"Bad Kissingen engagiert sich auch für seine Umwelt und ein gesundes Stadtklima", heißt es in der Pressemeldung der Stadt weiter. Bei dem Projekt geht es also nicht nur um Verschönerung, sondern auch um eine ökologische Aufwertung der Stadt.

1. Der Marienplatz: Am Marienplatz wird die Rasenfläche verkleinert. Dafür werden Staudenmischungen gepflanzt. Der Randbereich in Richtung Münchner- und Hartmannstraße wird mit Blütensträuchern ergänzt. Die Staudenmischpflanzung ist für trockene und sonnige Standorte geeignet. Die Blüte erstrahlt in frischen Pastelltönen von Purpur Rosa bis Weiß. Zum Einsatz kommen Perovskie, Prärie-Bartgras, Astern, Prachtkerze, Prachtscharte, Indianernessel und Scheinsonnenhut. Für den Frühjahrsaspekt werden Zwiebeln verwendet. Dazu zählen Tulpen, Narzissen, Zierlauch und Balkan-Windröschen. Die Staudenmischungen bringen Vorteile gegenüber einer Rasenfläche. Sie sind im Gegensatz zu Rasen trockenheitsverträglich und bieten bei hohen Temperaturen noch Blüten. Gewässert werden sie nur in der Anwachsphase und in Ausnahmefällen. Die Staudenmischungen sind ökologisch wertvoll, da sie eine lange Blütezeit haben. Dadurch sind sie reich an Pollen und Nektar und bieten ein vielseitiges und fast ganzjähriges Nahrungsangebot für Insekten. Auch in der Pflege sind die Staudenmischungen einfacher zu handhaben. Rasenflächen werden in den Sommermonaten fast 14-tägig gemäht. Die Staudenmischungen benötigen nur ungefähr 4 Pflegegänge pro Jahr. Dadurch sind sie auch im Unterhalt günstiger als die Rasenflächen.

2. Der Berliner Platz: Am Berliner Platz wird die gepflegte Rasenfläche in eine artenreiche Blühmischung umgewandelt. Außerdem wird die Grünfläche durch den Rückbau von Asphaltflächen vergrößert. Der Randbereich Richtung Marienplatz hinter der Bushaltestelle wird mit Blütensträuchern ergänzt. Zum Einsatz kommt die Blühmischung "Schattensaum für blütenreiche Gehölzränder". In der Blühmischung kommen ausschließlich heimische Pflanzen vor. Somit bietet sie Nahrung für Insekten und Kleinstlebewesen. Die Mahd erfolgt im späten Herbst. Lediglich die Randbereiche werden mit einer Mäherbreite von 60 Zentimetern öfter gemäht, da sonst das Gras auf die Gehwege hängt. Mit der Umstellung von intensiv gepflegter Rasenfläche auf Blühwiese wird das Nahrungsangebot für Insekten erhöht. Auch der Lebensraum und Rückzugsmöglichkeiten werden vergrößert. Des Weiteren verringert sich der Arbeitsaufwand.

3. Der Theaterplatz: Auf dem Theaterplatz werden die bodenebenen Beetflächen angehoben. Es entstehen Hochbeete mit angebauten Sitzelementen. Dabei werden die Flächen teilweise vergrößert. Die Wechselflorbeete entfallen. Die Neupflanzung erfolgt mit Großsträuchern und Stauden (Dauerhafte Bepflanzung). Die Großsträucher sind Blasenbäume und Kirschlorbeer. Die Unterpflanzung erfolgt mit Stauden, kleinen Gräsern und Zwiebeln. Die Wechselflorbepflanzung zielte nur auf Optik ab und wurde dreimal jährlich neu angelegt. Außerdem muss sie alle zwei bis drei Tage gewässert werden. Die neue dauerhafte Bepflanzung ist fast ganzjährig reich an Nektar und Pollen. Die Zwiebeln blühen ab Februar/März beginnend mit den Winterlingen. Vor allem der Blasenbaum ist mit der Blütezeit Juli bis August unglaublich wichtig für viele Insekten, da viele Gehölze dann bereits verblüht sind. Der Rückschnitt der Unterpflanzung erfolgt Ende Februar, was eine Überwinterung und Rückzugsmöglichkeiten für viele Insekten bietet.

4. Neue Pflanzkübel in der Innenstadt: Die alten Pflanzgefäße in der Bad Kissinger Innenstadt werden durch 36 neue Gefäße ersetzt. Bei dieser Gelegenheit wird auch die Bepflanzung erneuert. In jedes Gefäß wird ein Großstrauch: Kupferfelsenbirnen, Japanische Aralien, Sieben-Söhne-des-Himmels-Sträucher, Amberbäume, rote Glanzmispeln und Portugiesische Kirschlorbeeren. Die neuen Pflanzgefäße haben im Boden einen Wasserspeicher. Mit Hilfe der Dochtwirkung werden die Pflanzen mit Wasser versorgt. So müssen die Pflanzkübel nicht mehr jeden Tag angefahren und gewässert werden. "Mit den neuen Pflanzgefäße wird der Arbeitsaufwand reduziert und durch die Anpassung der Bepflanzung das Nahrungsangebot für Insekten und Vögel im innerstädtischen Bereich erhöht", teilt die Stadt Bad Kissingen abschließend mit.