• Die Plassenburg
  • Marktplatz mit Altem Rathaus
  • Kulmbacher Badhaus
  • Der Rote Turm
  • Naherholungsgebiet Rehberg
  • 3 Museen im Mönchshof

Das oberfränkische Kulmbach liegt am Zusammenfluss des Roten und Weißen Mains, etwa 20 km nördlich von Bayreuth. Die Stadt ist bekannt für ihr Bier und ihre Bratwurst. Ihr Wahrzeichen, die Plassenburg, ist eine der beeindruckendsten Burgen Deutschlands. Der Aufstieg zur Burg lohnt allein schon wegen des Blicks über die Stadt. Du kannst auf der Burg vier Museen besuchen. Darunter die größte Zinnfigurensammlung der Welt. Doch in Kulmbach gibt es noch mehr zu sehen.

Start am Marktplatz

Beginne deine Entdeckungstour durch das Städtchen am Marktplatz. Hier ist immer was los. Du findest Marktstände, Cafés und Geschäfte und zweimal wöchentlich einen Bauernmarkt. Auch Feste und Veranstaltungen finden hier im Zentrum Kulmbachs statt. So zum Beispiel das Altstadtfest, die "Italienische Nacht" (13.08.2022) oder der Adventsmarkt (25.-27.11.2022).

In der Mitte des Marktplatzes steht der 1898 erbaute Luitpoldbrunnen. Schau dir auch das Alte Rathaus von 1752 an. Du erkennst es an seiner gelben Rokoko-Fassade, dem Glockentürmchen und dem Balkon auf Säulen. An der Fassade findest du das alte Stadtwappen mit dem Andechs-Maranier-Löwen und dem Hohenzollern-Schild. Die Statuen links und rechts der Uhr: Prudentia mit dem Buch und Justitia mit der Waage. Die beiden symbolisieren, dass zur Leitung einer Stadt Klugheit und Gerechtigkeit nötig sind.

Tauche ein in die bewegte Geschichte der einstigen Markgrafenstadt. Sie wurde bestimmt von wechselnden Fürsten, Grafen und Herzögen. Die Hohenzollern herrschten hier über 500 Jahre – bis Napoleon sie im Jahre 1806 verdrängte. Vom Marktplatz aus siehst du die typisch fränkischen Fachwerkhäuser. Jetzt beginnst du deinen Spaziergang durch die atmosphärische Altstadt Kulmbachs.

Mittelalterliche Badefreuden

Vom Marktplatz aus bist du in fünf Minuten zu Fuß beim historischen Badhaus. Hier findest du eine von nur acht wissenschaftlich erforschten und restaurierten Badestuben in ganz Deutschland. Im Mittelalter gab es in jedem größeren Ort öffentliche Badeanstalten. Badezimmer in der eigenen Wohnung hatten die Leute damals nicht und so wuschen sie sich öffentlich. Gleichzeitig konnten sie sich im Badehaus vom Arzt, Zahnarzt oder Masseur behandeln lassen. Das Badhaus war auch Ort für Klatsch und Tratsch, Geschäfte, Geselligkeit und ein Gasthaus. Mehr zur Geschichte des Kulmbacher Badhauses mit Bildern findest du hier.

Bei einem Rundgang durch das Museum Badstube bekommst du einen Einblick in mittelalterliches Leben. 1575 kostete der Eintritt in die Kulmbacher Badestube für "Manns- und Weiberpersonen" 3 Pfennige. Für  "Ledige und Gesellen" 2 Pfennige und für Kinder unter 10 Jahren 1 Pfennig. Heute ist der Eintritt frei. In der Galerie im oberen Stockwerk des Badhauses finden regelmäßig Ausstellungen und Kultur-Veranstaltungen statt. Außerdem ist hier das Original-Atelier des Kulmbacher Malers Michel Weiß (1867-1951) erhalten.

  • Adresse: Oberhacken 34, 95326 Kulmbach  
  • Öffnungszeiten: Freitag bis Sonntag von 13 bis 17 Uhr 

Brandschutz: der Rote Turm

Vom Badhaus wanderst du in noch einmal 5 Minuten zum Roten Turm. Dabei kommst du an einigen Restaurants vorbei, falls du schon Hunger hast. Der Rote Turm stammt aus dem 13. Jahrhundert. Er gehört zu den ältesten Gebäuden Kulmbachs. Seinen Namen hat er, da er aus rötlichem Sandstein gebaut ist und auch das Fachwerk im obersten Stock rot gestrichen wurde.

Hier befand sich die Wohnung des Stadtpfeifers. Vom Wachturm aus überblickte er fast die gesamte Kulmbacher Altstadt. Er war der Musikus der Stadt, hatte aber vor allem die Aufgabe, Feuer sofort zu melden. Brände waren die größte Gefahr für die mittelalterlichen, hauptsächlich aus Holz gebauten Städte. Zweimal brannte Kulmbach weitgehend ab und musste wieder aufgebaut werden: 1430 durch brandschatzende Hussiten und 1553 während einer Schlacht des Bundesständischen Krieges

  • Adresse Roter Turm: Kapellengässchen 5, 95326 Kulmbach  
  • Der rote Turm ist verschlossen, du kannst ihn nur von außen besichtigen.

Naherholungsgebiet Rehberg

Der Rehberg ist ein beliebtes Ziel für Spaziergänger und Wanderer. Ein markierter Rundweg führt vom Marktplatz dorthin und über die Plassenburg zurück. Die gesamte Wanderung dauert etwa 3 Stunden (12 Kilometer) und geht teilweise durch Buchenwald. Die Wanderung ist abwechslungsreich und auch für Familien gut geeignet. Du kannst aber auch nur eine halbe Stunde bis zum Rehturm spazieren.

Der 20 Meter hohe Rehturm wurde 1498 aus Sandstein erbaut. Über seinem Eingang siehst du das steinerne Kulmbacher Wappen. Der Rehturm war einst Teil einer Reihe von Wachtürmen. Markgraf Friedrich IV. gab den Befehl zum Bau dieses Warnsystems. Es zog sich von Bamberg über den Frankenwald bis hin ins Vogtland und das Fichtelgebirge. Von dort aus warnte man mit Signalfeuern die Bewohner der Stadt und der Plassenburg vor Gefahren und Angriffen. Heute ist der Rehturm restauriert und einer der besten Aussichtsorte in Kulmbach. Auf Schautafeln erfährst du mehr über die einstige Bedeutung des Turms. Über eine Außentreppe gelangst du auf die Aussichtsplattform. Von dort hast du einen wunderbaren Blick über die Stadt, die Plassenburg und das weite Umland.

Der Naturlehrpfad am Rehberg, mit 22 Stationen, ist 4 Kilometer lang (Gehzeit ungefähr 2 Stunden). Hier können Kinder und Erwachsene etwas über Pflanzen und Tiere des Waldes lernen, einen Barfußpfad ausprobieren oder im Liegestuhl chillen. Der offizielle Beginn des Pfads ist am Rehberg-Pavillon. Du kannst aber gut auch am Rehturm starten.

Das Brauereimuseum im Mönchshof

Immer wieder liest du, Kulmbach sei die "heimliche Hauptstadt des Bieres". Die Stadt hat jedenfalls eine lange Brautradition, viele ansässige Brauereien und die Kulmbacher Bierwoche. Immer am letzten Samstag im Juli beginnt Kulmbachs Veranstaltungshighlight. Neun Tage lang feiern etwa 120.000 Besucher mit abwechslungsreichem Musikprogramm, fränkischen Spezialitäten und den Kulmbacher Biersorten. 2022 findet das Fest von 30. Juli bis 7. August statt.

So verwundert es auch nicht, dass es in Kulmbach ein sehr sehenswertes Bayerisches Brauereimuseum gibt. Auf einer Ausstellungsfläche von über 3.000 Quadratmetern erfährst du so gut wie alles über Bier: Die Geschichte des Brauens von den Ägyptern bis heute wird gezeigt. Fragen wie "Ist Bier gesund?" oder "Welches Bier gehört in welches Glas?" werden beantwortet und historische Bierkrüge präsentiert. Als Höhepunkt kannst du in der "Gläsernen Brauerei" in den gläsernen Sudkessel schauen und das hier gebraute Museumsbier direkt probieren.

Im Mönchshof findest du neben dem Brauereimuseum das Gewürzmuseum und das Bäckereimuseum. Auf jeweils nochmal 1000 Quadratmetern ist Wissenswertes und Unterhaltsames übers Backen und die Welt der Gewürze dargeboten. Alle drei Museen ermöglichen interaktives Lernen mit Stationen zum Riechen, Probieren und Hören.

  • Adresse: Hofer Straße 20, 95326 Kulmbach
  • Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und Feiertags von 10 bis 17 Uhr
  • Eintritt: 8 Euro (1 Museum), 16 Euro (3 Museen) für Erwachsene. Die Familienkarte für alle drei Museen kostet 35 Euro.

Fazit

Kulmbach hat für einen Tagesausflug oder Urlaubsaufenthalt einiges zu bieten: Mit einer Tour durch die Altstadt, dem Besuch der Plassenburg, den Museen am Mönchshof und Spaziergängen im Naherholungsgebiet Rehberg kommt bestimmt keine Langeweile auf. Auch Ausflüge in die Umgebung lohnen sich.

Willst du Kulmbach nicht alleine erkunden, buche in der örtlichen Touristeninformation (Buchbindergasse 5, 95326 Kulmbach) eine Führung. Neben klassischen Stadttouren kannst du beispielsweise auch eine Nachtwächterführung, eine Biertour oder eine Kellerführung durch historische Felsenkeller auswählen.

Der Bahnhof Kulmbach liegt an der Bahnstrecke Bamberg–Hof. Noch bis Ende August kannst du hier mit dem 9-Euro-Ticket anreisen.