"Frauen diskutieren anders", sagt Elisabeth Kuhn, die zusammen mit anderen damals die Frauenunion in Burkardroth gegründet hat.
Ein Kaffeekränzchen, wie viele denken, das sind sie nicht. Auch kein sozial engagiertes Grüppchen. Wir sind politisch interessiert, wir sind die Frauenunion, sagen sie selbstbewusst. Und das seit 20 Jahren. Grund genug zum Feiern. In der Mitgliederversammlung im Gasthaus "Zum Löwen" Frauenroth, bei Toast Hawaii und einem Gläschen Sekt. Da darf die Rückschau nicht fehlen. "Da ist ganz schön was zusammengekommen in meinem Ordner. Ich war erstaunt, was wir alles gemacht haben", sagt Elisabeth Kuhn und startet den Beamer.
Unzählige Bilder wandern über die Leinwand, berichten von Ausflügen und Winterwanderungen, von Betriebsbesichtigungen und Aktionen bei Wahlkämpfen. 20 Jahre ziehen vorbei, vergehen wie im Flug. Gerne erinnern sich die Frauen, schmunzeln hier und da, erzählen kleine Anekdoten, kichern. Dabei wäre das Ganze beinahe schief gegangen. "Erst beim zweiten Anlauf hat unsere Gründung geklappt", erinnert sich Elisabeth Kuhn. Sie ist eine der Initiatorinnen, hat die Frauenunion (FU)
Burkardroth sogar 19 Jahre angeführt. Im vergangenen Jahr übergab Kuhn den Staffelstab an Silvia Metz, die Ortssprecherin in Wollbach ist.
Die ist ein wenig aufgeregt, schließlich ist es ihre erste Mitgliederversammlung mit Ehrungen. Da soll, da muss alles klappen. Die Tagesordnung ist kurz, die Punkte werden zügig abgearbeitet. Umso mehr Zeit bleibt, das Jubiläum zu feiern. Rosen überreicht Metz den anwesenden 13 Damen, jede Geehrte bekommt ein persönliches Dankeschön dazu - für das Engagement, das vor zwei Jahrzehnten begann.
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Damals, 1998, ist Kuhn gerade in den Gemeinderat gewählt worden. "Der Benno Metz hat zu mir gesagt: Jetzt müsst ihr auch eine Frauenunion gründen", erinnert sie sich. Gesagt, getan.
Doch die erste Versammlung in der Büttnerschänke brachte keinen Erfolg. Denn Frauen aus anderen FU-Gruppen erzählten, was sie so machen. "Aber das war nicht so unser Ding", fügt Kuhn hinzu. Entmutigen ließen sich die Damen aus dem Markt Burkardroth davon nicht. Schließlich fanden sie ihren Weg. Am 2. April folgte schließlich die Gründung der FU Burkardroth.
Doch die Frage "Warum müssen wir extra bleiben?", habe sich Elisabeth Kuhn lange nicht erschlossen, erzählt sie. Mit der Zeit sei ihr aber klar geworden: Manchmal ist es doch besser, dass wir unter uns bleiben.
Weil Frauen sich anders informieren, eine andere Sicht auf Dinge haben, anders diskutieren. Letztlich haben sie sich auf ihre Weise in die Politik vor Ort eingebracht. "Klar hätte man auch mehr machen können", gibt Kuhn offen zu, räumt aber ehrlich ein: "Mit Familie und Beruf hat man nicht immer so viel Zeit." Das erkläre auch, weshalb so wenig junge Frauen in der FU organisiert sind.
Kathrin Kupka-Hahn