Statistik Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Etwa 61.200 Männer erkranken in Deutschland nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts jährlich neu. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 72 Jahren. Hodenkrebs tritt deutlich seltener auf, betrifft aber vor allem junge Männer zwischen 25 und 45 Jahren. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts erkranken jedes Jahr rund 4070 Männer an einem bösartigen Hodentumor. Hodenkrebs wird häufig durch Ertasten erkannt und kann in frühem Stadium praktisch immer geheilt werden.

Quellen: Deutsche Krebsgesellschaft/Deutsche Krebshilfe

Vorsorge Prof. Dirk Engehausen, Chefarzt der Sinntalklinik, rät Männern ab 45 Jahren dazu, alle fünf Jahre eine Vorsorgeuntersuchung zu machen - bei genetischer Vorbelastung auch häufiger. Etwa ein Drittel der Patienten der Sinntalklinik sind Männer, die nach einer Prostatakarzinomerkrankung zur weiteren Behandlung ins Sinntal kommen. Engehausen berichtet, dass sich die Operationsverfahren inzwischen deutlich verbessert haben. Durch Vorsorgeuntersuchung werden heute viel mehr Karzinome bereits in frühen Stadien entdeckt, so dass vorsichtige nervschonende und nerverhaltende Operationen möglich sind. Das bedeutet, die früher gefürchtete Impotenz nach einer Operation kann heute häufig vermieden werden.

Impotenz "Es wird heute im Allgemeinen ein Operationsverfahren gewählt, bei dem die Erektionsnerven weitestgehend geschont werden", sagt er. Nur noch zwischen 19 und 40 Prozent der Männer mit Prostatakrebs seien von anhaltender Impotenz betroffen. "Das gelingt umso besser, je früher man den Tumor findet." Allerdings lasse sich auch bei einer postoperativ aufgetretenen Impotenz durch den Einsatz von Hilfsmitteln wie z. B. Medikamente, Vakuumpumpe oder bis hin zur Penisprothese für sehr seltene schwere Probleme ein erfülltes Sexualleben für den Mann erreichen.

Inkontinenz Viele Männer fürchten sich zudem vor Harninkontinenz. Tatsächlich haben zwischen 75 und 80 Prozent der Patienten direkt nach einer Operation Probleme beim Wasserhalten, schildert der Urologe. Bei richtiger Rehabilitation lasse sich das Ergebnis meist innerhalb der ersten zwei bis drei Monate, selten bis zu einem Jahr, deutlich verbessern. Dann seien es nur noch zwischen 4 bis 40 Prozent der Patienten, die geringgradig unter einer Belastungsinkontinenz leiden. Eine hochgradige Belastungsinkontinenz ist bei den verfeinerten Operationstechniken zwischen 0 und 7 Prozent der Patienten festzustellen. Insgesamt freut sich Engehausen über ein wachsendes Gesundheitsbewusstsein der Männer. "Da tut sich etwas im Umdenken der jungen Generation."