Von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet leistet das Technische Hilfswerk (THW) schnelle und effektive Hilfe bei Unglücksfällen und Katastrophen. Seit Juni 1953 gibt es auch in Bad Kissingen einen Ortsverband. Lang ist die Liste der Einsätze.
Der Ortsverband wurde am 22. Juni 1953 gegründet, erster Ortsbeauftragter war Fritz Engmann.
Von 1953 bis 1961 war der Ortsverband in der Salinenstraße in Bad Kissingen untergebracht, die Jahre 1961 bis 1963 waren durch die Übergangslösung des Anwesens Fell und Schneider in der Maxstrasse 6 geprägt. Bis 1981 war der Ortsverband im städtischen Bauhof untergebracht, im Jahr 1981 konnte die jetztige Unterkunft in der Waldsiedlung Rottershausen bezogen werden.

Erinnerungen ans Hochwasser

Einsätze gab es für die Kissinger THW-Ortsgruppe in den 60 Jahren ihres Bestehens mehr als genug. Diese listeten Ortsbeauftragter Helmut Rink und sein Stellvertreter Andreas Kiesel bei der Präsentation der Chronik anlässlich des Festaktes zum 60-jährigen Bestehen des Ortsverbandes am vergangenen Freitagabend im Bad Kissinger Stadtsaal auf. Da gab es in jüngerer Zeit das Hochwasser 2003 an der Saale, 2001 musste ein amerikanisches Militärfahrzeug in Engenthal gesichert werden, das einen Abhang hinabzustürzen drohte; 2002 rückten 21 Helfer nach Dessau zur größten Flutkatastrophe Deutschlands aus.

Ein prägendes Erlebnis

Einer von ihnen war damals Heiko Rink, er ist Schirrmeister beim THW. Für ihn war der Einsatz ein prägendes Erlebnis. In Dessau stationiert, erzählte er, habe er nach der Ankunft die ganze Nacht Sand mit einem Kipper an neuralgische Punkte gefahren. Einen Tag später war er als Elektriker im Klärwerk von Dessau eingesetzt und sorgte dafür, dass der Großgenerator Strom für Pumpen und Licht er-zeugte und das Klärwerk dadurch nicht absoff. "Man hat den Menschen geholfen und gleich gesehen, dass die Hilfe ankommt. Die Menschen haben sich bedankt und waren glücklich, wenn sie uns sahen," erinnert er sich. "Was mich am meisten beeindruckte, war die Menge der Hilfsorganisationen, die man in diesem Katastrophen-gebiet aufgefahren hatte."
Landrat Thomas Bold (CSU), Schirmherr des Festaktes, würdigte die Arbeit der THW'ler : "Dank an alle freiwilligen Helfer, dass sie sich und ihre Freizeit zum Wohle der Allgemeinheit einsetzen." Bold wies auch darauf hin, wie wichtig Übungen seien, um gut auf den Ernstfall vorbereitet zu sein. Dies habe sich bei dem Massenunfall auf der A71 gezeigt, wo vorher mit Polizei und Rettungsorganisationen auf der noch nicht in Betrieb genommenen Autobahn geübt wurde. Dass die Rettungsaktion beim realen Unfall dann perfekt ablief, sei dem vorherigen Üben zu verdanken.
Für Bad Kissingens Bürgermeister Peter Deeg (CSU) sei das THW eine Sicherheitsoption für die Menschen in der Region. Die Organisation leiste hervorragende Hilfe in Notsituationen.