Nach einem Jahr Pause ist es wieder soweit. Die Kreuzbergallianz zeichnet drei herausragende Objekte mit dem Sanierungspreis aus. Die Preisträger sind: Viktor Schumacher (Ginolfs), Inken und Georg Majerski (Bischofsheim) sowie Erika und Martin Gores (Bischofsheim). Bei der Preisübergabe in der Elstalhalle in Oberelsbach bedauerte der Vorsitzende der Kreuzbergallianz, Bischofsheims Bürgermeister Georg Seiffert, dass - coronabedingt - kein Umtrunk und kein tieferer Austausch stattfinden könne.

Dennoch sollte die Würdigung als Wertschätzung und Anerkennung für gelungene und vorbildliche Sanierungen ausgesprochen werden. Mit Liebe zum Detail seien Ergebnisse geschaffen worden, auf die die Eigentümer zu Recht stolz sein können. Von "drei Blickfängen" sprach Seiffert, von "Häusern mit Seele". "Die Geschichten der Balken in den Häusern möchte ich gerne hören." Individuelle Juwelen seien entstanden.

Attraktiv: Haus und Innenhof

Inken und Georg Majerski haben am Eingang zur Innenstadt, in der Löwenstraße 17, ein stark sanierungsbedürftiges und unbewohnbares Gebäude von Grund auf saniert. Neben der kompletten Erneuerung der Haustechnik, Türen, Fenster, Wände und Böden zählen die Fensterläden an allen Außenfenstern zu einer Besonderheit, die das Erscheinungsbild aufwerten. Ein aufeinander abgestimmtes Farbkonzept unterstreiche dies. Die Balkone wurden mittels einer Brücke verbunden, zudem wurde eine Treppe installiert, um die Balkone von außen zu erreichen. Das Eingangstor wurde erneuert, die Stadtmauer von oben abgedichtet, der Stallbereich oberhalb der Stadtmauer wurde von außen neu verkleidet. "Entstanden ist auch ein attraktiver Innenhof", schwärmt Seiffert von dem kleinen Juwel am Ortseingang.

Blickfang in Bischofsheim

In der Hofstraße in Bischofsheim haben Erika und Martin Gores eine Doppelhaushälfte saniert. Als ehemaliger Lehrer der Holzbildhauerschule habe Gores einen Blick für die Besonderheiten, hob Seiffert hervor. Auch hier sei ein Blickfang entstanden, der der Seele des ganzen Quartiers entspreche. Neue Holzfenster und -türen, neue Holzschindeln, ein passender Fassadenanstrich mit Vordach, neue Treppengeländer und zwei Blumenbretter wurden angebracht. Eines der beiden Blumenbretter entdeckte Gores nach dem Kauf des Hauses auf dem Speicher. Das zweite Blumenbrett habe er im gleiche Stil von einer Bischofsheimer Bildhauerin anfertigen lassen. Es zeigt die beiden Bewohner des Hauses, eine ehemalige Wirtin und einen ehemaligen Lehrer der Holzbildhauerschule Bischofsheim.

Kleine Gastwirtschaft

Viktor Schumacher nahm sich in Ginolfs eines sehr sanierungsbedürftigen Gebäudes an. Der ehemalige Eigentümer habe bereits die Abbruchgenehmigung für das 300 Jahre alte Fachwerkhaus beantragt. Nach fast acht Jahren Bauzeit steht nun im Ortskern von Ginolfs ein denkmalgerechtes saniertes Objekt, das nicht nur außen, sondern auch innen, durch die Einrichtung einer kleinen Gastwirtschaft, wiederbelebt wurde. Die komplette Außenfassade wurde saniert, das Fachwerk freigelegt, teilweise ersetzt und aufgearbeitet. Der Sockel wurde durch Natursteine erneuert, die Lehmfelder komplett saniert und erneuert, die Fenster und Türen nach denkmalpflegerischen Vorgeben ersetzt beziehungsweise aufgearbeitet.

Sanierungspreis als Ansporn

Zur Jury gehörten neben den Bürgermeistern auch Kreisbaumeister Herbert Bötsch und die geschäftsführende Beamtin der Stadt Bischofsheim, Ulla Sippach.  Es sei keine leichte Entscheidung gewesen, betonte Seiffert. Den Sanierungspreis der Kreuzbergallianz, der mit einem Geldpreis dotiert ist, möchte der Vorsitzende als Ansporn für alle verstanden wissen, die ein Anwesen sanieren. Bürgermeister Seiffert ist stolz, dass die Kreuzbergallianz seit ihrer Gründung im Jahr 2010 die Innenentwicklung aktiv betreibt und damit eine Vorreiterrolle für viele Allianzen auch über die Grenzen Bayerns hinaus einnehme. Der Erhalt und die Stärkung attraktiver Ortskerne werde durch eine Vielzahl an Maßnahmen unterstützt. Dazu zählen unter anderem die Beratungsgutscheine der Kreuzbergallianz. Aber auch die Aktivierung von brachliegendem Bauland sei eine wichtige Komponente.

Sehr enttäuscht seien die Bürgermeister der Kreuzbergallianz über die Ablehnung der Grundsteuer C, da sie darin ein "rechtssicheres Instrument zur nachhaltigen Weiterverfolgung" ihres Kernthemas sehen. Ein entsprechendes Schreiben sei an alle Entscheidungsträger im Landtag gegangen.