Als eine "beeindruckende Persönlichkeit von höchstem Renommee, vor der sich der Freistaat Bayern und ich mit größtem Respekt verneigen" - so würdigt Bayerns Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Bernd Sibler (CSU), den ehemaligen Kultusminister und Wissenschaftler Prof. Dr. Hans Maier. Maier begeht heute seinen 90. Geburtstag. "Auch in hochbetagtem Alter ist Maier Bildungspolitiker und Wissenschaftler geblieben, der sein humanistisches Bildungsideal seit jeher mit Herz und Charakter, mit beeindruckendem Sachverstand und großer Zivilcourage vertritt", so Sibler. Die bayerische Bildungs-, Wissenschafts- und Kulturlandschaft könne sich glücklich schätzen, über Jahrzehnte einen Wissenschaftler von internationalem Rang, "einen Universalgelehrten als Wegbegleiter, Gestalter und Lenker" zu haben. Maier lebe den Artikel 131 der bayerischen Verfassung, der als oberste Bildungsziele unter anderen die Achtung vor religiöser Überzeugung und vor der Würde des Menschen, Verantwortungsgefühl und Verantwortungsfreudigkeit, Hilfsbereitschaft, Aufgeschlossenheit für alles Wahre, Gute und Schöne und Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt definiert.

Sibler: "Auch heute setzt er sich für die Belange seines ehemaligen Ressorts mit Nachdruck ein." Maier sei auch für ihn persönlich ein wertvoller Berater und ein Vorbild, so Sibler. Der aktuelle Wissenschafts- und Kunstminister traf seinen Amtsvorgänger zuletzt bei einer Kundgebung für Kunst und Kultur in der Corona-Krise im Oktober vergangenen Jahres.

Maier war von 1970 bis 1986 Bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus und auch für die Bereiche Wissenschaft und Kunst innerhalb der Bayerischen Staatsregierung zuständig. Der emeritierte Professor ist unter anderem Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften sowie der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und hochdekoriert, unter anderem als Träger des Großen Verdienstkreuzes mit Stern der Bundesrepublik Deutschland, des Bayerischen Verdienstordens, des Bayerischen Maximiliansordens für Wissenschaft und Kunst sowie der Bayerischen Verfassungsmedaille in Gold.

Einsatz für Kissinger Sommer

Die Kissinger haben einen besonderen Grund, auf Hans Maier anzustoßen. Er war von 1986 bis 2017 der Schirmherr des Kissinger Sommers. Er war dabei, als das Festival aus der Taufe gehoben wurde, und er hat es 31 Jahre lang "beschirmt" als Vermittler im Hintergrund, als kritischer und philosophischer Geist in Veranstaltungen und Gesprächen, als stets wohlwollender, ermutigender Begleiter und zweimal sogar als praktizierender Musiker. Nach dem Kissinger Sommer 2017 gab er das Amt zurück. red/ta