Gerald Wolf ist Musiker und Liebhaber harter Musik. Das Headbangen, ein rhythmisches Schütteln der Haare ist die verbreitete Art, auf Metal-Musik zu tanzen. Weil Wolf bei Beobachtungen auf Musikfestivals einen Missstand festgestellt hat und ihm die talentbefreiten Bewegungen vieler Festivalbesucher*innen auf den Magen schlagen, ruft er die "Hair force one" ins Leben.

Die "Hair force one" soll die weltweit erste Headbang-Schule werden - im unterfränkischen Aschaffenburg. "Man sieht immer wieder Frauen, aber auch Männer, die das falsch machen. Das sieht dann komisch aus. Es gibt ja Trainings für alles – Tanzen – und das ist eigentlich das, was noch fehlt", sagt Wolf zum BR, als er auf die Hintergründe seines Tanzkurses eingeht. Der 49-Jährige ist gelernter Tontechniker und in seinem bisherigen Leben schon auf über 1000 Konzerten zugegen gewesen.

Headbangen will gelernt sein: So schüttelt man die Haare zur Musik

Er demonstrierte dann seine Technik des Headbangens, die er den Kursteilnehmern beibringen möchte. Hierzu stellt er sich sicher und breitbeinig hin und lässt seine Locken springen.  "Erstmal richtig hinstellen, im Takt, auf die Musik hören – am besten auf Schlagzeug – und auf!" Nicht fehlen darf der Tanzmove Luftgitarre, denn die ist laut Wolf "Pflicht!"

Um die Headbang-Schule groß zu bewerben, hat Wolf regional bekannte Musiker aus der Szene eingeladen. Zusammen mit ihnen sollte ein PR-Video in der Disko Colos-Saal in der Aschaffenburger Innenstadt gedreht werden. Die Kurse starten ab 1. April 2023 im Colos-Saal und sind kostenlos. Gerald Wolf betont, dass es sich dabei bestimmt nicht um einen Aprilscherz handle. "Wir haben schon 17 Anmeldungen, zwei Kurse sind voll. Wir werden es im zweiwöchigen Wechsel anbieten, im April und im Mai. Dann geht ja die Festival-Saison los und die Leute können direkt loslegen!"

Chris Völk von der Band NU war zugegen und befürwortete die Idee: "Also ich kenne es aus dem Kollegenkreis. Es gibt Leute, die können ihr Instrument perfekt spielen, aber es fehlt der letzte Schliff. Ja, das wär gar nicht schlecht, wenn es auch für die Unterricht gebe und auch die junge Generation, die jetzt nachkommt, find’ ich es gut, wenn man die bei der Hand nimmt. So, das führen wir wieder ein – Oldschool Headbangen!" Auch Metaller "vom alten Schlag" wie Walter Schickling von der Band Metal Attack waren am Start. "Ich krieg’ immer gesagt: Walter, du musst dich mehr bewegen. Und das versuche ich jetzt einfach mal", witzelte Schickling.