Ab diesem Freitag (15. Juli) findet im mittelfränkischen Dinkelsbühl (Kreis Ansbach) wieder das historische Heimatfest "Kinderzeche" statt. Seit 1897 wird das Fest in unveränderter Form in der Stadt gefeiert, die Bürger gedenken so der sagenhaften Rettung der einstigen Reichsstadt vor den schwedischen Belagerern durch die Kinder im Jahr 1632. Das Fest mit Musik, Historienspielen und Volksfest dauert bis zum 24. Juli.

Jedes Jahr richten die Dinkelsbühler Bürger den Blick zurück auf den Dreißigjährigen Krieg, in dem die Türmerstochter "Kinderlore" zum Engel der Stadt wurde. So schildert es jedenfalls das Festspiel aus der Feder des Hofrats Ludwig Stark, das im Juli 1897 zum ersten Mal aufgeführt wurde und das verschlafene Städtchen zur Touristenattraktion machte.

Im Frühjahr 1632 belagerten die Schweden wochenlang die Stadt.
Die protestantische Bevölkerung drängte auf Kapitulation, die katholisch gebliebenen Ratsherren wollten Kaiser und Papst treu bleiben. Erst spät beugte sich der Rat der Forderung nach Übergabe. Dass die Stadt nicht gebrandschatzt wurde, schreibt Starks Stück der Türmerstochter Lore zu. Sie zog an der Spitze einer Kinderschar singend dem Feind entgegen und rührte das Herz des schwedischen Obristen Klaus von Sperreuth. (