Der Winter steht bevor. Glücklicherweise gibt es nun auch angepasste Impfstoffe. Wir klären die drängendsten Fragen zum Impfen.

1. Was steckt hinter dem "angepassten" Impfstoff?

Es gibt zwei Impfstoffe, die der Variante Omikron BA.1 angepasst sind (Moderna, Biontech). Ein weiterer ist den derzeit vorherrschenden Varianten BA.4 und 5 angepasst (Biontech). Der BA.1-Impfstoff wurde an mehreren tausend Personen getestet. Beim BA.4/5-Impfstoff wurde die bessere Wirksamkeit in Tierversuchen bestätigt.

Mehr brauche es nicht: Die Zusammensetzung des Vakzins bleibt unverändert, heißt es auf der Infoseite des Bundes, zusammengegencorona.de. Hausarzt Ralph Brath weiß: "Sie sind so zugelassen, wie jährlich angepasste Grippeimpfstoffe."

2. Wo gibt es den angepassten Impfstoff in Bad Kissingen?

Nathalie Bachmann aus dem Landratsamt berichtet, dass der BA.4/5-Impfstoff im Impfzentrum bereits zum Auffrischen verimpft wird. Termine und Fragen unter Tel. 0151/184 908 88. Weitere Infos auf der Seite des Landratsamtes.

Öffnungszeiten:

  • dienstags 9 bis 13 Uhr
  • mittwochs 14 bis 18 Uhr
  • freitags 12 bis 16 Uhr

Mobile Impfteams impfen ohne Termin, jeweils von 14 bis 18 Uhr:

  • 13. Oktober: Hammelburg, Bürgerspital
  • 20. Oktober: Wildflecken, Rathaus
  • 27. Oktober: Burkardroth, Rathaus
  • 10. November: Bad Brückenau, Georgi-Kurhalle

Mitzubringen sind Ausweis und Impfpass, ggf. Genesenennachweis, Medikamentenplan und Allergieausweis.

Bei zwölf bis 15-Jährigen muss eine sorgeberechtigte Person dabei sein. Vom nicht anwesenden Sorgeberechtigten braucht es eine Vollmacht.

Hausärztinnen und Hausärzte haben den angepassten Impfstoff laut Ralph Brath schon ein paar Tage früher als das Impfzentrum bekommen. Arztpraxen wie seine, die etwas bestellt haben, sollten den Impfstoff nun vorrätig haben.

3. Können alle sich mit dem angepassten Impfstoff impfen lassen?

"Es ist genug da. Ich habe das Gefühl, wir schwimmen in Impfstoff", sagt Ralph Brath. Die Stiko rät das Vakzin ab 12 Jahren. Aber: Den angepassten Impfstoff bekommt nur, wer sich (zum ersten/zweiten Mal) auffrischen lässt.

"Man sollte es handhaben wie die Grippeimpfung und sich jährlich einen Impfschutz zulegen", so Brath. Vor kurzem erst habe er in einem Altenheim Grippe- und Coronaimpfstoffe gleichzeitig verimpft - zu mehr oder verstärkten Impfreaktionen sei es nicht gekommen.

4. Wer braucht eine 2. Auffrischungsimpfung (2. Booster)?

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine 2. Auffrischimpfung für Menschen ab 60 Jahren und Personen ab fünf Jahren mit Erkrankungen, die das Covid-Risiko erhöhen, oder nach ärztlicher Beratung. Außerdem profitieren die, die noch keine Omikron-Infektion hatten, vom angepassten Impfstoff.

5. Ich war krank. Wie lange muss ich danach mit dem Impfen warten?

Die Stiko empfiehlt zwischen einer durchgemachten Infektion und einer nachfolgenden Covid-19-Impfung einen Abstand von mindestens drei Monaten.

6. Wer gilt seit dem 1. Oktober als vollständig geimpft?

  • Wer drei Impfungen hat (die letzte muss mindestens drei Monate nach der zweiten erfolgt sein).
  • Mit zwei Impfungen gilt nur als vollständig geimpft, wer
    • vor der ersten Impfung einen positiven Antikörpertest hatte, oder
    • eine mit PCR-Test nachgewiesene Infektion vor/nach der zweiten Impfung (letzteres: erst nach 28 Tagen gültig).

7. Impfpass oder -zertifikat verloren?

Die zuständige Stelle kann unter impfarchiv@lgl.bayern.de helfen. Oder per Post an: 

Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Sachgebiet K 5, Digitales Impfarchiv der bayerischen Corona-Impfzentren, Schweinauer Hauptstr. 80, 90441 Nürnberg.

8. Was gilt für Reisen ins Ausland?

Das ist sehr unterschiedlich. Reisende sollten sich auf der Seite des Auswärtigen Amtes über Einreisebestimmungen informieren.

9. Läuft meine Impfung oder mein Impfzertifikat ab?

Eine vollständige Impfung (siehe 6.) ist unbegrenzt gültig. Wer nur zwei Impfungen hat (ohne die o.g. Bedingungen) hat, dessen Impfschutz läuft 270 Tage nach der letzten Impfung aus. Technisch gilt: Das Zertifikat muss nach einem Jahr erneuert werden. Das geht in der Corona-Warn-App mit nur wenigen Klicks.