Die Kinder warteten schon einige Zeit, bis sich endlich der Festumzug von Großenbrach ihrem neuen Spielplatz, dem Ritterparadies, näherten. Zuvor waren Feuerwehrabordnungen aus den Ortsteilen von Bad Bocklet und den Nachbargemeinden vom Gerätehaus mit Musik-Begleitung zur nahen Grotte marschiert, um dort mit Diakon Michael Sell einen gemeinsamen Gottesdienst zu feiern. Sell erinnerte an die drei Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan, deren Reliquien im Jahr 752, wohl auf Initiative von Bonifatius, in die noch bestehende Grabstelle nach Würzburg überführt wurden. Nach dem Gottesdienst setzte sich der Zug Richtung Spielplatz in Bewegung.

Bad Bocklets Bürgermeister Andreas Sandwall ging in seiner Rede auf die Geschichte des umgebauten Spielplatzes ein: Bereits 2018 wurde im Marktgemeinderat das Projekt vorgestellt. Julian Metz vom Planungsbüro Glanz erläuterte die Ideen. Ende des gleichen Jahres vergaben die Räte den Auftrag, im Sommer 2019 führte der Bauhof die notwendigen Umbauarbeiten aus.

2600 Arbeitsstunden

Eröffnet wurde das Ritterparadies bereits am 10. Juli vor zwei Jahren, jetzt wurden Platz und Spielgeräte gesegnet. Die Großenbracher waren immer dabei: im Juni und im November 2018 lud der Markt zu Informationsveranstaltungen. Über 126.000 Euro hat der neue Spielplatz gekostet, mehr als 2600 Arbeitsstunden investierte der Bauhof in das Projekt. Bürgermeister Andreas Sandwall bedankte sich bei allen Beteiligten für deren Engagement und lobte das gelungene Ergebnis. Auch den Anwohnern galt der Dank des Rathauschefs: Sie ertrugen den Baulärm tapfer und klaglos.

Auf dem neuen Ritterparadies gibt es eine kleine Seilbahn, Rutsche, Schaukel und einen eigenen Wasseranschluss. Wie bei so vielen Dingen in den letzten Monaten hatten sich auch die Spielplatzeinweihung und -segnung durch die Pandemie und deren Regeln verzögert.

Die Feuerwehr Großenbrach feiert in diesen Tagen ihr 145-jähriges Bestehen, wässerte von Beginn an die Spielfläche, die sich am Tag der Segnung im kräftigen Grün präsentierte. Den "Geburtstag" der Floriansjünger nahm man zum Anlass, um das neue Spielparadies zu segnen und um einen gemeinsamen Gottesdienst mit Michael Sell unter freiem Himmel zu feiern. Dominik Kutscher, der am Festwochenende die Leitung übernommen hatte, freute sich über die rege Beteiligung der befreundeten Wehren und der Repräsentanten der Kreisbrandinspektion. In Uniform und mit Festfahnen bildeten die Floriansjünger mit den Musikanten aus Aschach einen imposanten Zug durch Großenbrach. Sandwall gratulierte der Ortswehr und überreichte ein Präsent zum Jubiläum.