Fast auf den Tag genau ist es jetzt ein Jahr her, dass der "erste Hammerschlag" für den Umbau der ehemaligen Schule in Stralsbach gefallen ist. Im Juni des Jahres 2011 haben die Stralsbacher den Förderverein Dorfgemeinschaft Stralsbach gegründet, dem heute 251 Mitglieder angehören. Sinn und Zweck des Vereins ist, für die Dorfbewohner die alte Schule als Zentrum zum "Dorfgemeinschaftshaus" umzugestalten und dieses zu unterhalten, gibt Berthold Kröckel Auskunft. Er ist neben Andreas Schmück und Dorothea Heuer-Kretschmer (Öffentlichkeitsarbeit) Vorsitzender des Fördervereins und mit Schmück für die Organisation zuständig.

"Wenn wir diese Chance nicht genutzt hätten, wäre in Stralsbach nie mehr ein Haus für die Dorfgemeinschaft entstanden", ist Andreas Schmück überzeugt. Bei der alten Alten Schule, die vor Jahren bereits abgerissen wurde, habe man die Gelegenheit verpasst, eine Begegnungsstätte für die Bevölkerung zu schaffen. Etwas für die Dorfgemeinschaft zu erreichen sei für ihn auch Antrieb gewesen, in den Vorstand zu gehen und fast ausnahmslos jeden Samstag "mit anzupacken". Aus dem gleichen Grund kämen auch die anderen freiwilligen Helfer, erklärt der Vorsitzende.

Etwas anders drückt es der Verputzer Erwin Grom aus: "Weils gemacht werden muss und damit wir endlich in die Räume kommen". Grom ist Rentner und arbeitet neben den Samstagen auch oft unter der Woche in der Schule, um anstehende Arbeiten zu erledigen. Wie alle anderen ist auch er froh, dass sich für die Stralsbacher diese einmalige Möglichkeit ergeben hat.

50 Leute, darunter viele Fachleute der verschiedenen Gewerke, hatten vor Beginn der Bauarbeiten ihre Hilfe zugesagt. Bis heute hätten 34 von ihnen bereits fleißig beim Umbau gearbeitet. Jeden Samstag kämen zwischen zehn und 18 Leute. Vereinzelt gehen auch unter der Woche Fachleute auf die Baustelle, um Arbeiten wie das Einputzen von Fenstern oder Fliesenlegerarbeiten zu erledigen, lobt Kröckel das Engagement seiner Leute. Nicht zu vergessen die "guten Hausgeister", die für die Brotzeit sorgen und die Baustelle reinigen.

Fertig gestellt sind mittlerweile schon der Mehrzweckraum, der für die Seniorennachmittage und Versammlungen der örtlichen Vereine genutzt wird, sowie die Teeküche. Bezugsfertig ist auch der Verkaufsraum mit Grillküche und Getränkeausgabe für die Dorffeste. Im gesamten Gebäude wurden bereits alle Fenster erneuert und im großen Saal im Obergeschoss der Kamin versetzt.

Auf dem Arbeitsplan der nächsten vier Wochen steht der Probenraum für den Musik- und Gesangverein und der Gruppe "Nur Mut" sowie der Sanitärbereich im Erdgeschoss. Der Jugendraum in der ehemaligen Turnhalle soll bis Ende April fertig sein.

Das letzte große Projekt ist der große Saal im Obergeschoss, der nach verschiedenen Durchbrüchen genügend Platz für Veranstaltungen wie Fasching, Theater oder Vorträge bietet. Dazu kommen die Damentoiletten und die Gestaltung der Außenanlagen, geplant für den Herbst. Dann ist das mit 150.000 Euro aus Leader-Mitteln geförderte Dorfgemeinschaftshaus fertig. Neben den vielen Stunden an Eigenleistung beteiligt sich der Förderverein zusätzlich mit 13.000 Euro an dem mit 357.000 Euro veranschlagten Umbau. Die Gemeinde Burkardroth schießt 194.000 Euro zu.

Weil gefördert, muss der Umbau bis Ende des Jahres abgeschlossen sein, sagt Schmück. Aus dem gleichen Grund müssen in dem neuen Zentrum zusätzlich auch regionale Veranstaltungen wie beispielsweise Benefizkonzerte, Schulungen und Infoveranstaltungen stattfinden.