Gerade noch rechtzeitig schickt Petrus Sonne und Wärme für das Rottershäuser Heimatfest, das an diesem Wochenende vom 7. bis zum 10. Juni zum fünften Mal stattfindet und für das Landrat Thomas Bold die Schirmherrschaft übernommen hat. Das Fest wird auch ein Ausflug in die Vergangenheit, denn Ritter und Knappen sind beim Mittelaltermarkt anzutreffen. In den Höfen wird altes Handwerk gezeigt und beim Bulldog-Treffen gibt es auch einige Oldtimer zu bewundern.
Doch das ist nur ein Teil des Ganzen. Ein lukratives Programm unter dem Motto "Heimat erleben" mit Musik und Tanz, mit Vorführungen und Ausstellungen, mit Stationen für Jung und Alt sowie Angeboten leiblicher Stärkungen aller Art verwöhnt die Gäste, die wie in der Vergangenheit zu Tausenden erwartet werden.

Seit zweieinhalb Jahren haben die Verantwortlichen in Festausschuss und Arbeitsgruppen unter der Federführung von Robert Erhard diesen Event vorbereitet. Mehr als 50 Mal trafen sich die Teams. Viele und umfangreiche Protokolle belegen die Vorarbeiten. Das Fest selbst fordert allein 700 Arbeitseinsätze mit 6000 Helferstunden, nur zu stemmen mit allen Bewohnern. "Ich bin mir sicher, dass wieder alle anpacken. Die direkten Arbeiten mit Zeltaufbauten und deren Ausstattung laufen bereits mit starker Unterstützung. Die Helferlisten stehen. Schon jetzt ein großes Lob an unsere Rottershäuser", würdigt Robert Erhard.

Erstes Heimatfest 1973

Wie entstand das Heimatfest? Anfang der 70er Jahre stand die Gebietsreform mit Verlust der kommunalen Selbständigkeit für Rottershausen bevor. Kultur und Brauchtum, Vereinswesen und Lebensgewohnheiten schienen gefährdet. Da beschloss der damalige Gemeinderat, eine Ortschronik, die Heimatforscher Michael Herbst in noch loser Form erarbeitet hatte, herauszugeben. Das Werk wurde Anfang 1973 gedruckt und sollte feierlich vorgestellt werden. Ein Festausschuss entstand. Vom 26. Juni bis zum 2. Juli lief schließlich die Feier unter dem Motto "Heimatfest". Das Programm umfasste Baumpflanzung, Heimatabend mit Chronikvorstellung, Festgottesdienst und großem Festumzug sowie Festausklang mit Musik und Leckerbissen. Wegen des großen Erfolgs kam es zehn Jahre später zu einer Neuauflage, noch größer und aufwendiger mit Rock- und Beatabend, Heimatabend sowie großem historischem Festzug und Ausklang mit Kesselfleisch. 1993 ersetzten Ausstellungspunkte zu Geschichte, Handwerk sowie Dorf- und Vereinsleben den Festzug. Dieses Konzept blieb zehn Jahre später und bildet auch diesmal einen der Kernpunkte. Gefeiert wird im großen Festzelt am alten Sportplatz und an vielen Anlaufpunkten in Oberer und Unterer Dorfstraße sowie Domstraße.