Die Räume sind kalt, und die neue Galeriebeleuchtung kommt seit Wochen nicht zum Einsatz. "Zum Glück sind uns die Mitglieder des Vereins bisher weiter treu geblieben", sagt Cornelia Borowski,Vorsitzende des Vereins Kunsthaus. Die letzte Veranstaltung in diesem Jahr, eine Irish Folk Band am 3. Dezember, wurde unter strengen Hygienemaßnahmen und mit nur 30 Zuschauern gehalten.

Das Programm für das kommende Jahr ist fertig - natürlich unter Vorbehalt. "Die Galerie gäbe es nicht mehr, wenn wir Miete und Personalkosten zu schultern hätten", ist sich Galerieleiter Hans Dietrich Unger bewusst. Eine Hand voll Ehrenamtlicher seien immer am Start, um den Betrieb am Laufen zu halten.

In den Musikschule nebenan geht der Unterricht hingegen fast normal weiter. Daniela Wagner verweist auf die besonderen Hygienemaßnahmen: Zwischen Lehrer und Schüler seien Plexiglasscheiben eingebaut, so dass der Unterricht ohne Maske - was insbesondere im Gesangs- und der Blasinstrumentenunterricht nicht zu umgehen ist - stattfinden kann.

Schüler besonders diszipliniert und eigenständig

"Wir erleben die Schüler aktuell als besonders diszipliniert und eigenständig", sagt Wagner. Besonders freut die Schulleiterin in dieser Situation, dass es kaum Absagen gebe. "Durch die Kontaktbeschränkungen üben die Schüler zu Hause mehr und mit großer Freude", ist die Erfahrung vieler Musiklehrer. Die Schülerzahlen an der Musikschule seien nach wie vor konstant.

"Im Kino ist normalerweise der November der umsatzstärkste Monat", sagt Carola Berner-Löhmer, Inhaberin der Rhönlichtspiele Bad Brückenau. Deshalb hoffe sie auf die November- und Dezemberhilfen für den Ausfall. Ihre Mitarbeiterin ist derzeit wie im Frühjahr in Kurzarbeit. So sei zumindest diese Zeit überbrückt.

Verlagerung auf Streamingplattformen

"Ein schlechtes Zeichen ist allerdings die Einstellung der Fachzeitschrift Filmecho", sagt Berner-Löhmer. Hier informierte sich die über Neuigkeiten und Diskussionen in der Branche. Für die Kinobranche allgemein sieht die Kinoinhaberin durch die Pandemie eine "massive Verlagerung der Filme auf Streamingplattformen im Internet".

Im Fahrradmuseum im Staatsbad ist Ivan Sojc aktuell damit beschäftigt, die Räume des Museums im Staatsbad zu aktualisieren. "Das ist eine notwendige Arbeit, die sowieso gemacht werden muss", sagt er. Nichtsdestotrotz sei die finanzielle Lage sehr schwierig. Der November sei normalerweise ein schlechter Monat, dementsprechend könnten hier keine staatlichen Hilfen erwartet werden.

Beim Bayerischen Kammerorchester (BKO) bereitet Geschäftsführer Pavol Tkác gerade die neue Jahresbroschüre für das kommende Jahr vor, "so, als ob es kein Corona gäbe", kommentiert er. Denn wie es 2021 weitergeht, weiß noch keiner. Alle Vorgänge müssten drei- oder vier Mal angefasst werden, das sei demotivierend und frustrierend.

Kreatives Orchester und bleibende Sponsoren

Im Sommer war das Orchester besonders kreativ beim Umgang mit den Hygienemaßnahmen: Das Programm wurde gekürzt, modifiziert und zwei Mal an einem Abend aufgeführt. "So konnten wir wenigstens die Abonnenten bedienen", sagt Tkác. Doch "ohne die Hilfe des Freundeskreises, die in der Durchführung der Veranstaltungen massive Unterstützung boten, hätte es nicht funktioniert", ist sich der Geschäftsführer sicher.

Eine freudige Überraschung, zumindest was die Finanzierung des BKO angeht, kann Tkác jetzt verkünden: "Alle öffentlichen Geldgeber und alle Sponsoren sind mit an Bord geblieben." Die Solidarität - besonders von den regionalen Sponsoren - sei in dieser schwierigen Zeit ohne Auftritte groß gewesen.

Reicht es für viele hinten und vorne nicht

Ganz anders gehe es den Musikern. Als sogenannte Soloselbstständige werden sie nur projektbezogen für die Veranstaltungen und Proben bezahlt. Keine Auftritte bedeutet keine Gage für sie. "Die Musiker haben mehrere Standbeine", sagt Tkác. Oft geben sie Musikunterricht und haben noch andere Engagements. Für die ausgefallenen Konzerte im Staatsbad gibt es zumindest 60 Prozent der Gage. "Das ist in diesen Zeiten schon viel, trotzdem reicht es für viele hinten und vorne nicht."