Seit 50 Jahren besteht die Grotte am Löhlein in Rottershausen. Auf einer Anhöhe am Ortsrand ist es eine Stätte der Ruhe und Betrachtung. Hier schuf 1964 das "Werkvolk" die Grotte, die seitdem vor allem am Fest Maria Himmelfahrt die Bewohner zu Gebet und Lied zusammenruft.
Vom Ende der Oberen Dorfstraße zweigt links ein Weg ab, lange als Erdweg und heute befestigt, hoch zum Löhlein.
Auch über eine Treppe vom Ende der Hirtengasse aus kann man in wenigen Minuten die Grotte erreichen. Diese Treppe wurde vor einigen Jahren neu hergerichtet, nachdem die alten Trittstufen nicht mehr sicher waren.

Werkvolk ergriff die Initative

1964 ergriff das "Werkvolk", das als Vereinigung katholischer Männer 1951 gegründet worden war, unter seinem damaligen Vorsitzenden Emil Erhard die Initiative. Hintergrund: Auf den Feldern wurden damals mit der Hand die Steine abgelesen und für den Feldwegebau verwendet. Von je her dienten sie aber auch dem Bauen, vor allem für Fundamente. Erhard und seine 63 Mitstreiter, berichtet Michael Herbst in der Ortschronik von 1973, schufen die Gebetsstätte.

Maria, hilf uns allen!

Viele, viele Steine fügten die Männer zu einer Mauer zusammen. In der Mitte legten sie eine Nische für eine Marienfigur an. Den Abschluss bildete ein großer Findling als schützendes Dach. Die Madonna stiftete Margarete Röder. In Metallbuchstaben findet sich rechts und links der Marienfigur der Aufruf: Maria hilf uns allen!

87-Jährige pflegt die Grotte

Seit 50 Jahren, seit 1964 schaut Regina Schmitt nach der Gebetsstätte und pflegt sie. Für sie erfüllt sich am 15. August ihr Wunsch: "Das Goldene Jubiläum wollte ich schaffen. Der liebe Gott hat mir Gesundheit und Kraft geschenkt, dass ich den schönen Platz pflegen und schmücken darf." Wie es dazu kam, erklärte die heue 87-jährige vor ein paar Jahren: "Wenige Tage nach der Einweihung am 15. August 1964 durch Pfarrer Dr. Hans Haun haben mein Mann und ich nach Blumen und Sträuchern geschaut und sie vor allem gegossen. Da wir selbst am Fuße des Weges hoch zur Grotte wohnen, lag dieser Dienst nahe. Nie gab es eine Vereinbarung, wir machten diese Pflege einfach." Und weiter erzählt sie: "Die Aufgabe übernahmen wir gerne, für Gott und die Mitmenschen, die sich an der Grotte angenommen fühlen sollten".

Die Kinder halfen mit

Sie erzählt von den damaligen Tagen: "Wir waren ja noch jung. Die Kinder machten mit. Wasser trugen wir mit Kannen und Eimern hoch. Wir setzten Blumen, schnitten Sträucher, mähten das Gras und schafften im Herbst das Laub weg. Als aber mein Mann 1984 mit nur 56 Jahren verstarb, wurde es schwieriger. Der Grotte blieb ich eng verbunden; denn hier konnte ich meinen Schmerz ausweinen und neue Kraft schöpfen."

Die Seniorin kümmert sich

So blieb es für sie bis heute. Sie geht zwei-, dreimal in der Woche hoch zur Grotte und schaut, dass alles in Ordnung ist. Kleinere Arbeiten fallen immer an. Was sie selbst noch schaffen kann, nimmt sie von zu Hause mit einem kleinen Schubkarren mit. Ihr zur Seite steht ihre Tochter Elisabeth mit Familie, nur das Rasenmähen erledigt inzwischen die Gemeinde.
Immer brennen vor der Madonna Kerzen, die Frau Schmitt nach obringt. Zu den Festtagen steckt sie auf den Leuchter an Grotte weiße Wachskerzen auf. An der Grotte gibt es ein kleines Opferkästchen, fast unter dem Bewuchs versteckt. Mit den Gaben, über die sie nach wie vor genau Buch führt, bestreitet Frau Schmitt die Unkosten. Diesen Dienst sieht Regina Schmitt nie als Belastung. Sie macht es einfach gerne, Gott und den Menschen zuliebe. Ans Aufhören denkt sie nicht, vor allem wenn es die Gesundheit zulässt. Ganz wichtig für sie ist: "Ich mach das gerne, will aber nicht groß im Vordergrund stehen."
An diesem Freitag, dem Fest Maria Himmelfahrt, findet um 18 Uhr eine Prozession von der Kirche aus zur Grotte statt. Dort folgt eine Festandacht, der sich an der Mariensäule in Dorfmitte eine Begegnung anschließt.