellen zu lassen. Dabei geht es nicht nur um die Präsentation des Einzelhandels. Auch Sehenswürdigkeiten und Dienstleister wie Friseure, Werkstätten, Schwimmbad oder Tourist-Info würden berücksichtigt. Ergänzend dazu werden QR-Codes, die mit dem Smartphone abscannbar sind, angebracht.

Mitglieder 23 Mitglieder hat die WBB aktuell. Interessenten können sich bei Georg Roth, Gerhard Fläschner oder Hermann Knüttel melden.