In der vergangenen Woche weilte die zweite Gruppe von Gästen aus den Hochwassergebieten im Westen Deutschlands zu einer kostenlosen Auszeit im Altlandkreis Bad Brückenau. "Es war anders als mit der ersten Gruppe, aber trotzdem schön", zieht Initiatorin Claudia Wawerzinek Bilanz. Unter anderem präsentierte sich das Wetter in der Rhön nicht mehr spätsommerlich warm, sondern herbstlich kühl und regnerisch. Doch bremsen ließ sich die Gruppe davon nicht, wie Wawerzinek berichtet.

Für die insgesamt 17 Gäste - Familien mit Kindern - hatte sie unter anderem eine Fahrt mit den Planwagen von "Müller's Kutschfahrten" aus Eckarts organisiert. "Am nächsten Tag wollten wir eigentlich in den Erlebnispark nach Steinau. Aber das Wetter war so schlecht. Da habe ich im Takka-Tukka Abenteuerland in Fulda angerufen. Die haben gleich gesagt, dass wir kommen dürfen", freut sich Wawerzinek.

Wasserkuppe und Wildpark

Am dritten Ausflugstag ging es gemeinsam auf die Wasserkuppe. Die dortige Fliegerschule hatte die Kinder und Jugendlichen aus der Gruppe eigentlich zum Fliegen eingeladen, wie Wawerzinek berichtet. Aber auch hier machte das Wetter einen Strich durch die Planungen. Kurzerhand ging es stattdessen auf die Rodelbahn.

"Wir hatten einen 83-jährigen Opa dabei. Sie glauben es nicht, der ist mit 28 km/h den Berg runtergesaust. Wir haben Tränen gelacht", erzählt Wawerzinek. Anschließend ging es für die Gruppe noch nach Gersfeld ins Café Wahl und in den Wildpark.

Eingeladen waren die Gäste außerdem - wie schon die erste Gruppe - in "Die Böll" in Geroda. Ebenfalls wieder mit an Bord war das Römershager Gasthaus Breitenbach und die dahintersteckende Familie Herdt, wie Wawerzinek hervorhebt. "Die Familie Herdt hat mich wirklich ganz toll unterstützt."

Viele Einzelspenden von Privatleuten

Hinzukamen Einzelspenden zahlreicher Privatleute, wie die Bad Brückenauerin berichtet. "Ich möchte mich bei allen ganz herzlich bedanken. Die Leute haben viel spendiert." Für gute Unterhaltung sorgten indes wieder drei Musiker aus Detter.

Ein großes Dankeschön richtet die Initiatorin der Auszeit zudem an: den Jägerhof, den Dreistelzhof und das Hotel Ursula sowie das Reiseunternehmen Kimmel, die Parfümerie Roth und die Evangelische Kirche Bad Brückenau, die Buchhandlung Nikolaus und den Weltladen, ebenso auch an Petra Hartmann vom Staatsbad, die Stadt Bad Brückenau, die Therme Sinnflut und den Weltbild-Verlag.

Abgeschlossen ist das Engagement für die Betroffenen der Flutkatastrophe für Wawerzinek noch lange nicht. Vor allem zur ersten Gruppe besteht reger Kontakt, wie sie berichtet. "Gerade habe ich über das Helfershuttle dort einen Bautrockner organisiert. Ich bin eigentlich mit einem halben Bein im Ahrtal und bräuchte bald ein Haus da unten", sagt sie mit einem Augenzwinkern und lacht herzlich.